Im Interview mit Tobias Exxel von “Edguy” – Alles zu “Space Police – Defenders Of The Crown”

3184 0 2 8. Mai 2014
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Titel:Space Police-Defenders of the Crown
EAN:0727361328221
Label:Nuclear Blast (Warner)
Release:2014-04-18

Hallo Tobias, erstmal Danke, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Seit unserem letzten Interview zu “Age of the Joker” ( www.spielemagazin.de/interviews/edguy-pur-und-auf-die-zwolf-im-interview-mit-tobias-exxel/ ) sind ein paar Jahre vergangen. Das neue Album trägt nun den Namen “Space Police – Defenders Of The Crown” – der Harlekin hat ausgedient!? Wofür steht der neue Albumtitel?

Nein, unser Harlekin hat ganz sicher nicht ausgedient, aber Du weißt ja sicher, dass er ohnehin nicht durchgehend auf allen unseren Frontcovers vertreten war. Jeder kennt das sicher, allzu oft, wenn man neue, andersartige Ideen hat, kommt jemand, um einem Grenzen und Regeln aufzuzeigen und zu erklären was alles angeblich nicht geht oder nicht zum Erfolg führen wird oder nicht passt oder, oder, oder. Interessanterweise macht die Entwicklung auch vor der Metalszene nicht Halt. Eine Band wie wir bekommt das durchaus gelegentlich zu spüren, sind wir doch schon immer auch etwas anderes gewesen, insbesondere was unser Image betrifft, weil wir nicht solche Düstermänner sind – und das obwohl ich doch so großer Slayer Fan bin 🙂 Anyway, Hartnäckigkeit und großes Selbstvertrauen haben uns schließlich dennoch zum Erfolg gebracht. Tobi hat eine schöne kleine Metapher dazu verfasst, denn wir wollten unser aktuelles Album in einem Studio im Weltraum produzieren, irgendwo, wo es keine Grenzen gibt, nicht mal die Schwerkraft! Aber in unserer kleinen Story sind wir selbst dort nicht sicher vor Regeln und Vorschriften und schwups, da kommt die Space Police um die Ecke und sagt, Halt, Stopp, dat geht so nich! Wir haben einen Weg gefunden es trotzdem so zu machen wie wir wollen, und verteidigen so unsere Krone des lustigen, manchmal zugegebenerweise albernen, aber oft selbstironischen und versteckt tiefgründigen Metal, von mir aus nenne es Happy Metal oder einfach nur Metal oder Rock&Metal… We’re the Defenders Of The Crown!

Wie ist euer Album dieses Mal entstanden? Gab es Änderungen zum Vorgänger?

Ich kann mich gut an unser erstes Zusammentreffen erinnern, nach einer längeren Pause im August letzten Jahres. Als wir unsere Gedanken zur neuen Platte austauschten, habe ich den Wunsch geäußert, wieder eine härtere Platte machen zu wollen. Nicht aus Berechnung, sondern schlicht, weil ich ebenso auf die härteren Sachen abfahre, egal ob von Edguy oder von vielen, vielen anderen geilen Bands. Allein der Wunsch reicht natürlich nicht aus, die Ideen die vorhanden sind, müssen dazu passen und es darf nicht gekünstelt wirken. Oh Mann, der Eggi will unbedingt härter, also spielen wir halt das Riff xy einfach schneller und verzerren noch stärker, bis er zufrieden ist! 🙂 Haha, nein so klappt es natürlich nicht. Und das schöne ist, die Ideen haben zu 100 Prozent gepasst, und so ist das alles letztlich auf ganz natürlichem Wege entstanden und wir sind alle mächtig stolz darauf!

Erzähl uns doch bitte etwas über die Produktion des Albums. Wann haben die Aufnahmen begonnen, wo habt ihr das Album aufgenommen und wie lange hat es gedauert?

Alles begann in unserem guten alten Proberaum in Fulda. Los ging es im September letzten Jahres. Nachdem wir alle Songs im Proberaum ausgearbeitet hatten, gingen wir bereits im November ins Studio nach Wolfsburg. Unser Produzent Sascha Paeth war schwer überrascht, wie extrem gut wir nach der kurzen Zeit vorbereitet waren. Wir waren absolut wild darauf, wieder ein Album zu machen und haben uns selbst einem viel größeren Zeitdruck ausgesetzt, ganz anderes als wir das jemals zuvor gemacht haben, denn wir wollten die Platte im Frühjahr 2014 veröffentlichen. Ich denke das bemerkenswerte daran war, dass wir uns bei allen Songs auf das Wesentliche und auf unsere größten Stärken konzentriert haben und vielen Schnickschnack links liegen ließen. Ich kann absolut sagen, dass dies mein persönliches Lieblingsalbum von uns geworden ist. Da freut einen die wahnsinnig tolle Resonanz der Fans umso mehr!!!

