Spieletest: Cypress Inheritance: The Beginning (PC)

3203 0 1 27. Oktober 2014
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Cypress Inheritance: The Beginning ist angeblich, ein realistisches, non-tutorial, action/ adventure RPG. Selten waren so viele Halbwahrheiten in einen Satz gepackt.

Es bleibt in der Familie

Während Lorna Ritten gemütlich in ihrem Loft mit gelben Kraftfeldern steht, erzählt ihr eine Stimme (entweder per Telefon oder Einbildungskraft, so genau wird das nicht weiter ausgeführt), dass ihr richtiger Großvater in Wahrheit Alfred Cypress war, ein exzentrischer, aber auch brillanter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Er verfügte über verschiedenste Wohn- und Arbeitsorte auf der ganzen Welt, die neben ihm auch von seinen Roboterkreationen bewohnt wurden. Mit seinem Verschwinden sind seine K.I.-Geschöpfe jedoch, sozusagen, immer selbstbewusster geworden und haben sich eine Art obsessiv-protektive Haltungsweise angeeignet, was das Eigentum und die Forschung des guten Herrn Cypress angeht. Daraufhin hat das Militär beschlossen, alle K.I.-Forschungsstätten wegzubomben, da die Roboter nebenbei angefangen haben aufzurüsten. Unter anderem auch auf einer mysteriösen Insel, die wohl die zentrale Einrichtung für alles ist. Gnädigerweise (und weil Alfred Cypress scheinbar gute Connections zum Militär hatte) ist es uns gestattet, sich 72 Stunden lang auf der Insel umzusehen und alle Dokumente, Designs und benötigten Information zusammenzukratzen, bevor die Bomben fallen. Denn Opa Cypress hat diese an strategischen Orten auf der Insel verteilt. Eventuell springen ja sogar ein paar Infos über unsere Vergangenheit oder Großvaters Verschwinden dabei raus. Aufgeteilt ist die Story in drei Kapitel. Beim Erscheinen dieses Reviews ist das zweite Kapitel bereits fertig und ohne zusätzliche Kosten spielbar.

Suche mit Hindernissen

Unser Abenteuer beginnt also auf besagter mysteriösen Insel. Sobald wir per Boot angekommen sind, geht der Countdown los. 72 Stunden, in Realzeit wohlgemerkt, bleiben uns nun, so viele Keykarten, Dokumente und Infos ausfindig zu machen, wie es geht. Diese sind bei jedem neuen Spiel anders verteilt. Hunger, Durst und Müdigkeit müssen ebenfalls durch zufällig verteilte Nahrungsmittel und Schlafplätze gestillt werden. Schließlich ist man ja drei Tage unterwegs. In unserem Arsenal befindet sich ein Handgelenkcomputer, der Auskunft über die Zeit und bisherige Entdeckungen gibt. Zusätzlich kann uns dieses Gerät begrenzt häufig für etwa eine Minute unsichtbar machen. Das ist auch bitter nötig, den auf der Insel patrouillieren Androiden, die mit Suchscheinwerfern ausgestattet sind. Sobald sie uns sehen, versuchen sie uns zu betäuben und in eine unterirdische Gefängniszelle zu werfen. Aus der Zelle zu entkommen ist zwar nicht sonderlich schwierig, insgesamt kostet die Flucht aber wertvolle Zeit, da man sich erst aus einem unterirdischen Höhlensystem schleichen und dann versuchen muss, sich wieder zu orientieren. Falls ein Roboter partout nicht umschleichbar ist, bleibt nur noch der Griff zur Stun-Gun. Diese sind jedoch rar gesät und nicht wirklich stark. Nebenbei sind auch ATV auf der Insel geparkt. Die beschleunigen das Vorankommen ungemein, aber einmal zu Schrott gefahren gibt es keine Möglichkeit sie zu reparieren.

Gefährliche Halbwahrheiten

Cypress Inheritance wimmelt nur so vor Bugs und schlechten Designentscheidungen. So sind zum Beispiel die Roboter so gut wie immer in der Lage einen zu sehen, selbst wenn man sich gefühlte 20 km entfernt in tiefster Dunkelheit vor ihnen hinter einem Stein duckt. Die einzige, relativ sichere Methode unentdeckt zu bleiben ist die, die spärlich verteilten Tarnungsladungen unseres Armbandcomputers zu verbrauchen. Stealth-Gameplay wurde in anderen Spielen schon viel besser und abwechslungsreicher gelöst, statt der einzig wirksamen Methode eines „Ich-bin-jetzt-unsichtbar“-Buttons, der eine Minute hält. Das ATV-Fahren ist eine Zumutung. Sobald das Gefährt bestiegen wird, verschwindet jeglicher Anhaltspunkt, wo man sich gerade in Relation zu irgendwas befindet. Man kann nur hoffen, dass die Blickrichtung am Ende auch die Richtung ist, in die das ATV ausgerichtet ist. Roboter überfahren ist übrigens nicht möglich. Scheinbar pflücken sie einen vom Gefährt und stecken einen in die Zelle, noch bevor man auf den Boden aufschlägt.

Die Grafik, obwohl sie auf der Unreal-Engine basiert, ist ebenfalls sehr durchwachsen. Nicht nur von einem optischen sondern auch vom allgemeinen technischen Standpunkt aus. Schwammige Texturen mischen sich mit Graphikbugs, die die hin und wieder doch hübschen Gegenden in ihrem Eindruck trüben. Ruckeler, selbst auf Highend-Maschinen, sind unsere ständigen Begleiter. Die Musik ist passabel, besteht aber nur aus gefühlt zwei Stücken. Seltsamerweise wechselt die Musik hin und wieder ohne nachvollziehbaren Grund vom ruhigen auf den hektischen Track, der normalerweise bei Entdeckung durch Roboter aktiviert wird. Wahrscheinlichste Erklärung dafür ist wohl, dass uns eine Patrouille wieder durch die Wand gesehen hat und nur physisch nicht in der Lage ist, die Wand zu passieren.

Fazit

Survival-Stealth-Game mit schlechtem Stealth und vielen Bugs (nicht essbaren). Am besten großräumig umschleichen.
Grafik
20%
Sound
20%
Gameplay
20%
Steuerung
20%

Gesamtwertung

20%

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