Fat Chicken (PC)

2376 0 3 13. April 2015
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Tower Defense! Schon wieder Tower Defense? Ja, schon wieder Tower Defense! Wenn man glaubt, alles gesehen und gespielt zu haben, kommt doch noch ein Titel heraus, der irgendwas anders macht. Die Formel bei Fat Chicken ist dabei kein Unikat, sondern spielt sich wie ein beliebiger Tower Defense-Klon. Ob das immer noch Spaß macht oder Ob die Luft raus ist, klären wir im Test.

 

Kennste Einen, Kennste Alle!

Fat Chicken ist ein TDG (Tower Defense Game) wie jedes andere. Das ist partout nichts Negatives, schließlich gibt es viele und auch gute Tower Defense-Spiele. Wer sich im Jahre 2015 von der Maße abheben will, der muss ein paar Tricks im Ärmel haben. Normalerweise ist das Ziel eines TDG simpel. Wir bauen Verteidigungstürme auf und murksen alle Gegner ab, die unsere Basis zerstören möchten. Das ist der Kern eines TDG’s. Viele Titel nutzen dabei eine Mechanik, die den Weg der Gegner festlegt. An diesem Weg können wir allerlei Abwehranlagen bauen. Andere Spiele lassen uns selber ein Labyrinth bauen, so dass wir den Weg der Gegner selber bestimmen. Letztendlich läuft eine Partie Tower Defense aber immer gleich ab: Kein Gegner darf unsere Basis erreichen.

 

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Fat Chicken dreht den Spieß um. Zwar gibt es immer noch einen festgelegten Weg und ja, wir müssen immer noch Türme entlang des Weges bauen. Allerdings murksen wir keine Gegner ab, sondern wollen sogar, dass unsere Basis erreicht wird. Wieso? Fat Chicken ist ein sogenanntes „Reverse Tower Defense Game“. Hier gibt es keine Gegner, sondern nur Hühner, Schweine oder Kühe, die möglichst gut gefüttert und mit Hormonen vollgepumpt werden sollen. Im Klartext bedeutet dass: Wir verfetten unsere Tiere, damit die mehr Fleisch abwerfen. Je fetter und hormonreicher das Vieh, desto mehr Geld spült die Viecher in die Kassen. Damit bauen wir wiederum mehr Türme, was mehr Hormone und Essen bedeutet.

Die Idee ist also durchaus interessant und der schwarze Humor weiß in gewisser Weise auch zu überzeugen. Jetzt kommt das große Aber. Fat Chicken hat mit einem Problem zu kämpfen, der das Spiel zum Teil unspielbar macht. Es fehlen die Texte. Und damit meinen wir alle Texte, die im Spiel vorkommen (sollten). Schon im Startmenü sehen wir Buttons, die keine Beschriftung aufweisen. „Ok“ denken wir uns und klicken uns durch namenslose Menüs. Diese sind größtenteils selbsterklärend, weswegen das Fehlen der Texte nicht weiterhin schlimm ist. Nachdem wir uns ein Level ausgesucht haben, werden wir prompt in die Spielwelt geworfen. Leider müssen wir feststellen, dass auch hier keine Texte bzw. Beschriftungen aufzufinden sind. Wir können lediglich anhand leere Fenster erahnen, was passiert. Im Klartext: Garnichts.

 

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Glücklicherweise gibt’s einen dicken, roten Pfeil, der uns zumindest darauf aufmerksam macht, das „hier“ etwas zu tun ist. Die Spielmechanik ist nicht allzu schwer, weswegen wir uns auch ohne Texte und Tutorial mit Mühe und Not durchschlagen. Spätestens nach Abschluss des ersten Levels ist also Ende im Gelände. Überall poppen Menüs ohne Text auf, PowerUps fehlt jegliche Beschreibung und der Rest…wir wissen es nicht. Die ersten Stunde mussten wir mit einem YouTube-Let’s Play entschlüsseln. Das so etwas nicht Sinn der Sache ist, sollte klar sein.

Schön ist Anders

Grafisch könnte man Fat Chicken als Zweckmäßig beurteilen. Positiv daran: Die leichte Comic-Optik passt zum Setting und die stilisierten Schweine und Kühe wirken nicht fehl am Platz. Ansonsten offenbart uns ein Texturenmatsch aus bunten Farben, Wasser und Gras. Felder lassen sich nur erahnen, wirklich viel Abwechslung bietet das Spiel hier nicht. Die Animationen entsprechen dem ersten optischen Eindruck. Manche Anlagen wie der Spritzenturm sehen durchaus nett aus, die Animationen vermiesen aber den ersten positiven Eindruck. So verschießt der Spritzenturm kleine, rosa Kugeln, die aussehen, als wären sie in 30 Sekunden via Flash programmiert worden. Schön ist anders.

 

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Beim Sound Design gibt’s nicht viel zu sagen. Nie Musik läuft in Schleife, was schnell nerven kann. Der Rest klingt nach Standardkost aus einem Sound Paket für Spieleentwicklöer. Klingt ok, mehr auch nicht. In Schulnoten wären Sound und Grafik eine „ausreichend –„. Zumindest, wenn der Titel 5 € kosten würde. Tut er aber nicht. Stolze 10 € möchten die Entwickler haben. Die Anzahl an Bugs, die verkorkste Steuerung, die hässliche Grafik, das Fehlen sämtlicher Bildschirmtexte. Das ist dann doch zu viel des Guten. Zumal man dem Titel seine Smartphone-Herkunft an jeder Ecke anmerkt. Wieso der Titel auf dem PC gleich doppelt so teuer ist wie die Mobile-Version aus dem App-Store, können wir uns nicht erklären.

Was bleibt ist der Eindruck, als würden wir eine Alpha-Version spielen. Leider ist das Spiel offiziell veröffentlicht worden. An dieser Stelle können wir also nur von dem Titel abraten. Tower Defense Spiele machen Spaß, sofern sie funktionieren. Fat Chicken funktioniert aber nicht. Wenn sich Spieler anhand eines YouTube-Videos die Steuerung sowie grundlegende Spielmechaniken ansehen müssen, dann ist etwas falsch gelaufen. Was bleibt, ist eine nette Idee. Für mehr reicht es leider nicht.

 

DennisMeine Meinung

Wie man dem Test anmerkt, bin Ich kein Freund von Fat Chicken. Das mag zum einen daran liegen, dass mir TDG’s keinen Spaß machen. Es gibt Ausnahmen wie etwa die „Anomaly“-Reihe oder auch Orcs Must Die. Solche Spiele funktionieren aber auch und würzen das bekannte TD-Rezept an den nötigen Stellen.

Wenn Ich ein Spiel kaufe, verlange Ich als Kunde, dass es auch funktioniert. Es muss nicht mal gut sein, aber es sollte funktionieren. Zumindest verlange Ich ein funktionstüchtiges Tutorial, welches mir grundlegende Mechaniken erklärt. Wenn’s an solchen Dingen schon scheitert, gute Nacht.

Wer ein ähnliches Konzept sucht, der sollte sich die „Anomaly“-Reihe ansehen. Zwar fehlt es der Reihe an Humor, dafür lässt es sich hervorragend spielen und sieht gut aus.

Fazit

Reverse-Tower-Defense ohne nennenswerte Alleinstellungsmerkmale. Bugs, hässliche Grafik und verkorkste Steuerung und das Fehlen sämtlicher Texte machen den Titel unspielbar.
Grafik
20%
Sound
20%
Gameplay
15%
Steuerung
20%

Gesamtwertung

19%

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