Keepsake

1905 0 2 24. September 2008
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Titel:Keepsake (DVD-ROM)
EAN:4250258500241
System:Windows 2000
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:Rough Trade Software / Games

Vom Winde verweht

Lydias erster Schultag an der legendären Zaubererakademie Dragonvale beginnt nicht ganz so, wie sie es sich erwünscht und erwartet hatte. Statt ihrer alten Schulfreundin Celeste und einer Schar anderer Studenten erwarten sie ein verschlossenes Tor, ein rätselhafter Kaufmann, sowie etwas später ein Wolf der sich nicht so recht entscheiden kann ob er ein Drache ist oder doch nicht.
“Wo sind sie denn alle hin ?” Dies ist die erste und eigentlich auch letzte Frage die Lydia sich stellt, und damit ist auch bereits die Geschichte in “Keepsake” ausreichend geschildert. Da es sich dabei jedoch um ein aufwendiges Grafikadventure kanadischer Produktion handelt, weiss der erfahrene Spieler gleich, dass diese Frage ihm noch stundenlanges Kopfzerbrechen bescheren wird. Alte Hasen werden sich bereits nach wenigen Minuten an das legendäre Myth erinnert finden in dem ebenfalls schöne Landschaften und knifflige Rätsel darauf warteten vom Spieler erforscht und ergründet zu werden. Keepsake ist dem Spielprinzip treu geblieben und daher ein Point-and-Click Adventure reinsten Wassers.

Soweit die Füsse tragen

Lydias Abenteuer beginnt auf dem Schlossvorplatz, wo sie sich eigentlich mit ihrer alten Freundin Celeste treffen wollte. Diese ist jedoch leider nicht erschienen, und so steht sie ziemlich allein auf weiter Flur vor den riesigen Toren der Akademie und muss sich einen Weg in das Schloss bahnen. Dieser ist jedoch mit Hilfe des Brunnens und des ersten zu lösenden Rätsel schnell gefunden und der größte Teil des restlichen Spiels findet dann innerhalb der Akademie statt. Innerhalb der Akademie soll Lydia nun, begleitet von einem verwunschenen Drachen, das Rätsel um die verschwundenen Schüler und Lehrer lösen. Das Schloss selbst besteht aus zahllosen Örtlichkeiten und viele Aufgaben warten auf Lydia bis sie endlich hinter das grosse Geheimnis ihres ersten Schultages gekommen ist. Die einzelnen Aufgaben sind jeweils durch Kombinationsgabe und ein bischen Kopfarbeit zu lösen, im schlimmsten Falle hilft die eingebaute Hilfsfunktion weiter.
Im unteren, und später auch im oberen, Teil der Akademie lassen sich herrlich gestaltete Grafiken bewundern und die Aufgaben sind auch so über das Spiel verteilt dass man zwischendurch den rauchenden Kopf etwas beruhigen kann. Was sich leider als Wermutstropfen entpuppt sind die Wege die man teilweise zurückzulegen hat. Da die aufzusuchenden Orte, auch wenn man sie bereits mehrmals betreten hat, leider nicht per Karte oder anders schnell zu erreichen sind, muss man sich oftmals lange laufend durch die Gänge und Türen des Schlosses bewegen.

