Global Conflicts: Palestine

1539 0 1 24. September 2008
Gefällt mir!

Titel:Global Conflicts: Palestine
EAN:4017244017905
System:Windows 2000
USK:Freigegeben ab 12 Jahren
Label:dtp Entertainment AG
Release:2007-10-18

Killerspiele. Das Lieblings Schlagwort vieler Politiker. Computerspiele dessen wesentlicher Bestandteil das Töten von Menschen ist, werden oft als Teufelswerke angesehen. Insbesondere dann, wenn wieder irgendwo irgendwer einen Amoklauf verübt. Vor uns liegt ein Spiel mit dem Titel ?Global Conflicts: Palestine?. Woran denkt man da automatisch? Richtig, an ein Ballerspiel. Aber dem ist nicht so. Die Zielgruppe wird bereits ganz klar auf dem Cover genannt: ?Geeignet für alle Menschen mit aktivem Interesse am Weltgeschehen?. Moment mal…ist es überhaupt ein Spiel? Die Frage lässt sich eindeutig beantworten: Ja. Nun, gut. Alles der Reihe nach.

Reporter in einem fremden Land

Global Conflicts: Palestine ist kein Egoshooter sondern ein Rollenspiel-Adventure. Der Spieler übernimmt die Rolle einer/eines Journalistin/Journalisten (es gibt auch einen weibliche Spielfigur) die/der nach Jerusalem geschickt wird um über den Konflikt zwischen Israel und Palästina zu berichten. Die Bewaffnung: Stift und Notizblock. Von nun an ist man auf sich alleine gestellt. Ein Krisenherd mit Waffenlagern, Soldaten und Terroristen. Klingt alles viel spannender als es in Wirklichkeit ist. Die schlicht Präsentation des Spiels macht jede Spannung zunichte. Adrenalin- Schübe? Fehlanzeige. Die sechs Missionen unterscheiden sie kaum voneinander. Story und Aufbau sind praktisch jedes Mal gleich. In jedem Level sucht man nach Gesprächspartnern. Das ist auch das einzige was man in diesem Spiel macht. Reden, reden, reden und noch mal reden. Sehr löblich, dass ein Spiel auch mal auf die Macht des Wortes anstatt auf die Waffe setzt. Aber eine Sache hat uns sehr gewundert. Das Spiel hat, bis auf paar kleine Sounds, keine Sprachausgabe. Das ist unverzeihlich für ein Spiel in dem es Hauptsächlich darum geht zu reden. Die Gespräche selbst, die man natürlich mitlesen muss, sind vollgestopft mit Fakten und überwiegend trocken.

Es gibt auch Schattenseiten…

An dieser Stelle sei betont: Der Ansatz von Serious Games ist, vom Prinzip, sehr gut. Ständig wird gemeckert, dass die Spielehersteller sich nichts neues mehr einfallen lassen. Hier hat einer mal was komplett neues gewagt. Es wurde aber sehr viel Potential verschenkt. Woran liegt es? Kurz gesagt: Überwiegend an der schlechten Umsetzung. Das fängt schon bei der fehlenden Sprachausgabe an. Ohne die kann einfach keine Spannung aufkommen. Die Grafik- Engine ist schon längst in die Jahre gekommen…und das sieht man auch. Die Umgebung wirkt leer, es fehlt an Details. Die Figuren sehen gleich aus. Die Autos auch, oder gibt es in arabischen Ländern nur eine Automarke? Die Spielwelt lässt sich innerhalb von wenigen Minuten komplett durchqueren, zu Fuß wohl bemerkt.

Der Ansatz eines Lernspiels ist schon erkennbar. Man erfährt auch eine Menge über die Probleme in Nahost. Selbst das Thema der neutralen Berichterstattung wird angeschnitten. Das war es aber auch schon. Alles in allem war die ?Warnung? auf der Verpackung ?für alle Menschen mit aktivem Interesse am Weltgeschehen? schon berechtigt. Alle die ein Spiel mit spannenden Szenen und Gänsehaut- Feeling wollen, sind hier falsch. Das Spiel kostet relativ wenig, nämlich 20 Euro. Trotzdem ist man doch etwas enttäuscht. Man hätte sich einfach mehr gewünscht. Mehr Grafik, mehr Sound, mehr Details, mehr Abwechslung.

Fazit

Das Spiel hatte sehr viel Potenzial. Leider wurde vieles verschenkt. Ohne jeden Zweifel: Ein wirklich innovatives Spielkonzept. Die fehlende Soundausgabe und die schlechte Grafik ziehen die Bewertung nach unten. Diejenigen, die nicht sicher sind, sollten sich vorher die Demo runterladen um nach dem Kauf nicht eventuell enttäuscht zu sein.
Grafik
49%
Sound
11%
Gameplay
61%
Steuerung
85%

Gesamtwertung

52%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.