Seit zwei Jahrzehnten steht das Schweizer Extrem-Metal-Kollektiv Rorcal für kompromisslose Dunkelheit und musikalische Grenzüberschreitungen. Wenn du die Entwicklung der Genfer Formation seit ihrer Gründung im Jahr 2006 verfolgt hast, weißt du, dass dich bei ihren Veröffentlichungen keine leichte Kost erwartet. Mit dem neuen Album „Mahre“ wagt sich das Quintett nun an ein frisches Konzeptwerk, das psychologische Beklemmung und extreme musikalische Härte miteinander verbindet.
Träume als ansteckendes Virus Inhaltlich dreht sich das neue Album um eine zutiefst verstörende Prämisse: Was passiert, wenn Träume nicht mehr als Zufluchtsort vor der Realität dienen, sondern zu einer schleichenden Infektion werden? Auf „Mahre“ wird der Schlaf zum Überträger einer gedanklichen Krankheit. Ein Traum wandert von einer schlafenden Person zur nächsten und verändert sich mit jeder Ansteckung. Was als gewöhnlicher Schlaf beginnt, verwandelt sich schrittweise in einen endlosen Albtraum, der seine Opfer vollständig vereinnahmt.
Die lyrische Welt des Albums zeichnet das Bild eines Ruinenuniversums, in dem Schatten zu Dämonen werden und der Verstand in einer ausweglosen Schleife gefangen bleibt. Selbst das scheinbare Erwachen bringt in diesem Konzept keine Erlösung, da der Morgen lediglich die Fortsetzung der Nacht darstellt. Wenn du dich in diese klangliche Erzählung vertiefst, wirst du mit einer Szenerie konfrontiert, in der das Bewusstsein die eigene Ausweglosigkeit nur noch deutlicher hervortreten lässt.
Zwischen Doom, Black Metal und Industrial Musikalisch nutzen Rorcal die thematische Vorlage für eine besonders beklemmende Soundlandschaft. Die Schweizer verweben die gewaltige Schwere des Doom Metal mit der schneidenden Härte des Black Metal. Hinzu kommen abrasive Industrial-Elemente und hypnotische Drone-Passagen. Die verschiedenen Stilrichtungen dienen der Band dabei nicht als reiner Selbstzweck, sondern als Baustoffe für eine klangliche Architektur, die gezielt darauf ausgelegt ist, beim Hören ein Gefühl von Enge, Beklemmung und Orientierungslosigkeit zu erzeugen.
Das Album wurde von der Band in Eigenregie geschrieben, komponiert und produziert. Für die Aufnahmen sowie das anschließende Mixing und Mastering zeichnet Thomas „Drop“ Betrisey verantwortlich, der den vielschichtigen Kompositionen den passenden klanglichen Rahmen verliehen hat.
Besetzung und Veröffentlichung Rorcal bestehen in der aktuellen Besetzung aus Sänger Yonni Chapatte, Schlagzeuger und Elektroniker Ron Lahyani, Gitarrist und Elektroniker Jean-Philippe Schopfer, Gitarrist Diogo Almeida sowie Bassist Jeremy Spagnolo. Über die Dauer ihres 20-jährigen Bestehens hat die Gruppe bereits sechs reguläre Alben sowie diverse Kollaborationen veröffentlicht. Auch auf ihrem neuesten Werk setzen die Musiker weniger auf plumpe Aggression, sondern vor allem auf Atmosphäre, Wiederholung und psychologische Spannung.
„Mahre“ erscheint am 25. September 2026 über das Label Humus Records.
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