Gunspell (PC)

3671 0 0 1. Dezember 2014
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Knarren, Dämonen und bunte Juwelen: Gibt’s nicht? Gibt’s doch! “Gunspell” verbindet ein futuristisches und dunkles Fantasysetting mit Rollenspiel- und Match-3-Elementen. Ursprünglich ein Mobile-Titel, findet diese interessante Mischung jetzt auch ihren Weg auf den heimischen PC. Komplett ohne Mikrotransaktionen und lästige Kosten. Für viele Smartphonegamer scheint damit ein Traum in Erfüllung zu gehen. Unbegrenzt spielen! Fast zu schön um wahr zu sein?
Wir haben für euch getestet, was dahinter steckt.

Ich bin Polizist. Und Bruder. Und Dämonenjäger.

Während eines Anstandsbesuches bei eurer kleinen Schwester merkt ihr, dass etwas nicht stimmt. Die Wohnung sieht aus wie Sau, Messer liegen verwahrlost auf dem Boden und vor Allem fehlt euer Geschwisterherz. Ungewöhnlich.
Bei genauerer Durchwühlung der Privatsachen eurer Schwester findet ihr eine merkwürdige Adresse. Spontan fahrt ihr hin und findet euch in einem Waffenladen wieder. Hat eure Schwester etwa heimlich gejobbt?
Ja, aber nicht als Knarrendealer, sondern als Geheimagentin. Das Geschäft stellt sich nämlich als Geheimbund heraus. Man weiht euch in die Arbeit ein und ihr findet heraus, dass verschiedene Welten existieren. Neben eurer Welt gibt es noch Ober- und Unterwelten. Während die oberen sich aber ruhig zu verhalten scheinen, macht die Unterwelt ständig Ärger. In ständigen Attacken versuchen die Dämonen eure Welt, die Mittelwelt, zu erobern. Warum? Weil sie Hunger haben. Und da kommt eure Schwester ins Spiel.
Die ist nämlich vor einiger Zeit bei einer Mission in der Unterwelt verschwunden. Die nachgesendeten Agenten sind ebenfalls futsch, darum liegt es jetzt alleine an euch, die Sache zu regeln. Ihr müsst in die Unterwelt, eure Schwester finden und den Dämonen eine Lektion erteilen. Nichts leichter als das!

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Spaß mit Steinchen

Das Herzstück von “Gunspell” sind zweifelsohne die Kämpfe gegen die fiesen, herumlungernden Dämonen. Und diese werden, entgegen jeder Logik, mit kleinen, bunten Edelsteinchen ausgetragen. Haben sich also euer waffenstrotzender Charakter und der Kettensägen schwingende Werwolf gegenüber friedlich hingesetzt, geht es los. Es gibt verschiedene Arten von Steinen, jede Art hat ihren eigenen Effekt. Die bunten Edelsteine laden Mana der entsprechenden Farbe auf. Das könnt ihr nutzen, um eure gesammelten Ausrüstungsgegenstände zu aktivieren. Damit könnt ihr euch den ein oder anderen Vorteil erschleichen.
Verbindet ihr Totenköpfe, fügt ihr dem Gegner direkten Schaden zu. Je höher der Wert auf dem Schädel, desto höher euer verursachter Schaden. Herrlich simpel eigentlich.
Lila Steine und Silbermünzen können kombiniert werden, um mehr Erfahrung oder Zaster am Ende des Kampfes zu kassieren.
Zu guter Letzt gibt es die Zaubersprüche. Diese könnt ihr einmalig einsetzen und machen, je nach dem welche Magieschule ihr geskillt habt, unterschiedlichen Schaden.

