Sex und Modding: Wieviel Haut ist erlaubt?

133 0 4 31. Januar 2021
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Anfang der Woche hat CD Projekt Red eine Cyberpunk 2077-Mod verboten, die es Spielern erlaubte, In-Game-Assets zu retexturieren, um virtuell Sex mit Keanu Reeves’ Charakter, Johnny Silverhand, zu haben. Obwohl Silverhand im Spiel selbst zahlreiche Szenen hatte, die grafisch sexueller Natur waren, war es dem Hersteller ganz offensichtlich ein Dorn im Auge, dass hier explizite sexuelle Begegnungen mit einer realen Person nachgestellt werden könnten. Die Debatte zwischen Fiktion und Realität gewinnt offensichtlich an Fahrt, wenn die Hüllen fallen. Grund genug einmal genauer auf das Thema zu blicken.

Sex und Modding: Wieviel Haut ist erlaubt?

Gegenüber PCGamer begründete der Hersteller in einem Statement seine Entscheidung wie folgt:

“Unsere wichtigste Regel in Bezug auf nutzergenerierte Inhalte, insbesondere Spielmods, ist, dass sie nicht schädlich für andere sein dürfen. Im Fall von Modelltausch, insbesondere wenn es sich um explizite Situationen handelt, kann es von den Leuten, die uns ihr Aussehen zum Zweck der Erstellung von Charakteren in Cyberpunk 2077 geliehen haben, als solche wahrgenommen werden.Für die Charaktere, die wir für das Spiel erfunden haben, erlauben wir euch im Großen und Ganzen, das Spiel nach Belieben zu verändern und einfach Spaß zu haben. Wenn es um Modelle von realen Personen geht, die wir gebeten haben, am Spiel teilzunehmen, bitten wir euch, sie nicht in Situationen zu verwenden, die als beleidigend empfunden werden könnten.”

Durchs Schlüssellock gespickt…

Von der Bordsteinschwalbe zum Escort-Girl – alles ist möglich.
Die Sims 4” beispielsweise ist an sich ein völlig harmloses Spiel. Man steuert seine virtuellen Alter Egos durch ein virtuelles Leben und lässt sie zur Arbeit gehen, Geschirr waschen und vieles mehr. Wenn es dann aber um die schönste Sache der Welt geht, wird immer verpixelt. Das muss aber nicht sein, denn es gibt da draußen eine ganze Reihe an Mods, die dem Spiel etwas mehr Feuer verleihen. Zu nennen sind da sicherlich Vertreter wie “Hoe it up” Mod von Sacrificialmods oder auch der “Omega’s Adult Careers”-Mod, der es euren Sims auch erlaubt einen Beruf in der Erotik-Szene zu wählen. Von der Bordsteinschwalbe zum Escort-Girl – alles ist möglich.

Hier drückt der Hersteller offensichtlich beide Augen zu, denn anderenorts geht man vehement gegen solche Sex-Mods vor. Rockstar beispielsweise hat erst im letzten Jahr den Modder “Unlosing” aufgefordert, einen “Hot Coffee Mod” vom Netz für für “Red Dead Redemption 2” zu nehmen. Die Spielcharaktere bleiben hier zwar bekleidet, allerdings diente der Mod dazu die Spielfigur bei entsprechenden Praktiken zu steuern. Publisher Take-Two und Entwickler Rockstar Games befürchteten offensichtlich Negativschlagzeilen. Der Modder hat den Mod mittlerweile vom Netz genommen.

Einfach nur prüde? Oder schon okay so?

Eine insgesamt schwierig zu beantwortende Frage.

Eine insgesamt schwierig zu beantwortende Frage.
Zunächst mal ist es natürlich so, dass die Hersteller und Publisher ein Interesse daran haben, dass aus den Spielen, die sie erschaffen, nicht Dinge gemacht werden, die ein völlig neues Universum an schmutzigen Möglichkeiten erschaffen. Denn während das Thema im ersten Moment völlig problembefrei erscheint, könnte man beispielsweise innerhalb der Spiele Welten erschaffen, in denen auch Kinder oder Tiere zu Handlungen verführt oder genötigt werden, die vom Entwickler ganz sicher nicht vorgesehen war und die man so auch als normaler Gamer nicht im Spiel wissen will. Das gehört einfach in kein Spiel. Punkt. Aber öffnet man dem Thema einmal Tür und Tor, kann speziell in einem Open-World-Setting natürlich vieles passieren, worauf irgendwann niemand mehr “Lust” hast. Es droht ein kompletter Kontrollverlust. Insofern ist es natürlich schon richtig, dass hier klare Grenzen gesetzt werden.

Auf der anderen Seite ist diese doch fast schon keusche Haltung speziell bei Spielen, die ohnehin als “ab 18” eingestuft sind, doch nur schwerlich zu verstehen. Sexualität gehört zu einem erfüllten Leben schließlich einfach dazu und sollte nicht als Tabuthema gesehen und so behandelt werden. Das wäre sicherlich weder für Erwachsene noch für Heranwachsende sinnvoll. Zumal man sich immer vor Augen halten muss, dass – quasi nur ein paar Klicks weiter – Seiten mit speziellen Inhalten für jede horizontale Lage angeboten werden.

Man sieht schon: Alles gar nicht so einfach. Dabei geht es am Ende wohl weniger darum, ob nun Reeves die Hosen runterlässt oder nicht, sondern vielmehr darum, wie man zum einen grundsätzlich zu diesem Themenfeld steht, zum anderen wie weit man gehen darf, wenn sich mal die Möglichkeiten vor Augen hält, die man eröffnet, wenn man hier alles zulässt.

Jetzt ist deine Meinung gefragt. Was sagst du zu diesem Thema? Schreib es uns in die Kommentare. Wir sind gespannt über deine Meinung.

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