Ducati World Championship

2380 0 2 24. September 2008
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Titel:Ducati World Championship (DVD-ROM)
EAN:9783899565270
System:Windows 2000
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:dtp Entertainment AG
Release:2006-09-06

Was steht da auf der Packung zu lesen: “Die perfekte Symbiose aus Eleganz und Tempo. Erlebe mit DUCATI WORLD CHAMPIONSHIP die Faszination des Motorrad-Rennsports. Wähle deine Maschine aus über 70 Original-Ducati-Modellen, die so perfekt simuliert werden, dass du das Drehmoment hören und das Zweizylinder-Grollen spüren kannst. Warum solltest du dich für ein Modell entscheiden, wenn du sie alle haben kannst?”. Das ist der O-Ton. Mal sehen was davon erfüllt werden kann…

Die Vorgeschichte

Ich muss zugeben, dass ich selten zuvor zu sehr prädestiniert war ein Spiel zu testen. Nicht nur liebe ich Rennsimulationen, sondern ich bin auch schon in den Genuss gekommen eine Ducati zu fahren. Genau vier Jahre lange lenkte ich eine Ducati 900 Supersport durch die schwäbischen Bergstrecken und hatte dabei richtig viel Fun. In Motorradfahrerkreisen steigt bei dem Namen sofort der Puls: Unglaubliche Motoren, die sich lautstark bemerkbar machen und das nahende, meist rote Geschoss schon aus der Ferne ankündigen. Ihr hört, auch ich komme Jahre danach immer noch ins Schwelgen und Träumen und dementsprechend erfreut war ich auch, als “Ducati World Championship” aus dem Hause Anaconda/dtp auf dem Redaktionstisch landete.

Allerdings bin ich auch dementsprechend kritisch, aber während der Installation war die Welt noch in Ordnung, denn angenehme Rock- und Heavyklänge stimmten mich fachgerecht auf ein bevorstehendes Rennspiel ein. Nach dem kurzen aber launigen Intro gehtÂ’s auch schon los. Neben dem klassischen “Sofortrennen”, kann man auch an einer Meisterschaft teilnehmen oder eine Karriere starten. Das einzigste Spiel mit Ducati Lizenz lässt sich dabei nicht lumpen: Über 70, zum Teil legendäre Ducati-Maschinen von “Monster” über besagte 900SS bis hin zu den aktuellen Modellen “999” kann man auf 30 Strecken alles fahren was Ducati je auf die Strasse gebracht hat. Im Sofortrennen kann man diese Maschinen auch alle gleich anwählen, nur im Karrieremodus muss man die Maschinen nach und nach freispielen.

Auf der Strecke

Startet man das Spiel Karriere-Modus, dem Herzstück des Ganzen, muss man sich zunächst in den verschiedenen Führerscheinklassen durch diverse Fahrprüfungen hangeln. Von Time-Trials, also Zeitrennen bis hin zu kleineren Meisterschaften muss man mit einer “Monster” in verschiedenen Ausführungen sein Können unter Beweis stellen. In den darüberliegenden Klassen wirdÂ’s dann auch schnell etwas schwieriger, denn die Schwierigkeitsgrade steigern sich mit der Spielzeit. Wer richtig tief ins Spiel einsteigen will, der kann auch in der Werkstatt kräftig an seiner Maschine herumschrauben, um Einstellungen am Bremsverhalten, Übersetzung und weiteren Eigenschaften seines “Mopeds” vorzunehmen.

Klingt alles ganz prima, aber viele kleinere Mankos schmälern den Spielspaß. Zunächst einmal muss man die Fahrphysik bemängeln, denn weder in den Kurven noch auf den Geraden samt dem nett gemachten Tunnelblick hat man wirklich das Gefühl die Maschine unter Kontrolle halten zu können. Je schneller und größer die Öfen werden, umso mehr erinnert dann Spiel weniger an eine Simulation sondern mehr an einen Münzschlucker in der Spielhalle. Geht einem dann die Strasse aus und man landet neben der Strecke wird man unglaublich stark abgebremst, so dass ein mühsam herausgefahrener Vorsprung nur wegen eines Fehlers verloren geht. Am schlimmsten ist es dann, wenn man mit seiner 999er das Feld von hinten aufrollen will und dann (wegen der schlechten Bedienung) an einem Gegner hängen bleibt. Ein Sturz ist unvermeidlich, allerdings war auch schon der Kontakt unvermeidlich und das bremst nach ein paar Mal doch den Spaßfaktor.

Nett ist dann zumindest die Idee, dass ich als Fahrer nach einem Sturz leichte Blessuren davongetragen habe, die der weltbekannte Motorrad-Rennarzt Dr. Costa erst wieder heilen muss, zumindest wenn mein Gesundheitslevel kritisch wird.

Grafik und Sound

Grafisch kann “Ducati World Championship” nicht so ganz überzeugen. Die Grafik im Spiel selbst ist zwar nicht Oscar-verdächtig aber noch ordentlich. Einige Special Effects wie Matschspritzer auf den Bildschirm, wenn man die Fahrbahn verlassen musste oder fliehende Regentropfen auf der Mattscheibe machen sich ganz gut. Die Hintergründe und Landschaften können mitunter nicht so ganz überzeugen, weil sie nicht gerade detailverliebt daherkommen, aber das ginge ja noch. Besonders die kleineren Zwischensequenzen wie der beschriebene Arztbesuch bei Dr. Costa wissen definitiv nicht mehr zu gefallen.

Besonders schwach muss man aber den Sound bewerten. Nachdem ich ja in die Rock- and Heavy-Schiene gehöre, hab ich mich zunächst über die harten Klänge bei der Installation gefreut, aber im Spiel selbst gibt es gerade mal 2 Songs von “Lacuna Coil” zu hören. Tolle Band, aber mit so wenigen Tracks, die sich immer wiederholen leider einfach nervtötend. Besonders enttäuscht war ich aber dann, als ich die überlagernde Musik abdrehte. Wo ist denn der tolle Motorensound? Haben die Entwickler denn schon mal eine Ducati gehört? Mal die Zeit genommen an der Tanke hinzuhören wenn eine vorfährt? Die meisten Leute kaufen sich eine “Duc” WEGEN des Sounds, der jedem Tüv-Prüfer die Haare zu Berge stehen lässt. Aus den PC-Lautsprechern kommt hingegen nur ein laues Lüftchen, welches eher an einen japanischen Reiskocher erinnert. An genau dieser Stelle im Spiel zu schlampern kommt schon fast einer Todsünde gleich. Da hätte man ja gleich alle Ducatis in Pink auf den Käufer loslassen können.

Fazit

Beim besten Willen: Mehr als 60 Punkte sind da nicht drin. Lobend zu erwähnen ist die Ducati Lizenz und der umfangreiche Fuhrpark den man zur Verfügung hat. Die negativen Aspekte kommen aber stark zum Tragen: Mässige Fahrphysik, zweispältige Grafik und ein schlechter Sound reissen die Wertung in den Keller. Schade, denn daraus hätte insbesondere für mich ein echter Hit werden können.
Grafik
70%
Sound
41%
Gameplay
65%
Steuerung
59%

Gesamtwertung

60%

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