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Habt ihr euren Gegner auf 0 runter gesteinigt, gewinnt ihr dem Kampf. Als Belohnung gibt es dann hübsche, wenn auch eher unbrauchbare Items, die ihr beim Händler eures Vertrauens gegen Bares verhökern könnt.
Doch damit ihr Kämpfe gewinnt, zählt gute Vorbereitung! Besorgt euch die feinste Ausrüstung des Landes, deckt euch mit den mächtigsten Zaubersprüchen ein! Schreitet wagemutig in den Kampf! Nachteil ist nur, dass all das über Bord geht, wenn ihr Pech habt. Die nachfallenden Steine auf dem Spielbrett sind nämlich zufallsgeneriert und können euch ziemlich im Regen stehen lassen. Denn so gut eure Ausrüstung auch ist, wenn ihr dem Gegner ständig unfreiwillig Schadenskombos zusammen baut, stehen eure Karten denkbar schlecht. Tatsächlich hatte ich die meiste Zeit das Gefühl, dass das Spiel schummelt. Besonders wenn ich verloren habe.

Der Mobile-Blues

Wenn ihr grade nicht Soldaten, Ghoule oder Hexen zermatscht, bietet euch das Spiel viele andere Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Ihr könnt zum Beispiel Quests annehmen. Die bestehen in der Regel aber nur daraus, x-beliebige Anzahlen von Monster Y zu bekämpfen. Oder ihr könnt Höhlen erforschen, in denen ihr gegen Monster kämpfen dürft. Das alles tut ihr auf einer “Civilization”-ähnlichen Wabenkarte, die dem Ganzen einen Spielbrettflair verleiht. Das gigantische Abwechslung im Gameplay hier aber nicht an der Tagesordnung ist, kann man vielleicht schon vermuten. Im Grunde haut ihr alles kurz und klein, kriegt Items, rüstet aus, haut weiter, verkauft usw. Und hier liegt schon das Hauptproblem mit Gunspell. Genießt man diese Spieltiefen gezwungenermaßen portionsweise auf dem Smartphone, reicht dieses Konzept völlig. Hier ein Kampf, da ein Kampf und man wird stetig besser. Auf dem PC hingegen, wo Spiele in der Regel mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden sind, gleitet das eigene Hirn aber spätestens nach Kampf 3 in den Stromspar-Gemüsemodus.

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Auch das Spiel an sich zeigt noch tiefe Narben von den Tagen der Mikrotransaktionen. Ihr beginnt eure Reise mit EINEM Inventarplatz, weitere müsst ihr im Spiel kaufen. Sich über die Karte zu bewegen, kostet den Spieler Ausdauer und kann in einem Minispiel wiedergewonnen werden. Oder man wartet halt. Der Shop besticht durch besonders starke Items, die allerdings dann mit der eher spärlich verdienten Premiumwährung gekauft werden müssen.
Auch wenn der Port flüssig und technisch einwandfrei funktioniert, merkt man trotzdem, dass bei der Anpassung an den PC wenig Wille zur Kreativität vorhanden war.

Grafik und Sound

In diesem Punkt liegt “Gunspell” auf der Höhe anderer Mobile-Spiele dieser Art. Die Charaktere sind schön gestaltet und die Interfacelemente hochauflösend, in den meisten Fällen auch interaktiv. In Staunen versetzt das aber nicht.
Auch der Sound schneidet mittelmäßig ab. Es gibt hier und da vernünftige Effekte, auch der Soundtrack ist annehmbar. Minuspunkt ist hier aber die völlig fehlende Synchronisation. Lesen macht zwar Spaß, lässt Dialoge aber so frisch wirken wie tagealtes Knäckebrot.

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Pro

  • Interessantes Konzept
  • Gute Unterhaltung für zwischendurch
  • Vernünftige Gestaltung von Sound und Grafik

Contra

  • Langweiliges und repetitives Gameplay
  • Kaum veränderte Mechaniken statt Mikrotransaktionen
  • Kaum innovativ

Fazit

Als Zwischenbeschäftigung ausreichend, als Schlafmittel überragend!
Grafik
50%
Sound
50%
Gameplay
23%
Steuerung
47%

Gesamtwertung

47%

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