Alarm für Cobra 11 – Crash Time

2361 0 0 24. September 2008
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Titel:Alarm für Cobra 11: Crash Time
EAN:4018281370329
System:Windows XP
USK:Freigegeben ab 12 Jahren
Label:Synetic
Release:2007-11-02

Donnerstags, 20:15 Uhr kommt eine der erfolgreichsten deutschen Action-Serien und Millionen Zuschauer können nicht irren: “Alarm für Cobra 11” gehört mit seinen spektakulären Stunts und Crashes sicherlich zu den Top-Titeln in unserer heimischen Fernsehlandschaft. Vor allem die Unfälle scheinen sich die Jungs von Synetic zu zu Herzen genommen zu haben und präsentieren uns mit “Alarm für Cobra 11 – Crash Time” einen Action-Renner für den PC. Ob es eine wilde Verfolgungsjagd wird oder eher ein Seifenkistenrennen zeigt unser Spieletest…

Crash – Boom – Bang

Insgesamt neun Kriminalfälle erwarten den Spieler im Karrieremodus, die sich wiederum in diverse kleinere Teilaufgaben unterteilen (insg. rund 70 Missionen), die man nacheinander durchspielen muss, um die Hauptmissionen freizuschalten. Zwar lässt die Hintergrundgeschichte durchaus einen roten Faden erkennen, aber irgendwie sind die Macher da etwas über das Ziel hinausgeschossen. Die Story ist dermaßen unrealistisch, dass sie an so mancher Stelle ungewollte Komik hervorruft. Der Spürpanzer, der Formel 1 Renner, das Abenteuer mit dem Offroad-Jeep – klingt alles sehr nett und spielt sich auch nicht schlecht, aber etwas mehr Plausibilität hätte nicht geschadet.

Lassen wir also das Kapitel “Story” besser schnell hinter uns und wenden uns stattdessen einfach dem Gameplay zu. Die Fälle die es zu lösen gilt, nehmen jeweils mind. etwa 20 Minuten in Anspruch und bestehen meist entweder aus wilden Verfolgungsjagden oder Zeitrennen. Auf abgesteckten Autobahnteilstrecken und Landstrassen, sowie Fahrten in und durch Dörfern, Industriegebieten und einigen speziellen Strecken muss man meist innerhalb einer bestimmten Zeit Checkpoints abfahren. Das Ganze wurde aber ganz originell gelöst, denn man durchfährt nicht einfach nur imaginäre Schranken, sondern muss oftmals bestimmte Aktionen ausführen. So muss man auf der Suche nach einem bestimmten Lagerhaus erst einige andere anfahren und dies natürlich “under pressure”, also innerhalb einer festgelegten Zeit.

Fix auf Slicks

Die Steuerung der Fahrzeuge ist ganz ordentlich gelungen, auch wenn wir ein realistisches Fahrgefühl bzw. eine ordentliche Fahrzeugphysik etwas vermisst haben, aber für einen Arcade-Racer wiederum ist das Handling nicht übel. Besonderes Highlight sind neben einigen ausgefallenen Fahrzeugen vor allem die diversen Offroad-Pisten, die für ordentliche Stimmung und Abwechslung sorgen. Im Einzelrennmodus erwarten den Spieler übrigens mehr als 30 Strecken und 30 Fahrzeuge von der Luxus-Limousine über den Sportflitzer bis hin zum Spürpanzer. Gut gefallen hat uns zu guter Letzt vor allem die KI der flüchtenden Fahrzeuge, die einen durchaus auf Trab halten können. Außerdem interagieren die Computergegner gekonnt auf Rempler und wählen ganz gerne mal eine alternative Route, wenn man zum Beispiel die Mission ein zweites Mal spielen muss.

Schade, dass man bei der Vertonung auf die Originalstimmen der Darsteller verzichtet hat und stattdessen alternative Sprecher ans Mikrofon gelassen hat. Diese machen zwar ihren Job auch ganz ordentlich, aber echte Fans werden diesen Umstand als echtes Manko empfinden, genauso wie die schmerzlich vermissten Zwischensequenzen und Szenen aus der Serie. Wo “Alarm für Cobra 11” draufsteht muss eigentlich auch zwingend “Alarm für Cobra 11” drinstecken. Hier kann man nur auf einen Paradigmenwechsel des Herstellers hoffen.

Grafik und Sound

Ein besonderes Lob geht an die Streckendesigner, die sich bei der Konzeption der Autobahnen und Landstraßen zu einer sehenswerten “Rennstrecke” wirklich alle Mühe gegeben haben. Und auch die Fahrzeuge und die Umgebung wirken ausgereift und von einigen Clippingfehlern durchaus überzeugend. Zwar merkt man der verwandten ‘World Racing 2’-Engine schon an, dass der Zahn der Zeit an ihr nagt, aber das Resultat kann unterm Strich dennoch überzeugen. “Alarm für Cobra 11 – Nitro”-Spieler wiederum könnten etwas enttäuscht sein, denn die beiden Spiele gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Ein Fortschritt jedenfalls ist in grafischer Hinsicht nicht zu erkennen.

Soundtechnisch fehlt natürlich zunächst der Soundtrack aus der Serie und dann die Originalstimmen. Die Hintergrundmusik die anstelle dessen zum Einsatz kommt ist der Fairnis halber erwähnt aber auch nicht von schlechten Eltern und dass die Synchronsprecher eine gute Arbeit gemacht haben, sagten wir bereits. Die Soundeffekte im Spiel sind auch passend und erzeugen eine gute Atmosphäre.

Fazit

"Alarm für Cobra 11 - Crash Time" ist für Fans der Serie das gefundene Fressen. Wilde Verfolgungsjagden und spannende Action sind garantiert. Was den Fans wiederum fehlen dürfte ist ein engerer Bezug zur Serie: Soundtrack, Orginalstimmen, Filmsequenzen - Wenn man eine solche Lizenz kauft, sollte man doch auch den Bezug dazu im Spiel wiederfinden können. Im Prinzip könnte das Spiel nämlich auch einen anderen Titel bekommen und schon würde keiner mehr merken, welche Serie hier Pate stand. Das ist schade und mindert die Atmosphäre. Unterm Strich dennoch ein guter Arcade-Racer, der für Kurzweil sorgt. Für einen Bronze-Award reicht es mit SIcherheit.
Grafik
77%
Sound
76%
Gameplay
74%
Steuerung
80%

Gesamtwertung

75%

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