Spieletest: ArmA 2 (Armed Assault 2)

3759 0 0 2. August 2009
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Titel:Armed Assault 2 (DVD-ROM)
EAN:4260095170385
System:Windows XP
USK:Freigegeben ab 16 Jahren
Label:Morphicon Limited
Release:2009-05-29

Nach “Armed Assault” und dessen Erweiterung “Armed Assault: Queen’s Gambit” kommt Bohemia Interactive nun in Zusammenarbeit mit Peter Games mit dem offiziellen zweiten Teil auf den Markt. Oder um es genauer zu sagen: Das Spiel ist bereits seit 29. Mai 2009 erhältlich. Warum es dann so lange dauerte mit dem Test? Nun, zum Einen weil “gut Ding” bekanntlich Weile hat, zum Anderen um eine Einleitung wie bei unseren geschätzten Kollegen von PC Action zu vermeiden. Besser ist das, weil auch wir sonst wohl zu der Erkenntnis hätten kommen können, dass “ArmA 2” (Zitat:) “mit solch haarsträubenden Fehlern vollgepackt ist, dass selbst die hartgesottensten Redakteure wie kleine Kinder weinend in der Ecke hocken”. Wir testeten eine vollgepatchte Version, mal sehen, ob es auch uns die Tränen aus dem Kanal drückt…

Armed Assault 2

Es ist deine Aufgabe eine Spezialeinheit des United States Marine Corps in das Herz der fiktiven post-sowjetischen Republik Chernaurus zu führen. Die Lage ist unübersichtlich: In den Wirren eines flammenden Bürgerkrieges geht es nicht nur darum das Land von einer Diktatur zu befreien, sondern auch die Herzen der dort lebenden Menschen zu erobern und nicht als Besatzer zu gelten. Was ebenso als Setting für einen dahergelaufenen Ego-Shooter hätte reichen können, wird bei “ArmA 2” zum Hintergrund für eine der komplexesten aber auch realistischen Taktik-Shooter-Erfahrungen, die wir bisher machen konnten. In Rambo-Manier (also wie wild herumlaufen, alles niederknallen was geht) kommt man nicht weit, stattdessen wird vom Spieler neben Zielgenauigkeit und Reaktionsvermögen auch eine gehörige Portion Taktik und Vorausdenken erwartet.

An Bord eines Flugzeugträgers lernt man sein Team Razor kennen, bevor es an der Küste von Chernaurus zum ersten Übungseinsatz kommt, bei dem man sich erstmals mit der Steuerung vertraut machen kann. Mit der Steuerung wird man zunächst etwas verwirrt sein. Praktisch hinter jeder Taste (!!) verbirgt sich eine Funktion, was das Spielgeschehen natürlich zu einem komplexen Unterfangen macht. Andererseits bietet das natürlich auch bisher nie dagewesene Möglichkeiten. So lassen sich verwundete Kameraden heilen, Teammitglieder anweisen, Kommandos geben, Fahrzeuge lenken und vieles, vieles (!!!) mehr. Angesichts dieser Oppulenz wird so mancher Spieler erstmal abgeschreckt werden, wer jedoch einen Taktik-Shooter mit allem drum und dran erleben will, der kommt an ArmA 2 eigentlich nicht vorbei…

Besonders bemerkenswert: Je nachdem wie die Missionen laufen ändert sich auch der Lauf der Kampagne, also der Hintergrundgeschichte. Das sorgt natürlich für eine enorme Langzeitmotivation und sorgt für einen hohen Wiederspielwert. Schließlich kann man auch suboptimal gelaufenene Missionen so nochmals spielen und darf erwarten, dass die Geschichte damit nicht einfach wiederholt wird, sondern sich verändert.

Licht und Schatten

Dennooch gibts auch einige negativen Aspekte, die wir nicht verschweigen wollen. Gleich vorneweg: Ohne Patch ist das Spiel ehrlich gesagt nahezu “unspielbar”. Die Masse an Fehlern wollen wir hier gar nicht wiedergeben, dazu reicht ein Blick in die zahlreichen ArmA 2-Foren oder Kaufbewertungen bei Amazon. Tatsächlich verschwinden die meisten dieser Bugs mit dem Einspielen des neuesten Patches und nur so können wir uns beispielsweise auch die Rezension der Kollegen von PC Action erklären, denn tatsächlich ist “Armed Assault 2” doch um einiges besser. Ein Test der Kollegen inkl. des aktuellen Patches steht (zumindest im Internet) noch aus.

Also: Alles halb so schlimm. Das einzigste was wirklich nervt sind die Teamkameraden, die in so mancher Situation nicht das tun, was sie tun sollen. Das grenzt teilweise schon an Befehlsverweigerung und wehe einer sagt “Das Problem sitzt vor dem PC”. Die Kollegen nehmen umständliche Wege, bleiben an verschiedenen Objekten hängen oder laufen auch gerne mal durch eine Mauer. Hin und wieder wird das dann ganz schön brenzlig und aus der so schön ausgedachten Taktik wird doch wieder ein brisanter Schnelleinsatz mit Improvisation. Aber zum Glück halten sich diese Momente in Grenzen.

Grafik und Sound

Optisch macht “ArmA 2” eine bestechende Figur. Die Grafik verdient schon fast das Prädikat “Fotorealistisch” und das bei durchaus angenehmen Ladezeiten, etwas aktuellere Hardware vorausgesetzt. Vor allem Flora und Fauna wissen in ihrem Detailgrad zu begeistern aber auch die Animationen und Bewegungsabläufe von Freund und Feind können sich sehen lassen. Auch die Darstellung der Special Effects, angefangen bei den Explosionen, Mündungsfeuer, Fahrzeugbewegungen… – einfach alles wirkt äußerst realistisch.

Auch der Sound gibt sich da keine Blösse und liefert mit einem tollen Soundtrack seinen Beitrag zu einer tollen Gesamtwertung. Auch die Soundeffekte im Spiel können begeistern und punkten durch kraftvolle Schusswaffen und tolle Umgebungsgeräusche.

Fazit

Wer sich nach einer echten Taktik-Shooter-Herausforderung seht, der kommt nicht um "Armed Assault 2" (kurz: ArmA 2) herum. Ein tolles Spielerlebnis, allerdings eben auch mit einer entsprechenden Komplexität. Wer diese nicht scheut, darf zugreifen.
Grafik
92%
Sound
81%
Gameplay
79%
Steuerung
71%

Gesamtwertung

81%

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