Spieletest: Kill The Bad Guy (PC)

3328 0 1 28. Oktober 2014
Gefällt mir!

Titel:Kill the bad guy [PC/Mac Steam Code]
System:Windows 8
Label:PlugInDigital
Release:2014-05-28

Was braucht fast jedes Spiel? Wir kennen und lieben sie, grade weil sie uns so garnicht leiden können: Die Rede ist von den bösen Buben, den Schurken, den Fieslingen und Halunken unserer Games. Die Erscheinungsbilder sind unterschiedlich. Sei es eine Organisation, der Teufel höchstpersönlich oder unförmige, mysteriöse Wesen. Meist hat man es mit einem Hauptbösewicht zu tun; Einem ganz besonders gemeinen, der einem das Siegeslächeln aufs Gesicht schmiert wenn er im Bosskampf endlich zunichte geht. Doch es geht auch anders! In „Kill The Bad Guy“ gibt es Übeltäter wie Strandbars auf Mallorca. Sie sind die meistgesuchten Verbrecher der Welt und sollen (so diskret wie möglich) ihrer Profession enthoben werden. Kurzum: Mach die Schurken kalt. Und da kommt ihr ins Spiel.

Geht das nicht auch schwerer?

Eure Mission dürfte klar sein, denn sie steht ja schon im Titel: Um euch eure Brötchen zu verdienen, müsst ihr in „Kill The Bad Guy“ reihenweise Verbrecher aus dem Verkehr ziehen. So einfach wie es auch klingen mag, leicht wird euch der Job keinesfalls gemacht. Die Zeiten in denen ihr euch in Gebäuden verschanzt und wartet sind vorbei. In 6 Kapiteln mit je 10 Aufträgen schleudert, katapultiert, schneidet und explodiert ihr euch durch verschiedene Szenarien, um euer Auftragsziel überraschend und unbemerkt zu erwischen. Dabei bedient ihr euch stereotypischer Werkzeuge wie Benzin, Klaviere, Katapulte, springende Autos, Drahtseile, Schleudern und Wurfspeere. Nur wer kreativ und genau arbeitet sammelt Punkte und kann die einzelnen Auftragsziele erfüllen. Waidmannsheil!

2014-10-20_00002

Makabrer Puzzler

Soviel vorab: Für zartbesaitete Denkfreunde ist dieser Titel vielleicht die falsche Wahl. Ziel des Spiels ist immerhin das Ausschalten eurer Zielperson. Auf recht unkonventionellen Wegen. Schnell landet diese nämlich mal unter einem sabotierten Auto oder fliegt gut und gerne 10 Meter durch die Luft. Blut ist dabei nicht selten. Auch der Humor des Spiels ist schwarz wie das Spielkonzept, welcher besonders bei den Beschreibungen eurer Zielpersonen zur Geltung kommt. Es kann sogar vorkommen, dass ihr euch manche Beschreibungen durchlest und ins Stutzen kommt. Irgendwie kommt der doch bekannt vor…?

Wer sich mal schnell durch alle Aufträge metzeln will, liegt hier auch nicht ganz richtig. Damit alles reibungslos abläuft müsst ihr genau planen, eure Umgebung und die Abläufe eurer Person gut beobachten, bevor ihr mit dem Schmieden eures Meisterwerks beginnt. Wenn es beim ersten, zweiten oder fünften Mal nicht klappt, dürft ihr nicht aufgeben. Timing ist das A und O, um an das Ziel zu kommen.

Zu tun gibt es dafür reichlich. In alter Arcade-Manier dürft ihr nämlich auch noch fleißig Nebenziele erfüllen um noch ein paar Extrapunkte einzuheimsen. Zum einen spuckt euer Opfer in seinen letzten Momenten einen astreinen Zahn aus, den ihr, wenn ihr flink genug seid, auffangen könnt. Tut ihr das, habt ihr einen Beweis für eure Arbeit. Das gibt Extrapunkte!

Nebenbei ist in jedem Level außerdem der falsche Reisepass eures Opfers versteckt. Sammelt ihr den, ist euer Boss zufrieden und gibt euch einen kleinen Urlaubsbonus. Extrapunkte!

Natürlich hat eine strenggeheime Killeragentur auch nicht ewig Zeit. Natürlich könnt ihr euch für den Auftrag tagelang Zeit lassen, aber ratet mal was es gibt, falls ihr es an Tag 1 schafft.

Zu guter Letzt gibt es noch ein Nebenziel, welches sich bei jedem Auftrag ändert. So genau wird nicht gesagt, was verlangt ist, aber wenn ihr es rausfindet und erledigt, ist euch ein kräftiger Punktebonus sicher.

Und das ist im Grunde das Spielprinzip. Ihr plant, ihr führt aus, ihr sammelt Punkte. Die Szenarien sind stets neu und werden zunehmend schwieriger, sind aber allgemein leider recht ähnlich. Für zwischendurch ist das sicher genug und auch recht spaßig, aber für eine Langzeitbeschäftigung fehlt die Motivation und der rote Faden durch die einzelnen Aufträge. Mach die Schurken kalt, wieder und wieder und wieder und wieder…

2014-10-20_00003

Wie sieht’s aus?

Grafisch ist „Kill The Bad Guy“ simpel und recht neutral gehalten. Andererorts mag das störend sein, hier ist es aber ungemein hilfreich um nicht die Orientierung in den Planungsabläufen zu verlieren. Die interaktiven Objekte heben sich durch eine dunklere Farbe von der Szenerie ab, eure Zielperson stört es auch nicht, dass sie eine riesige rote Zielscheibe mitten im Gesicht trägt. Viel ist zur Grafik nicht zu sagen, dafür aber nichts Schlechtes.

2014-10-20_00004

Und der Sound?

Hier hat sich der Entwickler Exkee etwas Nettes einfallen lassen. Statt simpler Hintergrundmusik wurden nämlich kurzerhand ein paar eigene Tracks zusammengeschustert, in denen über das Spiel gerappt wird. Ohrwurmcharakter, dazu noch sehr unterhaltsam und eine schöne Abwechslung zu den ansonsten recht simplen und repetitiven Schrei- und Knallgeräuschen.

Pro

  • Kniffliger Denksport in einem interessanten Setting
  • Gelungene, unterhaltsame Tracks
  • Guter, schwarzer Humor

Contra

  • Kann auf lange Zeit nicht motivieren
  • Levelziele sind oft sehr ähnlich
  • Teilweise etwas frustrierend

Fazit

"Kill The Bad Guy" ist, was man gerne in der Mittagspause anschaltet um die grauen Zellen ein wenig auf Leistung zu bringen.
Grafik
78%
Sound
80%
Gameplay
60%
Steuerung
70%

Gesamtwertung

77%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.