Review: Scooter – God Save The Rave

388 0 9 18. Juli 2021
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Es gibt Bands, bei denen sich insbesondere die Hater fragen, wie es sein kann, dass deren Konzept über so lange Zeit funktioniert. “Scooter” ist ohne jeden Zweifel eine solche Kombo, denn während die Techno- und EDM-Band rund um Frontmann H.P. Baxxter (bürgerlich: Hans Peter Geerdes) schon seit vielen Jahren Hallen und Stadien mit tausenden von treuen Fans zu füllen vermag, gibt es auch eine ebenso treue Schar an Hatern, die genau dies nicht im Ansatz verstehen kann. Getreu dem Motto “Schuster, bleib bei deinen Leisten” liefern Scooter jedoch genau das ab, was die Meute sich wünscht und so auch mit dem neuesten Werk namens…

God Save The Rave

Und mit dem Opener “Futurum Est Nostrum” zeigen “Scooter” auch gleich an, dass man offensichtlich noch lange nicht genug hat von der eingeschlagenen Gangart, sondern stattdessen seinem Stil treu bleibt und dies noch lange Zeit tun wird. Den Fan erwarten natürlich gewohnte Klänge, angefangen bei Vierviertel-Mega-Beats, die jede Soundanlage auf Standfestigkeit zu prüfen wissen, gepaart mit eingängigen Melodien, die bis an die Grenze des technisch möglichen auf Dauerschleife gepitched werden, damit man sie unter der Dusche bloß nicht vergessen hat. Das ganze wird wiederum ergänzt durch Zeremonienmeister Baxxter, der sanftmütig mit dem Megaphon an den Lippen poetische Botschaften verkündet: “Fuck 2020”, “Come on” und “Leave reality behind” sind dabei nur einige der Zitate, die man sicherlich irgendwann als Gedichtband erwerben kann.

Was zynisch klingt, ist letztlich aber genau das, was die Fans von “Scooter” erwarten. Die Mukke ballert geradlinig aber gekonnt aus den Boxen und die Songs bieten immerhin soviel Abwechslung, dass man durchaus eine Linie beim Songwriting erkennen kann. Es mag nun keine Hochkultur sein, aber es macht Laune. Textlich ist es vielleicht ein bisschen “stumpf” (nur um Attribute wie “hirnlos” zu vermeiden”), aber kann man dazu abfeiern? Oh ja. Kann man dabei eine gute Zeit haben? Damn, yeah! Will man mehr davon? “Come on”. Und denkt immer daran: “Leave reality behind”. Das 2-CD-Set beinhaltet zudem (als Erinnerung an Zeiten ohne Corona) das Live-Konzert “I want you to stream”.

Tracklist CD1:

1. Scooter – Futurum Est Nostrum
2. Scooter & Harris & Ford – God Save The Rave
3. Scooter – Never Stop The Show
4. Dimitri Vegas & Like Mike & Scooter – We Love Hardcore
5. Scooter & Timmy Trumpet – Paul Is Dead
6. Scooter & Finch Asozial – Bassdrum
7. Scooter – Which Light Switch Is Which?
8. Scooter – FCK 2020
9. Scooter – Groundhog Day
10. Scooter – Hang The DJ
11. Scooter & Xillions – Rave Teacher (Somebody Like Me) (Album Edit)
12. Scooter – Анастасия
13. Scooter – Devil’s Symphony
14. Scooter – These Days
15. Scooter – Wand’rin‘ Star

Tracklist CD2:

1. Scooter – Intro
2. Scooter – One (Always Hardcore)
3. Scooter – The Logical Song
4. Scooter – Bora Bora Bora
5. Scooter & Jebroer – My Gabber
6. Scooter & Harris & Ford – God Save The Rave
7. Scooter – Fire
8. Scooter – How Much Is The Fish?
9. Scooter – The Age Of Love (Live Version)
10. Scooter – Fuck The Millenium / Call Me Mañana
11. Scooter – J’adore Hardcore / Jumping All Over The World
12. Scooter – Maria (I Like It Loud)
13. Scooter – Which Light Switch Is Which?
14. Scooter – Endless Summer / Hyper Hyper / Move Your Ass / Move Your Ass (Noisecontrollers Remix)

Fazit

Mit "God Save The Rave" schenkt "Scooter" der Welt ein bombastisches Donnergrollen, das dem Jahr 2020 genau das zurückgibt, was es uns gegeben hat: "Fuck 2020". Klar ist aber auch: Haters gonna hate. So ist es eben.

Gesamtwertung

88%

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