“The Eternal Wayfarer” hat eine Spielzeit von knapp 9 Minuten. Ist es besonders komplex einen solchen Song aufzunehmen?

Nein, ist es nicht. Sicherlich dauert es ohne Frage länger, solch einen Song auszuarbeiten. Man muss noch viel intensiver darauf achten, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und man muss sehr emotional spielen und singen, viele kleine Details erhalten noch viel größere Bedeutung, nicht selten völlig unbewusst. Für mich persönlich funktioniert das am besten, wenn ich so eine Nummer von vorne bis hinten zusammen mit den Drums aufnehme, ohne die vermeintlichen Vorteile der Technik zu nutzen und hier und da absetze, wenn ich mal einen Fehler machen sollte oder etwas spiele was mir so nicht gefällt. Dann fange ich gerne wieder ganz von vorne an. Die eigentliche Entwicklungsarbeit sollte aber bereits im Proberaum stattgefunden haben!

Was war der schwierigste Song des Albums? Welcher hat euch die meiste Zeit und die meisten Nerven gekostet?

Oh das weiß ich gar nicht mehr. Ich kann mich nur ein eine ganz besondere Situation gut erinnern. Wenn ich ehrlich bin, als wir den Song Love Tyger angefangen haben und ich die ersten Demos gehört habe, fand ich den Song ziemlich schwach und habe zeitweise sogar nicht mal gedacht, dass wir den bis zum Ende durcharbeiten würden. Daher habe ich auch ganz sicher in keinster Weise gedacht, dass der Hitpotential haben würde. Wenn man zunächst mit irgendeinem Song oder einer groben Idee auf Kriegsfuß steht, fällt es natürlich deutlich schwerer sich damit zu beschäftigen. Es passiert übrigens recht oft, dass der erste Eindruck, den ich von einem Edguy Song gewinne, nachher ein ganz anderer ist, wenn er fertig aufgenommen ist. Da gibt es manchmal ganz schöne Überraschungen. Love Tyger ist eine absolut geile Nummer geworden, definitiv einer meiner Lieblingssongs!

Was war das verrückteste Geschenk, dass ihr jemals von einem Fan bekommen habt?

Da gibt es so einige. Vor vielen Jahren hat ein Franzose mal falsche Edguy Briefmarken hergestellt, damals mit dem Mandrake Cover, aber so unglaublich liebevoll und detailliert, dass man nie drauf gekommen wäre, dass sie nicht echt sein könnten. Ich habe damals sogar einen Brief mit einer dieser Marken von Paris aus nach Hause geschickt und der ist tatsächlich angekommen!

Angenommen Geld würde keine Rolle spielen und so ziemlich alles wäre möglich: Wo würdet ihr gerne einmal auftreten?

Auf der ISS oder noch besser auf dem Mond! Da ich von der Raumfahrt ohnehin wahnsinnig fasziniert bin, würde das im Moment natürlich perfekt zu unserem Albumkonzept passen. Wenigstens können wir uns vielleicht diesen Wunsch erfüllen, indem wir unsere Bühne so aussehen lassen, als würden wir zusammen mit unseren Fans durchs Weltall reisen!

Was sind deine persönlichen Top-Alben bisher in 2014?

Halte mich nicht für verrückt, aber ich habe mir in diesem Jahr noch kaum aktuelle CDs angehört. Ich bin einfach noch zu sehr von unserer eigenen CD vereinnahmt.

Die letzten Worte gehören euch! Was möchtet ihr euren Fans und unseren Lesen noch sagen?

Hoffe, wir sehen uns bald auf Tour, entweder in Eurer Heimatstadt oder in riesigen Raumschiffen, dass wir irgendwo in Euren Städten platzieren. Sie werden genauso aussehen, wie die Konzerthalle, die dort gerade noch stand und Ihr werdet nichts davon merken. Sobald die Show losgeht, werdet Ihr ein starkes Vibrieren spüren und das Raumschiff hebt ab und dann fliegen wir zusammen ne Runde durchs Weltall. Einmal zur Sonne und zurück, ein Tempolimit wird es nicht geben!

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