Das schwedische Rock-Kollektiv Nephila meldet sich nach einer intensiven dreijährigen Schaffensphase mit seinem zweiten Studioalbum zurück. Das Werk trägt den Titel „Huldra“ und erscheint am 28. August 2026 über Majestic Mountain Records. Wenn du den Werdegang der maskierten Band aus Arvika bisher verfolgt hast, wirst du eine deutliche Weiterentwicklung bemerken: Die Neuausrichtung fällt spürbar schwerer, düsterer und atmosphärischer aus als das gefeierte Debütwerk.
Steiniger Weg bis zur Veröffentlichung Die Entstehungsgeschichte von „Huldra“ war alles andere als geradlinig. Mehr als drei Jahre Arbeit stecken in den neuen Kompositionen, da die Band während der Produktion mit zahlreichen Rückschlägen zu kämpfen hatte. Neben den Nachwirkungen der Pandemie sorgten Umbesetzungen im Line-up für Verzögerungen. Unter anderem stieß mit Sängerin Linn Edlund ein neues Mitglied zur Truppe, das nun an der Seite von Josephine Asker den prägenden Doppelgesang bildet.
Aufgenommen wurde das Album im Spätsommer 2024. Die Band teilte die Aufnahmesessions zwischen dem Studio von Gitarrist Jacob Hellenrud und einem abgelegenen ehemaligen Waisenhaus in Lappnäs auf. Die Isolation und die besondere Atmosphäre dieses historischen Gebäudes flossen spürbar in die Klangästhetik der Stücke ein. Doch kurz vor dem geplanten Abschluss folgte der nächste Dämpfer: Das ursprünglich vorgesehene Plattenlabel meldete 2025 Insolvenz an, weshalb Nephila den Release erneut verschieben musste. Mit Majestic Mountain Records fand die Formation schließlich eine neue Heimat für das Projekt.
Die Sage des Skogsrå als roter Faden Inhaltlich widmet sich „Huldra“ der nordischen Folklore, genauer gesagt der Legende des Skogsrå – einem geheimnisvollen Waldgeist der skandinavischen Mythenwelt. Jedes Stück auf dem Album fungiert als Kapitel einer zusammenhängenden Erzählung. Der Geist dient dabei als Erzähler und Führer durch eine unberührte Naturkulisse, in der Schönheit und Gefahr nah beieinander liegen.
Nephila nutzen das mythologische Fundament jedoch keineswegs nur für eine historisierende Kulisse, sondern schlagen eine Brücke zu zeitgenössischen Fragestellungen. Die Band interpretiert den Waldgeist als Symbol für Selbstbestimmung und weibliche Unabhängigkeit.
Es geht nicht nur um Mythologie. Es geht darum, wofür dieser Waldgeist steht: unsere Faszination für das Unbekannte und das Spannungsfeld zwischen Anziehung und Furcht.
Josephine Asker und Linn EdlundIn der historischen Perspektive wurden Frauen, die gesellschaftliche Konventionen infrage stellten oder ihren eigenen Weg wählten, häufig missverstanden oder als Bedrohung wahrgenommen. In der Sichtweise von Nephila wird die Huldra zu einer Figur, die niemandem Rechenschaft schuldet und ihr eigenes Reich regiert – vom Umfeld gleichermaßen gefürchtet wie begehrt.
Musikalische Wurzeln und Weiterentwicklung Gegründet im Jahr 2017 in der schwedischen Provinz Värmland, erregte die Band bereits mit ihrer ersten Single 2018 Aufsehen in der Rockszene. Das 2021 erschienene selbstbetitelte Debütalbum brachte ihnen 2022 eine Nominierung für das beste Rock/Metal-Album des Jahres bei den renommierten P3 Guld Awards ein. Musikalisch basiert das Fundament der Truppe auf zwei prägenden Säulen: dem Doppelgesang sowie dem Zusammenspiel zweier Leadgitarren, verpackt im Sound des 70er-Jahre-Heavy-Rock.
Während das Erstlingswerk noch stark vom warmen Groove des Classic Rock lebte, rückt auf „Huldra“ die düstere Mystik in den Vordergrund. Die charakteristische Maskierung der Mitglieder bleibt weiterhin ein zentrales visuelles Element, das das filmische Gesamtkonzept der Band unterstützt.
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