Game Tycoon 1.5 (PC)

2179 0 0 6. Dezember 2013
Gefällt mir!

Titel:Game Tycoon 1.5
EAN:9783938449127
System:Windows 2000
Label:Astragon
Release:2006-01-05

Manchmal hat man das Bedürfnis, mal wieder ein älteres Spiel hervor zu kramen. Oder man entdeckt in einem Online-Shop ein günstiges Schnäppchen zu einem Spiel, das irgendwie interessant zu sein scheint. Doch was, wenn selbst wenig Geld zu viel ist? Und was, wenn dieses Spiel nichtmal sonderlich günstig ist, das Cover und die Produktbeschreibung aber unheimlich reizvoll ist? Gerade bei Zockern, die einerseits das stundenlange Spielen lieben, andererseits auch gerne mal nur zwischendurch eine Runde wagen, sind Wirtschaftssimulationen sehr beliebt. Man kann Stunden, ja sogar Tage damit verbringen, sein eigenes Imperium aufzubauen, man kann aber auch einfach mal kurz rein schauen, seinen Betrieb eine Stunde führen und sich dann wieder einer anderen Aufgabe widmen. Wenn es bei dieser Simulation dann aber auch noch um das Zocken selbst geht, was könnte da besser sein?!

Wie viele träumen davon, „irgendwas mit Spielen“ beruflich zu machen? Spieletester, Spieleentwickler, Spiele-Grafiker usw. Mit „Game Tycoon 1.5“ soll dieser Traum zumindest spielerisch in Erfüllung gehen. Unsere Aufgabe ist es nämlich, ein Entwicklerstudio zu Ruhm zu verhelfen.

Dazu müssen Engines entwickelt werden, Programmierer, Grafiker und Komponisten müssen ihr bestes geben, das Spiel sollte ordentlich vermarktet werden und natürlich gilt es dabei Verträge mit den Publishern zu erfüllen. Dass das jeweilige Spiel dann bei der Fachpresse gut bewertet werde soll, versteht sich natürlich von selbst. Wir haben nun zu Beginn die Wahl zwischen Endlosspiel (erklärt sich von selbst) und der Kampagne, wobei wir die Grundlagen erstmal in einem Tutorial erklärt bekommen. Danach geht es los, von einer Mission zur nächsten.

Gestartet wird dabei in den 80er Jahren – ihr könnt euch vorstellen, dass da natürlich die Genreinteresse sowohl die möglichen Techniken völlig anders waren als 10 Jahre später. Aber in welchem Jahr eine Mission auch startet, es geht doch immer um das Entwickeln von Spielen. Mal soll man eine bestimmte Summe an Geld erwirtschaften, mal eine bestimmte Anzahl Spiele herausbringen und mal eine bestimmte Wertung für ein Spiel erhalten.

Das Entwickeln eines Spiels selbst ist recht einfach. Am Computer stellt man die Vorgaben ein, so wie etwa den Sound, die Sprache und die Altersfreigabe, um dann das Konzept den Grafikern, Programmierern und Komponisten vorzulegen. Diese setzen sich dann an die Arbeit. Sind sie fertig, bringen wir das Produkt ins Presswerk, legen ein paar Goodies dazu und ab geht’s in die Presse.

Danach dürfen wir uns dann überraschen lassen, ob das Spiel bei den Fans und der Fachpresse gut abschneidet oder nicht. Hier muss man allerdings sagen, dass man nicht ganz darauf schlau wird, wie sich die Bewertung zusammen setzt. Wird zum Beispiel alles gelobt, wird nichts bemängelt und hat man sich für das zur Zeit beliebteste Genre entschiedet, bekommt man – trotz hochbezahlter und sehr guter Entwickler – nur eine Bewertung von 65-70 %. Ein anderes Mal geht die Bewertung dann doch durch die Decke. Wollte man hier einfach den Schwierigkeitsgrad nicht zu niedrig ansetzen? Frustrierend ist es trotzdem, wenn man nicht weiß, was man falsch gemacht haben könnte.

Auch frustrierend oder besser gesagt nervig: Die ewigen Meldungen auf dem PDA. Wobei man sich natürlich fragt, warum man überall darauf geachtet hat, dass man in den 80er Jahren ja keine Technik bei der Entwicklung zur Verfügung hat (nicht mal T-Shirts als Goodies!), wenn man doch schon ein PDA hatte… Wie dem auch sei: Man kann zum Beispiel während der Entwicklungsphase, die für den Spieler lediglich aus Warten besteht, die Zeit schnell vorlaufen lassen. Allerdings wird dieser Vorlauf durch PDA Meldungen gestört, die zum größten Teil völlig nutzlos sind und wohl lustig sein sollen. Sind sie nur eben leider nicht. Allgemein ist der Humor, den man wohl zum Beispiel in Form von Namen der Angestellten vermitteln will, total flach und blöd.

Rundum bekommen wir beim „Game Tycoon 1.5“ also eigentlich nicht viel geboten. Das Gameplay wird ebenfalls sehr schnell langweilig, weil sich die Arbeitsschritte viel zu schnell wiederholen und man bald in einer Art Zuschauerposition gelandet ist. Konkurrenzunternehmen gibt es zwar, allerdings nur zwei an der Zahl, die sich schon bald nicht mehr als konkurrenzfähig entpuppen. Es fehlt demnach völlig an Ansporn, was den Endlos-Modus sowieso schonmal unnötig macht.

Grafisch muss man zwar bedenken, dass das Spiel nicht mehr das neueste auf dem Markt ist, aber dafür ist es in einem nett anzusehenden Comic-Look gestaltet. Allerdings wird man dieser Bilder auch schnell überdrüssig, fehlt es doch völlig an Animationen.

Beim Sound gibt es ebenfalls nichts besonderes zu vermelden: Die Musik geht schnell auf den Keks und die wenige Vertonung hätte man sich auch sparen können.

Im großen und Ganzen sind wir zwar nicht vollkommen von „Game Tycoon 1.5“ enttäuscht, doch hätte man vielmehr aus dem Spiel heraus holen können. Gerade, da das Spielprinzip zum einen noch recht unverbraucht ist und zum anderen sicherlich bei vielen Zockern großen Anklang finden könnten. Fans von Wirtschaftssimulationen können zwar ruhig einen Blick riskieren, wenn sie das Spiel günstig erstehen können, ansonsten ist es kein Muss.

Fazit

Schöne Idee, die Umsetzung weiß leider nicht so zu überzeugen
Grafik
67%
Sound
43%
Gameplay
52%
Steuerung
61%

Gesamtwertung

56%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.