Spieletest: Tokyo Twilight Ghost Hunters (PS Vita)

3467 0 1 21. März 2015
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Titel:Tokyo Twilight Ghost Hunters
EAN:0813633014593
System:PlayStation Vita
USK:Freigegeben ab 12 Jahren
Label:NIS America
Release:2015-03-13

Tokyo Twilight Ghost Hunters einzig als Spiel zu bewerten ist in gewisser Weise schwierig, denn hierbei handelt es sich um einen Visual Novel, was lange Dialoge und wenig bis gar kein Gameplay bedeutet. Ghost Hunter stellt dabei keine Ausnahme im Genre dar: Größtenteils fade wirkende Charaktere tauschen sich über das alltägliche Leben in Japan und später natürlich über das Geisterjagen aus, ohne dabei jemals wirklich eine Personalität zu entwickeln. Das Artwork ist natürlich im Anime-Stil gehalten, was zwar beim Zielpublikum sehr gut ankommen wird, die eigentliche Erfahrung beim Spielen aber nur marginal beeinflussen kann.

Der Spieler erlebt die Geschichte aus der Sicht des Protagonisten, einem Klassenneuzugang der Kurenai Academy in Shinjuku. Gleich am ersten Schultag wird er Zeuge eines übernatürlichen Phänomens. Als Teilzeit-Jobber eines Magazins und zugleich Mitglied einer Geisterjäger-Organisation muss der Spieler zwischen den grenzen des Jenseits und der Welt der Sterblichen und mysteriösen Vorkommnissen auf die Spur kommen. Die Geschichte ist in 13 Episoden unterteilt und kann sich durch bestimmte getroffene Entscheidungen beeinflussen lassen. Der Soundtrack stammt von Noburo Ueamtsu, der vor allem für den Großteils des komponierten “Final Fantasy”-Soundtrack bekannt ist.  

Die Prämisse, das Auffinden und Einfangen von bösen Geistern, die dabei durchaus interessante Gestalten annehmen, wird vor allem durch ein Minigame ausgelebt, welches stark an eine sehr einfache Art Strategiespiel aus der Top-Down-Perspektive erinnert. Da dieses System zusammen mit vielen kleinen Gimmicks die einzige tatsächliche direkte Beteiligung des Spielers ist, muss sie als einer der wichtigeren Punkte im Spiel selbst beurteilt werden. Hier schneidet sie leider nicht sehr gut ab, da sie im Grunde nur Mittel zum Zweck ist, die Handlung voran zu treiben, was erneut dem Medium des Visual Novels geschuldet ist, sich aber dennoch nach einer verpassten Gelegenheit anfühlt, wenigstens eine interessante Beschäftigung zwischen den langen Kapiteln zu entwickeln.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Konzept zu absurd ist, um in einem langsamen Spiel wie einem Visual Novel tatsächlich zur Geltung zu kommen. Die Geisterszenen sind die tragenden Momente des Spiels und wirken wie Oasen zwischen langen Wüstenstreifen. Weiterhin fehlt den Charakteren die nötige Tiefe, um die zur Entwicklung ihrer Persönlichkeiten gedachten Szenen in ihrer Länge zu rechtfertigen, sodass diese einem nur an wenigen Stellen ein Lächeln oder einen Gedanken abringen können.

Fazit

Nett. Aber eben leider auch nicht mehr

Gesamtwertung

63%

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