AudioLava

934 0 0 24. September 2008
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Im Zeitalter von CDs, DVDs und diversen High Definition Formaten sind Langspielplatten und Audio-Kassetten mitunter nur noch Relikte vergangener Tage. Plattenspieler sind nicht mehr in jedem Laden um die Ecke zu bekommen und auch die schwarzen Scheiben sind seltener geworden – aber es gibt sie. Jeder der auf eine Ü30 Party darf, hat bei sich zu hause noch irgendwelche Platten, die es vielleicht auch nicht mehr als Silberling zu kaufen gibt. Und manch eine private Aufnahme aus Kindertagen oder Bandproben finden sich auf staubigen, fast vergessenen Audiotapes wieder. Schluss damit. Jetzt restaurieren wir die Teile. Und zwar mit “Audiolava” aus dem Hause Acon Digital Media/bhv.

Knistern? Nicht mit mir!

Nach dem hardwaremässigen Anschließen eines Tapedecks bzw. eines Plattenspielers, was im beiliegenden Handbuch gut beschrieben ist, kann man beim ersten Programmstart mithilfe des Restaurationsassistenten der Importvorgang starten. Hierbei kann man entweder von einem der genannten angeschlossenen Systeme eine Aufnahme beginnen oder eine vorhandene Audiodatei importieren und diese nachbearbeiten. Der Assistent führt den Anwender Schritt für Schritt durch den Vorgang der Übertragung der analogen Audioaufnahmen.

Mit einem Klick gelangt man zur Aufnahmeseite, wo man das eigentliche Recording vornimmt. Die Bedienung ist sehr intuitiv und wird keinen Anwender vor ungeahnte Probleme stellen. Neben der manuellen Aufnahmemethode gibt es auch die Möglichkeit eine Timeraufnahme zu starten.

Nach der Aufnahme geht es nun den Kratzern und dem Rauschen an den Kragen. Im Schritt “Bereinigung” kann man mit vier Werkzeugen die gängigsten Störgeräusche entfernen. Dazu gehört der Klick-Filter (entfernt Klicks und Knackgeräusche), der Knister-Filter, Declipper (Übersteuerung entfernen) und die Rauschunterdrückung. Mithilfe der Schieberegler kann die Wirkung eingestellt werden und so kann man mit etwas Tüftelei sehr gute Ergebnisse erzielen. Im Anschluss kann man die bearbeiteten Daten speichern oder gleich auf eine CD brennen. Darüberhinaus lassen sich auch einige Effekte wie Echo, Flanger oder ähnliche Soundeffekte anwenden.

Was nicht gut gelungen ist, ist die Unterteilung der Tracks in einer Aufnahme. Zwar hat das Tool eine Art Autoerkennung, aber wenn die Pausen zwischen den Tracks nicht so eindeutig sind hat man das nächste Problem: Die Software hat nämlich keinen Schnittmodus, mit dem man aus einer langen Aufnahme viele kleine Stücke machen könnte. Zwar gibt es auch Möglichkeiten zur manuellen Unterteilung, aber das gestaltet sich recht umständlich und beschneiden kann man seine Aufnahmen nur durch Auslassen von Teilen. Umständlich…

Fazit

"Audiolava" ist ein sehr schönes Programm zur Restaurierung von alten Aufnahmen, Schallplatten und Audiokassetten. Die Bedienung ist intuitiv und die Filter zur Optimierung der Aufnahmen sind sehr gelungen. Eine Ausnahme bildet die Unterteilung von Tracks, das Fehlen eines Schnittprogramms ist auch noch ein kleiner Schönheitsfehler. Aber unterm Strich dennoch ein tolles Tool.

Gesamtwertung

81%

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