Spieletest: Disorder (PC)

2022 0 0 14. April 2015
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New Divide

Disorder ist ein sehr düsterer Plattformer, mit der Spielmechanik der alternativen Welten. Das heißt, Dinge, die in der einen Welt existieren, sind in der Anderen nur Umrisse und Hintergrund. Plattformen bewegen sich nach dem Wechsel in eine andere Richtung, Todesfallen werden für die Dauer des Aufenthalts in der jeweils anderen Existenzebene ungefährlich oder wir tauschen die Position mit unserer Spiegelung im Wasser und die Welt steht Kopf. Wir können jederzeit und relativ frei tauschen. Wenn man einen Vergleich ziehen will, so kann Disorder vom Prinzip her als Giana Sisters mit Depressionen beschrieben werden. Allerdings fehlt Disorder das Tempo, dass sein Mechanik-Zwilling zu bieten hat. Die Steuerung ist etwas hölzern und die Sprungeinlagen nerven sehr bald eher, als dass sie zum Spiel beitragen. Disorder wird man wohl eher wegen der drückenden Atmosphäre, als wegen der Herausforderung an die Geschicklichkeit spielen wollen.

Shadow of the Day

Die Story wird in kurzen, düster-tragischen Texteinblendung oder durch Schattenfiguren in der Landschaft erzählt. Wie genau unser trauriger Held mit den Selbstmordgedanken heißt, wird dabei nicht wirklich verraten. Was man sich aber aus den Storyschnipseln zusammenreimen kann ist, dass wir anscheinend eine Tour durch seine Psyche machen und versuchen, mit dem Verlust seines kleinen Bruders und den emotionalen Problemen, die ihn seitdem plagen, fertig zu werden. Im Verlauf des Spiels wechseln wir durch verschiedenste Stationen seiner geistigen Entwicklung, angefangen bei seinem Familienleben bis hin zu seinem Erwachsenendasein. Übrigens ändern sich auch die Hinweise und Schattenfigur-Situationen, wenn der Weltenwechsel vollzogen wird. Wer also mehr erfahren will (oder zumindest mehr kryptische Hinweise will) sollte sich beide Seiten der Existenzmedaille ansehen. Außerdem gibt es im Optionsmenü eine Art Tagebuch, das teilweise die Testeinblendungen wiederholt, aber auch neue Storyschnipsel von sich gibt und mit dem Spielverlauf weiter „upgedated“ wird.

Roads Untraveled

Disorder ist ein recht kurzes Spiel, nach ca. 2 Stunden ist man durch (inklusive von den Entwicklern nachgereichten Zusatzleveln). Ein kleiner Funken Wiederspielbarkeit ist durch alternative Wege, versteckte Gegenstände und zwei mögliche Enden gegeben. Die alternativen Wege sind jedoch nicht wirklich der Abwechslungsbringer. Es läuft darauf hinaus, welche Route man leichter findet, um die riesige Murmel am Ende jedes Levels zu erreichen. Und wer beide Enden sehen will, braucht eigentlich nur den letzten Level nochmal zu spielen. Die versteckten Gegenstände sind, einmal eingesammelt, im begehbaren Optionsmenü am Spielstart auswählbar und dienen im Prinzip als eine Art Spielmutator. So wird durch einen Gegenstand etwa jeder Block im Spiel angezeigt, durch einen Anderen unsere Sprunghöhe verdreifacht oder aber die Perspektive verzerrt, sobald wir zwischen den Welten hin- und her wechseln. Es können so viele aktiv sein, wie es der eigene Verstand verträgt.

Lost in the Echo

Disorder ist in passabler Pixelgraphik mit intendierten Glitch-Animationen gehalten. Denn das Hinübergleiten in eine andere Welt ist mit Pixelfehlern und Verzerrungen verknüpft. An sich eine nette Idee, jedoch kommt es oft vor, dass durch diese Verzerrungen ein genaues Springen von Plattform zu Plattform erschwert wird. Besonders wenn man mitten im Sprung wechseln muss. Die Musik dagegen ist sehr gut und der Stimmung des Spiels angepasst. Traurig bis bedrohlich.

Fazit

Ein durchschnittlicher Plattformer mit trauriger Geschichte. Sehr kurz.
Grafik
70%
Sound
70%
Gameplay
60%
Steuerung
55%

Gesamtwertung

64%

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