Mastodon – The Hunter

3039 0 3 27. Oktober 2011
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Titel:The Hunter (Deluxe Edition)
EAN:0016861767556
Label:Roadrunner Records (Warner)
Release:2011-09-23

Das gemeine Mastodon hat einen Rüssel, zwei Stoßzähne und lebt… schon lange nicht mehr, denn die sind weitgehend alle ausgestorben. Das ist schade, mag nun der eine oder andere Archäologe an dieser Stelle denken. “Das ist mit egal!”, sagen widerum die Musik begeisterten, denn für sie gibt es Mastodon immer noch… Oder schon wieder, das hängt jetzt ganz vom Blickwinkel ab. Fakt ist jedoch, dass die vier regen Bengels aus Übersee mindestens genauso rocken, wie die Rüsseltiere in der Eiszeit. Das fünfte Album der Amerikaner ist nun auf dem Markt und wenn man über die Band eines sagen kann, dann das, dass das einzig Beständige die musikalische Unbeständigkeit ist. Und so soll es auch hier wieder sein. Aber überzeugt euch selbst und lest, ob “The Hunter” fortgejagt gehört oder aber ein die Schützengilde der Jägerschaft von Wanne-Eikel von 1895 gehört.

Lebe besser unbeständig…

“Black Tongue” ist nun nicht unbedingt herausragend, kann aber ob seines Pseudo-Progs überzeugen. Stimmige Bridges paaren sich mit kehligem Gesang zu einem durchaus hörbaren Song. Mit “Curl of the Burl” kommt ein schwerfälliger, wenngleich jedoch melodiöses Stück zum Vorschein, ziemlich melancholisch gehalten. Mindestens 2 Gänge härter geht es it “Blasteroid” weiter. Insgesamt inst es ein komplexes Konstrukt verschiedener Geschwindigkeiten, die sich innerhalb des Songs gerne mal ad hoc abwechseln. “Stargasm, der vierte Track auf dem Album, toppt das Ganze nochmal um einen Punkt an musikalischem Wahnsinn. Für alle Octopoden, die keine Freunde haben, kommt nun der offizielle Soundtrack: “Octopus has no friends” ist der fünfte Song des Albums und besticht unter anderem dadurch, dass die Stimme des Frontmanns elektronisch verzerrt wird. Nun gut, wer es mag, der mag es. Meins ist es definitiv nicht.

“All the Heavy lifting” könnte ja eine Hommage an das Leben als Botox-User sein, kommt aber zumindest musikalisch von Natur aus glatt über die Lautsprecher in die Gehörgänge. Mein persönlicher Favorit und ganz klar bester Song auf dem gesamten Scheibe ist “The Hunter”. Dreckig, durch und durch melancholisch und erschafft Weltuntergangsstimmung. Wow! Mit “Dry Bone Valley” ist ein ziemlich klassisch angehauchter Metalsong entstanden, meine persönliche Nummer 2 auf dem Album. Klassisch natürlich im Sinne von Heavy Metal, nicht im Sinne von Klassik. Wenn man bei “Thickening” mitsingen möchte, muss man etwas Geduld mitbringen. Denn zunächst umschwärmen die Ohren Instrumental-Musik der Superlative – komplex und virtuos. Im Verlaufe des Songs kann man aber neben “aaahs” und noch mehr “aaahs” nach Herzenslust mitsingen, was die hauseigene Kehle so hergibt. “Creature Lives” meint nicht etwa das Gehirn von Guido Westerwelle, sondern vielmehr ein elektronisch-lastiges Lied, welches aber gerade zum Ende hin mit einigen Schwächen zu kämpfen hat.

“Spectrelight” haut mich gleich vom ersten Ton an vom Hocker. Und das soll er auch. Heiland, was ist dieser Song kraftvoll. Fulminantes Stück Metalgeschichte. “Bedazzled Fingernails” haut da in eine ähnliche Kerbe, wenngleich der Gesang hier kehliger und die Geschwindigkeit einen Gang langsamer herüber kommt. Das Finale bildet “The Sparrow”, und ich kann euch sagen, dass es wohl für diese Band und dieses Album kein passenderen Abschluss geben kann.

Fazit

Ein furioses Stück Metalkost für psychedelisch-melancholisch angehauchte Metaller.

Gesamtwertung

83%

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