Suchen – Klicken – Rätseln

Gesteuert wird Keepsake in klassischer LucasArts Manier. Lydia bewegt sich per Mausklick an verschiedene Orte, bei Überfahren mit der Maus werden Gegenstände offenkundig. Hat man einen Gegenstand oder einen anklickbaren Teil des Hintergrundes gefunden, so wird die entsprechende Funktion, “ansehen”, “ansprechen” oder “aufheben” automatisch ausgewählt. Ein Inventar, ein einfaches Sound und Grafikmenu, eine Hilfefunktion sowie die Möglichkeit an jeder beliebigen Stelle des Spiels den Spielstand zu speichern, runden die Funktionen der Spielfigur in Keepsake ab.
Die Hintergründe sind sowohl akustisch wie grafisch detailreich dargestellt. Auf einem jeweiligen Hintergundbild kann man sich nahezu frei bewegen, ein Wechsel bei Verlassen des Bildes findet automatisch statt. Da sowohl die Kameraposition, wie auch die Bildschirmauflösung (1024×768), fest eingestellt sind, finden sich auch Anfänger des Genres leicht und schnell zurecht. Eine nicht zu unterschätzende Hilfefunktion, die jederzeit in Anspruch genommen werden kann, hilft schliesslich auch an jeder noch so kniffligen Stelle dem Spieler weiter. Nimmt man sie oft in Anspruch so stellt man fest, dass sich nahezu ein “Walkthrough” dahinter verbirgt.

Fantasy vom Feinsten

Die Atmosphäre des Spiels, geschaffen durch die Hintergrundgrafik, die Sounds und die Musikuntermalung, untermalen die Storyline eindrucksvoll und jederzeit stimmig. Warum sich allerdings Lydia ständig im Laufschritt bewegen muss, bleibt leider eins der ungelösten Rätsel.
Dialoge mit anderen Spielfiguren finden ebenfalls in Point-and-Click Manier statt. Eine Auswahl möglicher Fragen & Antworten wird in einem Menu angezeigt und per Klick ausgewählt. Die Antwort der anderen Figuren wird dann als Resultat ebenfalls angezeigt. Dabei wird jeder Dialog durch eine einwandfreie deutsche Sprachausgabe unterstützt die auch Betonungen und Satzmelodie deutlich hervorhebt. Auch der Rest des Spiels ist hervorragend übersetzt und daher komplett in Deutsch.

Licht & Schatten

Die Story zieht den Spieler trotz der einfachen Grundfrage recht schnell in ihren Bann. Auch der interaktive Begleiter, der verwunschene Drache trägt stetig dazu bei, dass man sich schnell im Spiel wohlfühlt und den Rest erkunden will. Jede neue Hintergundgrafik will erkundet werden und die Rätselschwierigkeit reicht von kinderleicht bis mittelschwer, so dass längere Pausen zwecks eifriger Recherche eigentlich unnötig sind und man zügig im Spielverlauf weiterkommt.
Einzige aber doch tragende Misstände im Spiel sind die bereits erwähnten Laufwege, die auch durch den eingeschlagenen Laufschritt der Hauptakteure nicht wirklich erträglicher werden, sowie die Animationen mancher Rätsel. Da bei vielen Rätseln nach Eingabe einer Lösungsmöglichkeit, das Rätsel “durchläuft” um die Lösung zu überprüfen, ärgert es an manchen Stellen den Spieler, weil der offenkundige Fehler bereits nach wenigen Sekunden auftaucht, die Animation aber unbeirrt und unstoppbar weitermacht bis sie zu Ende gelaufen ist. Wer aufwendige technische Spielereien wie Schatten und Lichteffekte, Motioncapturing oder ähnliches erwartet, wird sich leider enttäuscht sehen. Adventure bestechen normalerweise durch ihre Story, nicht durch Programmierkünste.

Fazit

Für die anstehenden langen Winterabende die man möglicherweise ansonsten vor der nichtaktiven Flimmerkiste zugebracht hätte, empfiehlt sich ein Spiel wie Keepsake bestens. Die einfache Steuerung, der gradlinige Storyverlauf und die gut verteilten Rätsel fesseln durchaus auch mehrere Stunden lang an den Bildschirm. Dabei reicht der Schwierigkeitsgrad sowohl für Anfänger wie Fortgeschrittene. „Ein gutes Adventure ist wie ein gutes Buch“, diese Vorgabe erfüllt „Keepsake“ einwandfrei. Alte Adventurehasen fühlen sich möglicherweise leicht unterfordert.
Grafik
70%
Sound
80%
Gameplay
70%
Steuerung
80%

Gesamtwertung

71.8%

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