Wenn du auf der Suche nach tiefgründigen, tonnenschweren Klanglandschaften bist, die sich zwischen atmosphärischem Sludge, Post-Metal und emotionalem Post-Rock bewegen, solltest du einen Blick auf die portugiesische Formation Thrownness werfen. Die Band aus Lissabon hat mit "Marrow Part II: A Fire Through The Ether" das zweite Kapitel ihrer musikalischen Reise aufgeschlagen. Erschienen ist die neue EP über das Underground-Label Raging Planet Records. Das Werk setzt die künstlerische Entwicklung fort, die das Quartett im Jahr 2024 mit der Veröffentlichung der ersten "Marrow"-EP begonnen hatte.
Ein festes Line-up und gemeinschaftliches Songwriting In den vergangenen Jahren hatte die Formation aus der portugiesischen Hauptstadt mit mehreren Besetzungswechseln zu kämpfen. Inzwischen hat sich jedoch eine stabile und eingespielte Aufstellung gefunden, die das von Gründer Kévin Guimet ins Leben gerufene Konzept geschlossen nach vorne trägt. Neben Guimet, der für Gitarre und Gesang verantwortlich ist, besteht Thrownness heute aus Bassist und Sänger Micas, Gitarrist Tiago Rodrigues sowie Schlagzeuger João Fernandes. Die einzelnen Mitglieder bringen vielseitige Erfahrungen aus der lokalen Musikszene mit: Micas war unter anderem bei Reia Cibele und Deathclean.xo aktiv, während Tiago Rodrigues durch seine Arbeit bei Moloch und ReignOverClouds bekannt ist. Während der Produktionsphase im Jahr 2025 unterstützte zudem André Martins von der Band Skyllar die Gruppe als Session-Schlagzeuger. Für die finale Tonaufnahme zeichnet André Isidro verantwortlich.
Im Vergleich zum Vorgängerwerk zeichnet sich "Marrow Part II: A Fire Through The Ether" durch eine veränderte Herangehensweise beim Schreiben der Songs aus. Während die ersten Stücke noch primär von Kévin Guimet im Alleingang entwickelt wurden, brachte sich für die neue EP die gesamte Besetzung aktiv in den Entstehungsprozess ein. Dieser kollektive Ansatz verleiht dem Material spürbar mehr Intensität, Schärfe und eine dichtere Struktur.
Dissonante Schwere und atmosphärische Weite Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit sind drei epische, lang angelegte Kompositionen, die als musikalische Narrative aufgebaut sind. Thrownness verbinden monolithische, zähflüssige Riffs und die träge Dissonanz des Sludge und Doom Metal mit weitläufigen, experimentellen Passagen, die im Post-Rock verwurzelt sind. Ruhige, nachdenkliche Momente wechseln sich ab mit extremen Wutausbrüchen und münden regelmäßig in kathartische Höhepunkte.
Inhaltlich verarbeiten Thrownness auf dem Minialbum schwere Themen. Die Stücke bieten Raum für Trauer und Verlust, erweisen Verstorbenen die Ehre und setzen sich mit den Belastungen auseinander, die das Leben mit sich bringt. Die Auseinandersetzung mit diesen emotionalen Abgründen verleiht der Musik eine spürbare Dringlichkeit. Hörende, die Gefallen an Bands wie Neurosis, Cult of Luna oder Amenra finden, erhalten mit der Veröffentlichung ein emotional forderndes und vielschichtiges Werk.
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