Ich habe einfach meine Gitarre geschnappt, und 'The Food Inflation Blues' kam einfach so heraus.
Humor als Protestmittel gegen den Alltagsschmerz
Musikalisch präsentiert sich das Stück als Geschichte im Shuffle-Beat, in der Westphal den Schock beim Blick auf die Preisschilder verarbeitet. In seinen Texten beschreibt er mit einem Augenzwinkern, wie ihm beim Anblick der Fleisch- und Gemüsepreise fast die Tränen kamen. Im Refrain hinterfragt er spöttisch die Erklärungsversuche der Händler: Ein fiktiver Supermarktleiter liefert die typischen Ausreden wie steigende Dieselkosten, Importzölle, den Klimawandel oder höhere Löhne – bis die Abendnachrichten die Scharade auflösen und die Rekordgewinne der Konzerne enthüllen.Der Ansatz, ernsthafte gesellschaftliche Themen mit Humor zu verpacken, hat in der Songwriter-Tradition eine lange Geschichte. Während wütende Protestsongs oft nur diejenigen erreichen, die ohnehin schon derselben Meinung sind, bricht eine humorvolle Zeile die Abwehrhaltungen beim Zuhören auf. Kevin Westphal reiht sich damit in eine Tradition bekannter Künstler wie Randy Newman, Tom Lehrer, Ray Davies von den Kinks, Warren Zevon, John Prine oder Arlo Guthrie ein, die schwierige Themen seit Jahrzehnten mit Ironie und Leichtigkeit auf den Punkt bringen.
Diese Herangehensweise ist für den Künstler nicht neu. Bereits Anfang der 2000er-Jahre landete er mit "The Gas Song" einen Überraschungserfolg im kanadischen Radio, indem er den Frust über hohe Benzinpreise thematisierte. Der Song führte Jahre später zu einer engen Freundschaft mit der kanadischen Country-Legende Stompin' Tom Connors, nachdem dessen Lead-Gitarrist das Stück während einer Welle steigender Treibstoffpreise auf Tournee spielte. Von 2005 bis 2012 verband die beiden Musiker eine enge Weggefährtenschaft, die Westphals Ruf als chronistischer Songwriter für den Alltag der Menschen festigte.
Seit fast 15 Jahren verwandelt Westphal regelmäßig die kleinen und großen Ärgernisse des Lebens in eingängige Lieder. In seinem Katalog finden sich Stücke wie "Here's to Our Farmers", "A Typical Day on the 401", "The Barbershop Song" und "The Marijuana Song", die ihm regelmäßig Aufmerksamkeit in Radio-, Fernseh- und Online-Medien wie CTV News einbrachten.
Aufgenommen und produziert wurde "The Food Inflation Blues" von Westphal selbst im Fred Smith Studio in Kitchener. Unterstützt wurde er von Fred Smith an der Lead-Gitarre, Doug Dietrich an der Pedal-Steel-Gitarre, Don McDougall am Schlagzeug sowie Paul Stouffer an den Keyboards, während Westphal selbst den Bass einspielte. Das dazugehörige Musikvideo entstand unter der Regie von Danny Bailey mit Unterstützung von Riley Harrison. Für Kamera und Schnitt zeichnete Inflorescence Bloom verantwortlich. Vor der Kamera übernahm Paul Schultz die Rolle des ausweichenden Supermarktleiters, während Grant Heywood am Schlagzeug und Pete Harrison am Kontrabass den musikalischen Rahmen bildeten.


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