Parappa the Rapper

1754 0 3 24. September 2008
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Titel:Parappa the Rapper
EAN:0711719643791
System:Sony PSP
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:Sony Computer Entertainment
Release:2007-07-11

Vor etwa zehn Jahren, 1996 war es, veröffentlichte Sony ein innovatives Musikspiel für die PlayStation. Bis heute sind einige Fortsetzungen erschienen, obwohl das Spiel nie ein Renner, sondern ein Geheimtipp war. Können wir bei der aktuellen Portierung nach so vielen Jahren immer noch eine Empfehlung aussprechen?

Rappender Hund sucht ledige Blume!?

Der japanische Begriff PaRappa ist ein Wortspiel und bedeutet sowohl ?hauchdünn? als auch ?ein wenig verrückt?. Besser kann man das Spiel wohl nicht beschreiben. In Parappa The Rapper tauchen wir in die farbenfrohe Welt von Parappa, einem Hund, der in die Sonnenblume Sunny Funny verliebt ist. Ein reicher Konkurrent buhlt neben Parappa um das Mädchen. Er hinterlässt mit seinem tollen Wagen und spitzenmäßigen Geschenken einen guten Eindruck bei Sunny. Parappa muss in verschiedenen Lektionen etwas über das Leben lernen und seine Angebetete von sich überzeugen. In englischsprachigen Videosequenzen mit deutschen Untertiteln wird die Story zwischen den Songs erzählt. Die gut gemachten Videos sind toll anzusehen und tragen das Geschehen im 3D-Cartoon-Stil unterhaltsam voran. Für das phantastische Design wurde Rodney Alan Greenblatt eingesetzt, der auch das Musikspiel Um Jammer Lammy grafisch belebte.

Der Parappa-Komponist Masaya Matsuura hat den sechs spielbaren Songs eine einzigartige Ausstrahlung verpasst. Als japanischer Popstar hatte er die Idee für ein völlig neues Spielkonzept. Obwohl alle Songs auf der Grundlage von Hip-Hop-Beats aufgebaut sind und ordentlich gerappt wird, können selbst Hip-Hop-Hasser nicht anders, als die Musik zumindest über die Spieldauer hinweg zu mögen. Das liegt vor allem an der fröhlichen Stimmung, die sich in den Songs verbreitet. Die Musik nimmt sich selbst nicht ernst und die Texte sind durchweg komisch. Überbetonte Machos und Möchtegern-Gangstern sucht man bei Parappa The Rapper vergebens. Stattdessen geht der verliebte Parappa zum Kung-Fu-Unterricht, zur Fahrschule oder in einen Kochkurs, um Freundin Sunny zu beeindrucken.

Folge dem Beat!

Jeder Level konfrontiert den flachen Parappa mit einem Lehrmeister, der ihm etwas erklärt. Zuerst rappt der Lehrer, dann liegt es am Spieler, das Gesagte zu wiederholen. Auf jede Taste ist ein gerapptes Wort von Parappa gelegt. Werden die Tasten zeitlich korrekt gedrückt, ertönt der Sprechgesang. Der Rap-Hund hört sich etwas abgehackt und fade an. Parappa ist eben ein normaler “Hund” von nebenan und kein grandioser Sänger. Wer das Spiel schon vor einer Dekade spielte, wird sofort von nostalgischen Gefühlen umarmt. Der obere Rand des Bildschirms zeigt eine Zeitleiste, auf der die im richtigen Moment zu drückenden Tasten angezeigt werden. An einem fahrenden Symbol lässt sich der richtige Zeitpunkt erahnen, genau verlassen kann man sich auf die grobe Anzeige nicht. So braucht der Spieler letztendlich eine gute Portion Taktgefühl, wenn er alle Level sehen will. Musikalischen Menschen bietet Parappa The Rapper gerade wegen der wenigen Songs keine große Hürde.

I Gotta Believe!

Im Vergleich zur Uralt-Version ist die Grafik etwas geschärft, ansonsten bleiben nennenswerte Änderungen aus. Einige PSP-spezifische Features sind zusätzlich auf der UMD: Interessierten Freunden kann ein Demo-Level auf die PSP geschickt werden. Sony bietet sogar Remixe der alten Lieder als Bonusmaterial zum Download an, doch zum Testzeitpunkt existierte nur eine Internetseite, die uns mit einem “Demnächst erhältlich.” abspeiste. Wir glauben mit Parappas Optimismus einfach mal an eine baldige Aktualisierung.

Fazit

Unter dem Leitsatz ?I gotta believe!? erlebt der Spieler ein rhythmisch anspruchsvolles Abenteuer mit Parappa. Leider haben auch viele Altlasten wie die unerhört geringe Levelanzahl den Weg in die Portierung geschafft. Wer den Groove innehat, kann Parappa The Rapper in weniger als einer Stunde durchspielen. Der eigenwillige Stil, die witzigen Songs und die abgedrehte Story rechtfertigen den Kauf des Special-Interest-Games durchaus und die UMD wird immer mal wieder ihren Weg in die PSP finden.
Grafik
67%
Sound
70%
Gameplay
73%
Steuerung
62%

Gesamtwertung

68%

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