Deine Kochschule

1705 0 2 24. September 2008
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Titel:Deine Kochschule
EAN:4005209107853
System:Windows Vista
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:THQ Entertainment GmbH
Release:2008-06-06

Kochen im Fernsehen ist ja gerade sprichwörtlich “in aller Munde”. Da wird auf allen Sendern quasi rund um die Uhr geschnitten und geraspelt und gebrutzelt und gekocht was das Zeug hält. Es scheint ein Trend zu sein, mit dem das Fernsehen ein Bedürfnis der Zuschauer befriedigt, welches lange Zeit nicht bedient wurde. Und was ist mit den Computerspielern? Die müssen doch auch essen! Für alle angehenden Köche und Küchenchefs gibts nun das richtige Spiel aus dem Hause Valusoft / THQ. “Deine Kochschule” nennt sich das gute Stück und ob es unserem Gaumen gemundet hat oder ob wir es in die Pfanne hauen mussten könnt ihr jetzt selbst lesen.

Wer die Hitze nicht erträgt…

Das Spielprinzip ist relativ einfach erklärt: Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Küchenchefs und wird dabei zu Beginn von einem erfahrenen Koch eingelernt. Mama Giovanni ist die italienische Chefin über Spaghetti und Pizza, Yokira Kurajumbo kümmert sich um die japanische Küche und Jean-Pierre Godolphin wird euch bei der Zubereitung von Gerichten der “Haute Cuisine” helfen. In insgesamt 45 Level in den dazugehörigen drei Restauranttypen (italienisch, japanisch, französisch) darf man nun selbst hacken, raspeln, kochen und brutzeln. Jeder Zubreitungsschritt wird dabei bildlich erklärt und zu Beginn hilft einem Mama Giovanni beim Kochen. Zunächst muss man für eine ordentliche Spaghetti-Sosse Zwiebeln hacken indem man in dem entsprechenden Symbol ein paar mal schnell daraufklickt. Danach kommen die Tomaten dran, nach selben Schema. Wenn man die Spaghetti ins Wasser tut, muss man nur ein paar mal umrühren, indem man mit der Maus zum richtigen Zeitpunkt eine Bewegung gegen den Uhrzeigersinn vornimmt und zeitgleich die linke Maustaste gedrückt hält. Die gilt im weiteren Spielverlauf für alle anderen Zubereitungen in gleicher Weise. Egal ob Braten, Wenden, Kochen, Raspeln oder Teig ausrollen. Einfach die dazu passenden Bewegung mit der Maus nachahmen und schon wird die Aktion ausgeführt. Eine Zeitleiste unterhalb der Aktion zeigt an, zu welchem Zeitpunkt man eine AKtion wie zum Beispiel das Umrühren ausführen sollte. Wenn man es im grünen Zeitfenster schafft, gelingt das Gericht. Verpasst man den Moment oder klickt zu früh misslingt es.

Dabei behilflich sind zahlreiche Symbole, die genau zeigen was von dem Spieler nun erwartet wird. Zudem erklärt der Koch, der einem in dem jeweiligen Schauplatz zur Seite steht, wie man die entsprechenden Gerichte zubereitet und gibt damit auch wertvolle Tips für die Steuerung. Auch muss man die Zutaten nicht selbst aussuchen, sondern stattdessen werden diese wie auf einem Storyboard auf dem Bildschirm angeordnet und man muss nur nacheinander alles abarbeiten. Dennoch: Nach einigen Levels kommt etwas Langeweile auf, denn auch wenn man sich mit den verdienten Sternen, die man bei korrekter Zubereitung eines Gerichts von den Kochkritikern erhält, neue Rezepte kaufen kann, bleibt das Spielprinzip immer dasselbe und das kann einen nicht dauerhaft einfangen. Das hat vor allem einen Grund: Selbst wenn man glaubt alles ganz genau so gemacht zu haben, wie es von einem erwartet wurde, kann es trotzdem gut sein, dass man einen Verriss von den Kritikern erhält. Das wird aber nicht genauer erklärt, sondern man muss am Ende eines Levels schlicht damit leben und dieses ggf. nochmals wiederholen – ohne zu wissen, was man nun besser machen könnte. Ein paar Tips wie “Die Pizza war zu lange im Ofen” wären sowohl für Kinder wie auch für Erwachsene besser nachvollziehbar und würden die Langzeitmotivation erhalten.

Einige Minispiele, wie zum Beispiel der Besuch des Gesundheitsamtes können den Spielverlauf etwas lockern. So muss man beispielsweise mal mehrere Symbole so anordnen, dass immer drei gleichartige Zeichen nebeneinander stehen, um genügend Sauberkeit geschaffen zu haben, damit man keine Strafe bezahlen muss. Dieses Minigame ist zwar nicht neu, dafür aber ganz witzig gemacht und enthält immerhin einen Ratgeber, damit man passende Kombinationen nicht ständig übersieht.

Grafik und Sound

Grafisch hat man sich Mühe gegeben möglichst passende Hintergründe zu den jeweiligen Nationalitäten zu schaffen. Im italienischen 1-Sterne-Lokal findet man so Werke von DaVinci an der Wand hängen, eine italienische Flagge in der Form des Stiefels und viele andere liebenswerte Details. Zwar kennt das Spiel keine 3D-Animationen oder Licht- und Schattenreflexe, hat dafür aber trotz seiner zweidimensionalen Darstellung durchaus seinen Reiz. Insbesondere für die kleineren Kunden dürfte es so manches im Hintergrund zu entdecken geben. Genauso kindlich sind auch die Köche und die Rezepte und deren Zubereitung geraten, was das Spiel besonders für die Kleinen zu einem “Leckerbissen” macht. Wenn nur nicht diese unfairen Restaurant-Kritiken wären, die auch die Kinder nicht verstehen werden.

Die Hintergrundmusik passt sich immer dem jeweiligen Motto an. Mal eine italinienische Tarantella, mal japanische Geräuschkulisse, wie man sie nur vom Asiaten um die Ecke kannte. Und auch die sonstigen Soundeffekte passen perfekt zum Spiel. Das kochende Wasser, das Brutzeln des Specks in der Pfanne oder das Hacken der Zwiebel wurde sehr gut untermalt.

Fazit

Das Spiel "Deine Kochschule" zu bewerten war gar nicht so einfach. Einige tolle Ideen wie beispielsweise die gelungene und witzige Steuerung stehen auf der Haben-Seite. Die teilweise irrationalen Bewertungen der Gerichte ziehen den Spielspass allerdings wieder etwas ins Negative. Unterm Strich kann man so nur festhalten, dass "Deine Kochschule" ein kindgerechtes und spassiges Vergnügen in der virtuellen Küche darstellt, welches allerdings leider auch einige Macken aufzeigt. Für Kinder und Hobbyköche allemal ein Spass, vor allem zu dem Preis.
Grafik
68%
Sound
75%
Gameplay
60%
Steuerung
91%

Gesamtwertung

70%

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