“Confesssion To A Future Lover” – das neue Video von Joanna Gemma Auguri

365 0 21 2. Februar 2021
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Die Singer-Songwriterin Joanna Gemma Auguri, die mit ihrem Akkordeonspiel auch in einem düsteren Cabaret nicht fehl am Platze wäre, hat in ihrem neuen Video einige Beichten an einen zukünftigen Liebhaber zu machen.

Das Akkordeon als Drone-Instrument, wie eine atmende Zeitmaschine.
Joanna Gemma Auguri ist eine Liebhaberin melancholischer Melodien, die fast die Hälfte ihres Lebens in Berlin lebt. Eine Clubsängerin aus den 1920er Jahren, die ins 21. Jahrhundert gereist ist. Ihre Liebe zur Musik wurde schon als Kind im katholischen Kirchenchor geweckt und zieht sich seitdem wie ein roter Faden durch ihre Biographie. Das Aufwachsen zwischen zwei Ländern und Kulturen formte sie zu einer Künstlerin mit polnischen Wurzeln, die durch ihre ungewöhnlichen Instrumente und ihre einzigartige Stimme auffällt. Die Erzählweise und Zeitlosigkeit ihrer Songs erinnern an Scott Walkers oder Nick Caves außerweltliche Intensität. Ihre Live-Konzerte erinnern an ein Ritual und sind ein tiefgreifender Dialog mit dem Publikum. Das Akkordeon als Drone-Instrument, wie eine atmende Zeitmaschine. Ihr Sound ist eine Mischung von Stilen, ein avantgardistischer Spagat zwischen dunklem Folk, Poesie, Film – und schön-trauriger Popmusik. Joanna Gemma Auguri nahm zwei Alben in Zusammenarbeit mit Antonii Maovvii für ihre Funeral-Folk-Band The Cold Hand auf und wirkte als Sängerin und Co-Autorin bei der Produktion von zwei Alben der populären deutschen Band Poems For Laila. Sie sang die Vocals für die wunderschöne Version von Mein Zwilling, mein Verlorener auf Aidan Bakers gefeiertem Album Already Drowning ein. In den letzten 10 Jahren spielte sie Shows in ganz Europa und Neuseeland. Ihre Debüt-EP Green Water kam 2016 heraus und nun arbeitet sie weiter an ihrer Solokarriere.

Wie sehr offenbart man die Risse im Inneren, wenn man sich dem anderen nähert?
Confession To A Future Lover ist die erste Single von dem neuen Album 11, das im Winter 2021 erscheinen soll. Wie sehr offenbart man die Risse im Inneren, wenn man sich dem anderen nähert? Welche Schichten ist man bereit abzulegen? Es ist eine Auseinandersetzung mit der Balance zwischen Autonomie und Verbindung als auch mit der Frage von Authentizität. Der Song entstand in absoluter Abgeschiedenheit in einem alten Bauernhaus an der Ostsee.

Mit ihren eigenen Worten:

“Manchmal glaube ich, ich habe eine Million Leben gelebt – wie oft stirbt man während eines Lebens, wie oft erschafft man sich neu? Ich war fünf Jahre alt, als wir nach Deutschland eingewandert sind, und ich erinnere mich an das Gefühl, fremd in einem Land zu sein. Dieses Gefühl bewegt mich bis heute. Mit 16 Jahren bin ich von zu Hause ausgezogen, habe auf der Straße gelebt und die Grenzen ausgelotet. Später studierte ich Schauspiel, arbeitete als Barkeeperin und Schauspielerin, sang als Kabarettsängerin in Nachtclubs und Theatern und arbeitete jahrelang als Kuratorin für Veranstaltungsorte und Festivals. Hungrig und getrieben zwischen den Welten, war Musik immer in mir und das Bedürfnis, die Dinge, die ich in der Welt sah, zu verdauen und auszudrücken. Zwischenmenschliches und der Mensch im Kontext zur Natur, die für mich die größte Quelle des Trostes und der Inspiration ist. Ironischerweise frage ich mich oft, ob ich schreibe, um die Risse und das Drama in meinem persönlichen Leben zu verarbeiten, oder ob ich manch Drama geschaffen habe, um schreiben zu können. Wie auch immer, Musik zu schreiben ist ein Weg, sich mit anderen zu verbinden und mit ihnen zu kommunizieren, ohne die gleiche Sprache sprechen zu müssen. Die ersten Erfahrungen, Menschen bei meinen Konzerten weinen zu sehen, haben mich gerührt. Mir wurde klar, dass ich in der Lage bin, einen Raum zu erschaffen, in dem die Leute sie selbst sein können, in all ihren Farben und mit all ihren Wahrheiten.” Mich inspiriert die Polyphonie der traditionellen osteuropäischen Volksmusik ebenso wie die außergewöhnliche Musik von Penderecki und Györgi Ligeti, Kompositionen von Kurt Weill und scheinbar bin ich geprägt durch den Sound meiner Gothic-Teenagerjahre wie Dead Can Dance oder Cocteau Twins, herausragende Frauenstimmen wie Maria Callas, Diamanda Galas und Marianne Faithful.”

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