Spieletest: Amnesia: The Dark Descent (PC)

4330 0 0 25. Januar 2014
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Titel:Amnesia -the dark descent australien import
EAN:0755142720988
System:Windows Vista
Label:Frictional Games

Amnesia: The Dark Descent

Sind wir doch mal ehrlich: Wir leben in einer Zeit in der richtige Horrorspiele eine Seltenheit sind. “Resident Evil” hat sich schon seid Längerem zu eine Zombie Metzel Orgie hin entwickelt und auch “Silent Hill” schickt statt Otto-Normal-Familienmenschen vermehrt muskelbepackte kampferprobte Männer ins Geschehen. Ein ekelerregendes Monster versucht dem Anderen mit Hilfe von noch mehr Blut und noch größeren Klauen die Show zu stehlen und so bleibt vor lauter Action der echte Horror oft auf der Strecke. Doch während diese Dunkelheit, die das Horrorgenre früher umhüllt hatte, durch das Mündungsfeuer des immer weiter wachsenden Waffenarsenals immer mehr erleuchtet wird, möchten wir heute eure Blicke auf ein Spiel lenken, das sich noch ganz nach der alten Tradition in der tiefsten Finsternis herumschleicht:
“Amnesia: The Dark Descent” lautet der Name dieses Rumtreibers. Erschienen am 8. September 2010, hat dieses Survival-Horror-Adventure von Frictional Games eine ganz klares Ziel: Den Spieler mal wieder so richtig in Angst und Schrecken zu versetzen. Aber worum geht es denn?

Traumurlaub auf unheimlicher Burg – Gedächtnisverlust inklusive

Wir schlüpfen in die Rolle von Daniel, der im 19. Jahrhundert einer Ausgangssituation gegenübersteht, wie sie schöner nicht sein könnte: Er wacht auf, allein in einer dunklen Burg, ohne Erinnerung wie er dort hingekommen ist, bewaffnet nur mit Laterne und Zunderbüchsen. So unheimlich und unbekannt das alles auch wirkt, es sieht so aus, als wäre Daniel nicht zum ersten Mal hier. Ein Brief, den wir finden, scheint von unserem früheren Ich geschrieben worden zu sein und beauftragt unser jetziges Ich den Burgherren, einen gewissen Alexander, zu finden und zu töten.

Minimales Gamelplay – Maximaler Horror

So ein Start schlägt nicht nur dem Spieler auf das Gemüt, nein auch der Geisteszustand unsere Spielfigur verschlechtert sich, durch seltsame Ereignisse oder den andauernden Aufenthalt in der Dunkelheit.
Es gilt also nicht nur unser körperliches, sondern auch unser geistiges Wohlergehen zu sichern, indem wir uns so oft es geht im Hellen aufhalten und vor allem eines sind: Sparsam! Öl für unsere Laterne, Zunderbüchsen mit denen wir stationäre Kerzen und Fackeln befeuern, so wie Laudanum mit dem wir unsere Wunden verarzten können, sind rar gesät. Es heißt also Ressourcen sammeln und raus aus der Dunkelheit! Wenn Daniel zu lange im Dunklen verweilt, bricht er zusammen und verliert den Verstand.

Dieser ist jedoch nicht nur unverzichtbar um dem Bildschirmtod zu entgehen, sondern auch wichtig, wenn wir eines der zahlreichen Rätsel lösen müssen. Keiner wird sich daran wirklich den Kopf zerbrechen, da man meistens nur alle wichtigen Gegenstände einsammeln und am richtigen Platz verwenden muss, doch diese Denkaufgaben fügen sich sehr gut ins Spielgeschehen ein, auch wenn ein paar Kopfnüsse mehr schön gewesen wären.

Was uns da viel mehr unter Druck setzt ist die Tatsache, dass sich in dieser sowieso schon unheimlichen Burg zu allem Überfluss auch noch irgendwelche menschenähnlichen Monster herumtreiben. Wo wir in anderen Spielen nach unsere Schrotflinte greifen und dem Ding mit einem coolen Spruch den Kopf wegpusten würden, greifen wir als unbewaffneter Daniel ins Leere. So stellen wir recht schnell fest, dass unsere einzige Chance die Flucht ist. Also: Ab in die Dunkelheit und verstecken! Ob dunkle Ecken, dunkle Schränke oder dunkle Zimmer; Schnell Rein, das Monster nicht anschauen und hoffen, dass es uns nicht sieht.
Ihr sagt jetzt: „Aber habt ihr nicht gerade gesagt, dass wir uns nicht zu lange in der Dunkelheit aufhalten dürfen?“ Ja das haben wir! Und ja, diese Gegensätzlichkeit ist genauso nervenaufreibend wie es klingt und genau da liegen auch die größten Stärken des Spiels.

Hab’ ich da grade etwas gehört? – Geniales Sounddesign mit Paranoiagarantie

Das Ganze ist kein Ausflug auf eine schöne alte Burg! Das ist ein Trip in ein altes unheimliches Gemäuer, das vor gruseliger Atmosphäre fast explodiert. Allem voran erzeugt das wunderbare Sounddesign durch einfache Umgebungsgeräusche eine unglaubliche Paranoia, die gesamte Burg ist schön düster gestaltet, es gibt viele Notizen und Tagebücher zu entdecken, die uns immer mehr von der spannenden Geschichte offenbaren und die Grafik brauch sich, im Gegensatz zu Daniel, nicht verstecken. Einen Pluspunkt holt sich “Amnesia: The Dark Descent” auch durch die gute Physik-Engine, die uns erlaubt Gegenstände aufzuheben und herumzuwerfen. Das wirkt alles sehr realistisch und vor allem das Öffnen der Türen, nicht per einfachem Mausklick, sondern durch Nachahmung der echten Bewegung funktioniert sehr gut und intuitiv.

Gutes Timing sticht Quantität

“Amnesia: The Dark Descent” ist ein Horrorspiel, dass sich den Namen wirklich verdient hat. Man ertappt sich nicht selten dabei nach ein paar Schritten ins Dunkle, schnell wieder in den Feuerschein der Fackel zu flüchten und den ein oder anderen tiefen Atemzug zu tun. Vor allem versteht es aber eine wichtige Sache: Man braucht ein Monster nicht oft zu sehen um sich davor zu fürchten. Es reicht die bloße Vorstellung, dass hinter der nächsten Ecke eines dieser Dinger stehen könnte, um auch hartgesottene Spieler zu einem kurzen Besuch des Kleiderschranks, zwecks Auffrischung der Unterwäschereserven zu ermutigen.

Fazit

Amnesia: The Dark Descent bannt mit einfachen Mitteln und vergleichsweise wenig "echtem" Gameplay eine unglaublich dichte Atmosphäre, verpackt in einer interessanten Story auf den Bildschirm, sodass jeder Fan von echtem Horror, bedenkenlos zugreifen kann.
Grafik
75%
Sound
99%
Gameplay
68%
Steuerung
90%

Gesamtwertung

83%

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