Im Interview mit Mentally Blind

282 0 13 18. Januar 2021
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Zuallererst: Danke, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview genommen habt. Würdest du so freundlich sein, dich und die Band kurz vorzustellen?

Hi. Wir sind Mentally Blind aus Polen! Das ist Filip – Gitarrist, Sebastian – Schlagzeuger & Marcin – Bassist.

Wo habt ihr euch kennengelernt und wie lange spielt ihr jetzt schon zusammen?

Filip: Wir spielen jetzt schon seit sechs Jahren zusammen und haben uns alle online kennengelernt. Nach dem Weggang der vorherigen Mitglieder habe ich nach einer neuen Crew gesucht, mit der ich die “Perception” EP live aufführen konnte. Um in die Band zu kommen, musste man eine Aufnahme einreichen, auf der man “Our Curse” spielt – eine der Singles von dieser EP. Das half mir, einige der Kandidaten schnell auszusortieren und lud am Ende Marcin und Sebastian in die Band ein, da sie sich immer wieder als Meister ihres Fachs erwiesen.

Wie würdet ihr euch Musik für beschreiben, wenn man sie noch nie gesehen und/oder gehört hat?

Filip: Ich nehme an, dass es ein moderner Metalcore mit einem unverwechselbaren Sound ist, der sich nicht davor scheut, aus klassischeren, metallischen Riffs zu schöpfen. Riffs sind eine Sache, die für uns immer noch ziemlich wichtig ist und ich glaube, das ist es, was uns von einigen der anderen Metalcore-Bands abhebt. Trotz einiger klassischer Referenzen geben wir uns immer noch viel Mühe, unsere Produktionen frisch klingen zu lassen, und wir zögern nicht, mit Samples und Elektronik zu experimentieren.

In unserem Review zu eurem Debütalbum haben wir eure Musik mit Bands wie “Northlane” und “Bring me the horizon” verglichen, um dem Leser einen groben Eindruck vom Sound zu vermitteln. Sind euch solche Vergleiche eher unangenehm, freut ihr euch darüber oder seht ihr es vielleicht ganz anders?

Marcin: Das stört uns überhaupt nicht! Northlane & Bring Me The Horizon sind einige der Bands, die wir seit ihren frühen Tagen verfolgen und wir müssen zugeben, dass sie einen großen Einfluss auf den “Stage: Zero” Schreibprozess hatten. Dennoch denke ich, dass man sich das gesamte Album anhören muss, um den wahren Charakter von Mentally Blind zu entdecken.

Kannst du uns einen Einblick in die Aufnahme des Albums geben? Wo wurde es aufgenommen, wie lange habt ihr im Studio gearbeitet und wie würdet ihr den kreativen und Aufnahmeprozess des Albums beschreiben?

Filip: Wir haben mit den Aufnahmen für Stage: Zero im Jahr 2017. Ich habe zu der Zeit im Aurora Studio als Toningenieur/Produzent gearbeitet. Wir haben hauptsächlich Metal-Bands aufgenommen. Ich habe das Equipment im Studio benutzt, um die Tracks für unser Album nach Feierabend aufzunehmen. Aufgrund dieses Workflows haben wir ungefähr zwei Jahre gebraucht, um das ganze Ding fertig zu bekommen. Was den Aufnahmeprozess selbst angeht, haben wir einen ungewöhnlichen Ansatz gewählt, da wir mit den Gitarren und dem Gesang begonnen haben und dann zum Schlagzeug und schließlich zum Bass übergegangen sind, so dass wir einige der Instrumentalparts neu arrangieren konnten, während wir noch an den Vocals und den Gitarren arbeiteten. Wir bearbeiten die Gitarrenparts und Samples sehr oft, nachdem wir den Gesang aufgenommen haben, und genau so war es auch bei diesem Album. Ich versuche immer, alle Elemente so perfekt wie möglich aufeinander abzustimmen. Nachdem ich die Vocals aufgenommen habe, schreibe ich sie als MIDI auf und analysiere, ob das alles zusammenpasst. Das erforderte sofort einige Änderungen an den Drum- und Bass-Arrangements, die wir ohne diese Art der Herangehensweise wahrscheinlich nie umgesetzt hätten.

Wie hat die COVID-19-Pandemie den Songwriting-Prozess für Sie beeinflusst? Hatte sie überhaupt einen Effekt?

Sebastian: Um ehrlich zu sein – hatte sie nicht. Wir schreiben selten Songs zusammen in unserem Proberaum. Normalerweise werden die meisten Arrangements von uns am PC gemacht und wir arbeiten online an ihnen. So kann sich jeder die frühen Demos anhören und sehen, ob der Song in die richtige Richtung geht. Erst wenn die meisten Kompositionen fertig sind, versuchen wir, sie gemeinsam zu proben.

Wenn du die Möglichkeit hättest, etwas an der Musikindustrie zu ändern, was wäre das?

Filip: Ich würde mir wünschen, dass die großen Labels anfangen, das junge Publikum zu erziehen und mehr Risiko eingehen, indem sie mehr einzigartige Künstler unter Vertrag nehmen, anstatt sich nur auf das Geschäft zu konzentrieren. Auf diese Weise könnten viele wertvolle Musiker aus der Underground-Szene abheben. In Polen beginnt das allmählich zu passieren, aber es ist immer noch eine Randerscheinung.

Welche Art von Musik hast du in deiner Kindheit gemocht?

Filip: Ich habe eigentlich Metal gehört, seit ich 7 Jahre alt war. Ich habe einige klassische polnische Kinderlieder genossen. Da gibt es diese berühmte polnische Sängerin – Majka Jeżowska. In den 90er Jahren kannte wahrscheinlich jedes einzelne Kind ihre Lieder. Abgesehen davon ist mein ewiges “guilty pleasure” sicherlich Tatu.

Da wir ein Gaming-Magazin sind: Ist Gaming irgendwie Teil deines Lebens? Spielst du irgendwelche Spiele auf PC oder Konsolen? Und wenn ja, welche?

Filip: Früher habe ich öfter Spiele gespielt, aber jetzt mache ich das nur noch selten. Mein Bruder hingegen beschäftigt sich sehr viel mit der Konsole. Wenn ich nach Hause komme, kann ich nie auf ein Fifa- oder Battlefront-Match verzichten.

Sebastian: Ein weiterer lustiger Fakt ist, dass ich nicht nur Schlagzeug in der Band spiele, sondern auch einige cineastische Kompositionen mache. Einer meiner Tracks namens “The Time Machine”, der über 2 Millionen Views auf YouTube erreicht hat, ist dank eines YouTubers namens German Lets Play, der meine Musik in seinen Videos verwendet, sehr beliebt unter den deutschen Gamern.

Und zu guter Letzt: Gibt es etwas, das ihr euren Fans und unseren Lesern sagen möchtet?

Ich möchte unseren Fans für all die Unterstützung danken, die sie uns durch das Hören unserer Musik oder den Kauf unseres Albums gegeben haben. Abschließend möchte ich alle Leser dazu ermutigen, sich mit dem Inhalt von Stage: Zero vertraut zu machen – ich garantiere, dass Sie es nicht bereuen werden! Macht’s gut!


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