Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne

1802 0 2 24. September 2008
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Titel:Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne
EAN:9006113150039
System:Windows XP
USK:Freigegeben ab 6 Jahren
Label:JoWooD Productions
Release:2009-04-17

Nach “Und dann gab?s keines mehr” und “Mord im Orientexpress” liegt uns nun die dritte Spielumsetzung von Hercule Poirots Abenteuern als Detektiv vor. Eigentlich wollte der Engländer ja Urlaub machen, auf einer exotischen Insel, fernab vom täglichen Schnüffeln und von der Londoner Innenstadt. Aber es kommt wie es kommen musste und es geschieht ein Mord. Natürlich macht sich Mr. Poirot sofort daran das Rätsel zu lösen und den Täter zu ermitteln. “Das Böse unter der Sonne”, so heisst das neue Adventure aus dem Hause TGC, welches wir uns jetzt einmal genauer ansehen wollen.

Es war einmal…

Der Spieler wird zu Beginn des Spiels mit allen notwendigen Infos versorgt, um in die Haut von Poirot zu schlüpfen und den Fall nachzuspielen, denn tatsächlich handelt die Geschichte in einer Art Retrospektive, also zurückblickend auf die Ereignisse während dieses “Urlaubs”. Tatort ist die kleine Kanalinsel Seadrift Island und dort übernimmt man in der 3rd Person Perspektive die Steuerung unseres Helden. Die Maus ist dabei das Schnüfflerwerkzeug Nummer 1. Mit ihr kann man den Bildschirm absuchen und wenn man etwas gefunden hat, was man benutzen oder untersuchen kann, dann verändert sich der Mauszeiger.

Am oberen Bildschirmrand findet sich das Inventar und eine Art Optionsleiste. Hiermit kann man zum einen nachsehen, was man alles in seinem Rücksäckchen hat, zum anderen kann man damit zwischen den Spielorten wechseln und zu guter Letzt hat man damit alle gesammelten Informationen nochmals auf einen Blick zusammengestellt. Dazu gehört unter anderem eine Liste an Verdächtigen, Dokumente wie gefundene Briefe oder Polizeiakten und “Poirots Instruktionen”, eine Liste von Aufgaben, die der Spieler noch zu erfüllen hat. Clever gemacht: Wie zu Columbos besten Zeiten muss man hin und wieder die Zeit stoppen, die der Täter von einem Ort zum anderen gebraucht hätte. So kann man Verdächtige in den engeren Kreis der Täter einschließen oder eben den Gegenbeweis entdecken.

Die Rätselkost ist durchaus anspruchsvoll. Zum Einen gibt es da die Kombinationsrätsel, wo man mit Hilfe von Gegenständen aus dem Inventar irgendwelche Aufgaben lösen muss. Diese Rätsel sind meist logisch und bewegen sich, was den Schwierigkeitsgrad angeht auf mittlerem Niveau. Dennoch offenbart die Handlung stellenweise einige Sackgassen, wo man partout nicht weiterkommt, weil man an anderer Stelle etwas vergessen hat. Zum Glück hat der Hersteller hier die Möglichkeit eingebaut den belgischen Detektiv in London nochmals um Rat zu fragen und so der Handlung vielleicht doch noch den entscheidenden Schwung zu geben. Dies ist dann auch in 9 von 10 Fällen der Fall, aber einige Frustmomente bleiben. Etwas Frustpotential bietet auch die ewige Lauferei. Ein Wanderclub läuft weniger als unser Meisterdetektiv und eine (fast schon obligatorische) Schnellreisefunktion gibt es nur zwischen London und der Insel. Der Rest muss zu Fuss erkundet werden.

Grafik und Sound

Grafisch glänzt “Das Böse unter der Sonne” vor allem mit jeder Menge Details, Verzierungen der Menüfenster und zahlreichen kleinen Animationen. Da bewegen sich Blätter und Gräser im Wind, Vögel finden sich am Himmel, etc. Die Insel ist wirklich schön anzusehen, fast ein perfekter Ort für einen Urlaub. Aber es hilft nichts: Poirot muss Leute befragen, deren Mimik und Animationen ebenfalls sehr gut gelungen sind und die Unterhaltungen zu einem launigen Unterfangen machen.

Die passende Hintergrundmusik und die rundum gelungene Synchronisation runden diesen guten Gesamteindruck ab. Dank der Grafik und eben dieser professionellen Stimmunterlegung sind vor allem die Gespräche wirklich spannend und nicht nur “Beiwerk”, sondern helfen einem tatsächlich den mysteriösen Fall zu lösen.

Fazit

"Das Böse unter der Sonne" ist ein wirklich gelungenes und spannendes Detektivabenteuer. Dank einer guten Grafik, passender Soundeffekte und einer genialen Synchronisation wird der Spieler schon nach kurzer Zeit in das aufregende Leben des Hercule Poirot hineingezogen und nicht mehr losgelassen, bis der Mord gelöst ist. Etwas trübend und punktemindernd kann man nur die ewige Lauferei zwischen den Schauplätzen und die vorkommenden Sackgassen anführen. Ansonsten aber ein spannendes Adventure, welches das Blut gefrieren lässt.
Grafik
83%
Sound
82%
Gameplay
79%
Steuerung
78%

Gesamtwertung

81%

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