Norton Internet Security 2010

2231 0 0 12. Januar 2010
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Titel:Norton Internet Security 2010 Limited Edition 3 PCs
EAN:5397039639482
System:Windows 7
Label:Symantec
Release:2010-01-26

Niedriger Speicherverbrauch verbunden mit sehr gutem Schutz gegen Viren und andere Schadsoftware. Das verspricht jedenfalls der Hersteller. Zudem gibt es im Vergleich zum Vorgängermodell ein neues Prüfverfahren. Dabei werden Daten von der Norton Community nach deren Risiko bewertet. Und hier kommen wir nun zu dem größten Problem von Norton Internet Security 2010: Die Datensammelwut.

Die Stärken und Schwächen

Es beginnt schon bei der Installation. Man gibt den Produktschlüssel ein und ganz unten ist, grau hinterlegt und somit kaum lesbar auf schwarzem Hintergrund, ein Häkchen bei „Ich möchte Computerkriminalität bekämpfen, und ausgewählte Sicherheitsinformationen über meinen PC an Symantec senden (empfohlen)“ gesetzt. Sollte der Nutzer nicht selbst das Häkchen setzen können? Wieso will Symantec auf dem heimischen Computer rumschnüffeln? Offiziell wird so die Computerkriminalität bekämpft. In der Datenschutzrichtlinie für Norton Community Watch steht, welche Daten gesammelt werden. Darin heißt es u.a.: „Informationen zu Prozessen und Anwendungen, die von Zeit zu Zeit auf Ihrem Computer ausgeführt werden, einschließlich zu dem Zeitpunkt, als ein potenzielles Sicherheitsrisiko erkannt wurde“. Na gut, dachten wir uns, Hauptsache die Dateien werden nicht weitergegeben.

Doch weit gefehlt: „Zur Förderung von Bekanntheitsgrad, Erkennung und Abwehr von Internet-Sicherheitsrisiken ist Symantec berechtigt, bestimmte Informationen an Forschungseinrichtungen oder andere Sicherheitssoftwareanbieter weiterzugeben.[…]Die erfassten Daten können an die Symantec-Gruppe in den USA oder in anderen Ländern weitergeleitet werden, in denen möglicherweise weniger strikte Datenschutzgesetze gelten als in der Region, in der Sie sich befinden […]“. Am Rande sei noch erwähnt, dass Symantec die Daten im Bedarfsfall auch an Strafverfolgungsbehörden weiterleitet. Im Konkreten Fall bedeutet das: Durch die „Unterstützung“ von Symantec in der Bekämpfung der Computerkriminalität bringt man sich selbst unter Umständen ins Fadenkreuz. Seien wir ehrlich: Wer kann bei einer großen Festplatte schon sagen, was alles drauf ist? Insbesondere dann nicht, wenn der Nachwuchs auch am gleichen PC arbeitet.

Der Norton Account

Symantec bietet die Möglichkeit einen Norton Account anzulegen. Der größte Vorteil ist die Verwaltung bestehender Abonnements und die Speicherung des Produktschlüssels auf dem Symantec Server. Sicherlich eine nette Funktion. Wir wollen sie aber nicht. Deshalb brechen wir den Vorgang ab. Jetzt ist Ruhe, denken wir. Leider nein. Am nächsten Tag fragt Norton wieder, ob wir einen Account wollen. Wir suchen in den Einstellungen um diese Fragerei abzustellen. Eine solche Option finden wir nicht. Also ein Anruf beim Symantec Support (kostenpflichtig). Der Support bestätigt, was wir schon befürchtet haben: Das Abfragefenster kann nicht abgeschaltet werden. Man rät uns eine Fake Email-Adresse einzugeben. Dann wäre Ruhe. Ein ergebnisorientierter Tipp. Wieso zwingt man den User zu einem Account? Ein unseriöses Verhalten für so einen großen Hersteller. Man bemüht sich anscheinend um den Big Brother Award 2010.

Doch nun zu der Qualität des Programms. Die Software ist schnell installiert. In unter 3 Minuten ist die Software auf dem Rechner. Zu unserer großen Überraschung: Ein Neustart ist nicht erforderlich. Der Speicherverbrauch ist mit gut 150 MB niedrig für ein Programm mit so vielen Funktionen. Das Interface wirkt aufgeräumt und noch übersichtlicher. Die Aufteilung ist verständlich. Alle wichtigen Funktionen lassen sich schnell finden. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Einige Security Suiten haben damit so ihre Probleme. Es kommt auch zu keiner Verzögerung beim booten des PC’s. Das war bisher immer, je nach Version mal mehr, mal weniger, das größte Manko von Norton.

Norton Internet Security 2010 bietet neben den üblichen Funktionen einer Security Suit auch eine Anwendung zur Prüfung der Gefährlichkeit von Suchmaschinen-Ergebnisse. Die Anwendung nennt sich „SafeWeb“. Dabei werden potentiell gefährliche Seiten in den Suchergebnissen farbig markiert.

Kampf gegen Schädlingen: “Quorum” und “Sonar 2”

Eine der größten Neuerung ist der Einsatz einer neuen Scan-Technologie: Quorum. Dabei bewertet der Dienst bei der Virensuche Dateien nach Ihrer Reputation unter Norton Nutzern. Untersucht werden Alter, Verbreitung und Herkunft. Weniger bekannte Dateien werden als gefährlicher eingestuft als jene die sich auf tausenden Rechnern finden. Wird eine Datei gefunden, übernimmt der Dienst „Sonar 2“. Der Dienst untersucht die Aktivität der Datei. Bei verdächtigem Verhalten wird entsprechend reagiert. Im Bedarfsall kann der Nutzer sich auch ein Kinderschutz-Modul von der Symantec Website laden. Dies wird dann unter „Einstellungen>>Kindersicherung und Datenschutzkontrolle“ entsprechend konfiguriert.

Fazit

Das Programm wurde nochmals deutlich verbessert. Das einzige was uns stört, ist die aufdringliche Art Daten zu sammeln. Das beginnt schon bei der Installation. Da wird einfach das Häkchen automatisch gesetzt, dass man seine Daten an Symantec senden will. Der Text ist sogar grau hinterlegt und leicht zu übersehen. Welche Daten gesammelt werden, erfährt man erst im „kleingedruckten“. Auch die ständige Nötigung zum Norton Account ist eine Zumutung. Das Programm hätte eine deutlich bessere Wertung bekommen, wäre da nicht die Mängel im Datenschutz. Dennoch ist es ein sehr gutes Programm, wenn nicht sogar das Beste auf dem Markt.

Gesamtwertung

86%

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