Goin Downtown

1804 0 2 24. September 2008
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Der Polizist Jake hat eine schwere Krise im Leben. Als seine Frau bei einem Polizeieinsatz stirbt gerät er verständlicherweis in eine schwere Sinnkrise. Und auch sonst hadert er mit seinem Job, da sich in New York bis ins Jahr 2072 so einiges verändert hat. Bezahlt wird man nach der Anzahl an Verhaftungen, die Reichen genießen umfangreichen Schutz, die Armen leben in Angst, man haust in einer Mini-Wohnzelle, es herrscht staatliche Willkür und Gewalt. Doch eines Tages kommt er nach Hause und vor seiner Tür liegt eine wunderschöne, bewußtlose junge Frau. Er nimmt sie mit nach oben und nachdem er sie ins Bett gebracht hat, schläft auch er für eine Stunde ein. Als er wieder aufwacht ist sie aus dem Fenster gesprungen und liegt tot auf der Straße. Herzlich willkommen bei “Goin Downtown”…

Herzlich Willkommen im Paradies der Sünder

So beginnt die Geschichte rund um den jungen Polizisten Jake, in dessen Haut man schlüpt und so die Fragezeichen über seinem Kopf zu den eigenen werden? Wer war die junge Schönheit? Und wieso sprang sie aus dem Fenster? Jake kann es sich nicht erklären und wittert schnell, dass es sich hier niemals um einen Selbstmord handeln kann. So weckt dieser Fall wieder seine Neugier und auch seinen Lebenswillen und es wird zu seiner und des Spielers Aufgabe diesen “Unfall” aufzuklären.

So ermittelt der Spieler in einem Science Fiction-Setting in diesem klassischen Point and Klick. Man besucht in der Geschichte verschiedene Ort und durchsucht die Gegend nach nützlichen Utensilien, die sich dann im Inventory kombinieren lassen. Natürlich befragt und verhört man auch die unterschiedlichsten Personen, um weitere Beweise und Hintergrundinfos zu sammeln. Sehr schön: Der Wechsel zeischen Tag und Nach spielt eine entscheidende Rolle, denn so manchen Zeitgenossen trifft man realistischerweise nur tagsüber im Büro bzw. nur abends zu hause an. Aber keine Angst: Ein Mausklick genügt und schon wird aus der tiefsten Nacht der hellste Tag – man muss also nicht immer wieder warten. Das Tagebuch speichert all die gemachten Erfahrungen und auch die offenen Missionen, so daß man stets den Überblick behält.

Das Niveau der Rätselkost ist mittelschwer und die Rätsel sind sehr logisch aufgebaut. Zwar ist die eine oder andere Kopfnuss dabei, aber am Ende wird man nie vor unlösbare Aufgaben und Showstopper gestellt. Sehr gut gefallen hat uns die Atmosphäre, die das Spiel transportiert. Die beklemmende und düstere Atmo der Story wird sehr gut im Spiel verwirklicht und erzeugt unwillkürlich Erinnerungen an Bruce Willis’ Auftritt in “Das fünfte Element”. Ein weiteres besonderes Highlight des Spiels ist die Zeitmaschine. Mit ihr kann man im Spiel in die Vergangenheit zurückreisen und kann dort bereits geschehene Ereignisse nochmals miterleben. Auch gilt es hier diverse Aufgaben zu lösen, aber immer dran denken: Ihr dürft nicht zuviel verändern, sonst knallts. Leider kommt dieses Feature erst gegen Ende und damit viel zu selten zum Einsatz. Das Potential dieser grandiosen Idee wurde in unseren Augen nicht voll ausgeschöpft. Warum ist nicht schon vorher einer drauf gekommen…?

Grafik und Sound

“Goin Downtown” kommt daher wie ein Psychothriller: Düster, cineastisch und mit jeder Menge Atmosphäre. In dem futuristischen Setting gibt es natürlich auch jede Menge Kuriositäten zu bestaunen, die dem Spiel damit eine zusätzliche Langzeitmotivation abseits des roten Fadens bescheren. Im kahlen Cel Shading-Stil gehalten erinnert das Spiel dabei an diverse Comics und kann mit gelungenen Bewegungsabläufen und Videosequenzen punkten. Einzig die Lippenbewegungen bei den Gesprächen sind nicht optimal getroffen.

Der Soundtrack ist (wie immer Geschmackssache) und hält sich mit seinen Synthesizerklängen dezent im Hintergrund, passt dafür aber sehr gut zum Spiel. Glänzen kann wiederum die Sprachausgabe. Kein Wunder, leiht doch auch die Stimme von Will Smith unserem Helden noch mehr Kino-Feeling und auch die anderen Synchronsprecher haben hier ganze Arbeit geleistet.

Fazit

"Goin Downtown" ist nicht nur ein Adventure, sondern ein Psychothriller par Excellence! Mit Anleihen an "The 5th Element" oder "Time Cop" weckt das Spiel sofort jede Menge Assoziationen zu Hollywood, die deutsche Stimme von Will Smith, die unserem Helden Jake zu Wort kommen lässt, verstärkt diesen Eindruck. Unterm Strich ist das Adventure wirklich gut gelungen, vergibt jedoch einige Möglichkeiten, um sich noch mehr ins Bewußtsein der Spieler zu bringen. Für Science Fiction Fans genau das Richtige.
Grafik
79%
Sound
85%
Gameplay
77%
Steuerung
85%

Gesamtwertung

80%

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