Review: Storm Seeker – Guns Don’t Cry

348 0 2 10. Februar 2021
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Ahoi Kameraden, Landratten aufgepasst – Wir stechen in See! Denn “Storm Seeker” haben ihre Fregatte “Guns Don’t Cry” seetüchtig gemacht und kredenzen uns einen nautischen Ohrenschmaus, der im Vintage Sailor-Look daherkommt und jeden ansprechen sollte, der zünftigem Seemannsgarn nicht abgeneigt ist. Klabautermann, Seeungeheuer, Riesenkraken, Wassermänner und Nixen – ihr alle seid eingeladen mit uns die gefährliche Fahrt auf den 11 Meeren des Folk Metal zu wagen, um dieser epischen Schlacht beizuwohnen…

Über den Wind können wir nicht bestimmen, aber wir können die Segel richten (Wikinger-Zitat)

So weit, so gut. Jetzt muss man diese Einleitung allerdings auch all denjenigen übersetzen, die mit dem Seemannsgarn noch nicht so viel anfangen können. Also: Die “11 Meere” des Folk Metal, meint, dass auf der neuen Scheibe von “Storm Seeker” insgesamt 11 Songs enthalten sind, die sich thematisch und auch musikalisch in Richtung “Piraten-Metal” orientieren. Das klingt hier und da ein bisschen wie eine Reminiszenz an “Running Wild”, ist aber insgesamt dennoch komplett eigenständig. Der Vergleich sollte vielleicht dennoch helfen, “Guns Don’t Cry” ein wenig einzuordnen, die beiden Bands fischen sozusagen im selben Gewässer (auch wenn das Rolf Kasparek wohl anders sehen dürfte). Wie gesagt, beide Formationen trennt mehr als nur eine Trosse, aber der Quervergleich hilft.

Die elf Songs machen wirklich Laune…
Die elf Songs machen dementsprechend auch wirklich Laune, versprühen den Charme eben dieses sehr speziellen Genres und hauen dabei mitunter recht ordentlich rein. Dass die Geschichten rund um Seeungeheuer und Piraten atmosphärisch so gut funktionieren, ist dabei wohl primär auch Frontmann Timothy Abor zu verdanken. Vor dem geistigen Auge bildet der raue Gesang, gepaart mit den nicht minder rauen Gitarren und einer stampfenden Rhythmus-Sektion sozusagen den Körper eines monströsen Piraten-Schiffs, welches dann wiederum mit Nyckelharpa- und Hurdy Gurdy-Soli und ausgefeilten Akkordeon-Parts ausstaffiert wird. Timothys raue Seemannsstimme wird dabei von einigen überraschenden Gaststimmen begleitet: Seeb von Orden Ogan, Mr. Hurley (Mr. Hurley und die Pulveraffen) und Teufel von Tanzwut haben Storm Seeker für dieses Album ihre epischen Stimmen geliehen.

Besonders hervorzuheben erscheint uns das Cover zu “Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand Bikini”, das knallt ordentlich rein und ist – wenn auch nicht so ganz repräsentativ – dennoch unser Anspieltipp für dich.

“Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand Bikini” knallt ordentlich rein
Passend zum Vintage-Thema wird es dieses Meisterwerk neben einem 6-seitigen Digipak auch als Vinyl-Edition, sowie als limitierte Fanbox geben, die das Album selbst, ein hochwertig besticktes „Guns Don’t Cry”-Taschentuch, ein Falt-Poster und eine signierte Grußkarte der Band enthält.

Fazit

Nicht der Wind, sondern das Segel bestimmt die Richtung. Und die Jungs und Mädels von "Storm Seeker" wissen offensichtlich ganz genau, wie sie das Segel ausrichten müssen. Der Silberling "Guns Don't Cry" jedenfalls lädt ein zu einem wilden Piratenabenteuer auf hoher See.

Gesamtwertung

81%

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