Review: John Carpenter – Lost Themes III: Alive After Death

295 0 0 30. Januar 2021
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Bei John Carpenter klingelt es bei den meisten von uns in der Regel zunächst in Sachen Filme – der US-amerikanische Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler hat mit Filmen wie “Halloween – Die Nacht des Grauens” (1978) oder “Die Klapperschlange” (1981) richtungsweisende Werke geschaffen. Aber auch Filme wie “Flucht aus L.A” (1996), “Das Philadelphia Experiment” (1984), “Das Ding aus einer anderen Welt” (1982) und unser persönlicher Favorit “Sie leben” (1988) zählen schon heute zu Legenden des SciFi-, Grusel- und Horrorkinos. Dass John Carpenter auch als Musikkomponist und -produzent tätig ist, gerät dabei gerne etwas in Vergessenheit…

John Carpenter – Lost Themes III: Alive After Death

Mit dem ersten Non-Soundtrack-Album nach fast fünf Jahren meldet sich Carpenter nun zurück und präsentiert ein Album, welches sich durchaus für eine Spielfilmvertonung eignen könnte. Die Lead-Single „Weeping Ghost“ zaubert ihre Titelfigur in einem Synthesizer-Sud aufregend herbei und lässt dem Zuhörer die Nackenhaare zu Berge stehen, während das akustische Gespenst durch die Hallen eines verfallenen Herrenhauses pirscht. Das pulsierende „The Dead Walk“ lässt die Zombie-Apokalypse wie einen Rave erscheinen. Der düstere, atmosphärische Schlusstitel „Carpathian Darkness“ wirft mit seinem auffallend effektiven Minimal-Piano und funkelnden Synthesizer-Spritzern Schatten auf das Album. Jeder der zehn Songs ist ein Universum für sich.

Carpenters Renaissance als Musiker wurde durch seine Zusammenarbeit mit Cody Carpenter und Daniel Davies untermauert. Seit dem ersten „Lost Themes“-Album im Jahr 2015 komponieren und treten sie als Trio auf: auf Studioalben, auf Soundtracks und auf der Bühne. Hier erreicht das Trio eine neue Ebene der kreativen Geistesverschmelzung. Im Zusammenspiel von Davies’ Gitarre und den sich duellierenden Synthesizern der CARPENTERs entstehen reichhaltig gerenderte Welten.

John über den Songwriting-Prozess des Trios:
„We begin with a theme, a bass line, a pad, something that sounds good and will lead us to the next layer. We then just keep adding on from there. We understand each other’s strengths and weaknesses, how to communicate without words, and the process is easier now than it was in the beginning. We’ve matured.”

Fazit

"Lost Themes III: Alive After Death" ist wirklich ein bemerkenswertes Album. Es entführt den Hörer in ferne Soundtrackwelten, die sicherlich den Hauch der 80er und 90er einatmen und dennoch zeitgemäß daherkommen. John Carpenter meldet sich mit "Lost Themes III: Alive After Death" wahrlich stimmungsvoll zurück.

Gesamtwertung

72%

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