Bonfire – Roots (Almost Unplugged)

773 0 4 20. Januar 2021
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Kleine, wahre Geschichte: Der hier schreibende Rezensent, war zarte 12 Jahre alt, als er seiner Mutter auftrug, dem Weihnachtsmann im Jahre 1987 mitzuteilen, dass er sich ein Musik-Album wünsche. Das Album, das es werden sollte: “Fireworks”, das zweite Studioalbum der deutschen Hard-Rock-Band Bonfire, damals noch quasi taufrisch und gerade erst erhältlich. Später lag die Schallplatte tatsächlich unter dem Weihnachtsbaum. Es war der Beginn einer langen, bis heute andauernden Reise beginnend auf dem Härtegrad eben dieses Albums, später dann über Umwege via Cinderella und White Lion hin zu Slayer, Metallica, Slipknot bis hin zu Northlane. Das mal so als Einordnung im Zeitraffer. Ach ja: Eine Schallplatte ist eine kreisförmige und meistens schwarze Scheibe, die Musik abspielte. Mit einem sog. “Plattenspieler”. Nähere Informationen dazu erhältst du hier.

Zurück zu den Wurzeln

Eine Ironie des Schicksals, dass nun das neue Album “Roots” von Bonfire über meinen Tisch segelt und sich irgendwie der Kreis zumindest mal vorläufig schließt. Denn Folgendes wollen wir festhalten: Die Schallplatte hat ihre besten Zeiten hinter sich, existiert aber immer noch. Das Braunkehlchen (lat. Saxicola rubetra), Vogel des Jahres 1987, existiert ebenfalls immer noch. Und auch der Rezensent und “Bonfire” teilen dieses Schicksal, denn auch wenn beide Seiten durch unterschiedlichste Phasen des Lebens und Schaffens geschritten sind, so waren sie doch nicht kleinzukriegen.

Bei “Roots” handelt es sich wiederum um ein “Almost Unplugged”-Album, also folgt nach „Fistful Of Fire“, einer der bisher härtesten Bonfire-Scheiben, nun ein eher softes Werk. Die Hintergründe dazu sind allerdings bemerkenswert. Der Release von „Fistful Of Fire“ stand aufgrund der weltweiten Corona Pandemie unter einem schlechten Stern – die Läden hatten schon kurz nach dem Release dicht und auch die geplante Tour musste verschoben und dann gänzlich gecancelt werden. So kam es, dass die Band bis zum heutigen Tage noch keine einzige Live Show spielen konnte, in der sie das brandneue Album im Gepäck hatte. Ziemlich krass – insbesondere, wenn man bedenkt, dass Musiker Musik für Publikum machen. Das schmerzt persönlich sehr, wenn man das – was man gut kann und ein Leben lang gemacht hat – aufgrund solcher Umstände nicht machen kann.

Doch die Ingolstädter haben beschlossen sich davon nicht unterkriegen zu lassen. Und so wurden Pläne für ein neues Projekt geschmiedet. Man ging im Sommer 2020 erneut in die „Flatliners Recording Studios“, um die Scheibe „Roots“ in Angriff zu nehmen. Es ist ein herausragendes “Almost Unplugged” Album entstanden, dass mit Interpretationen von 24 Tracks aus der eigenen Bandgeschichte aufwartet, die nun für die Ewigkeit auf Langrille festgehalten wurden. Von sehr jungen Balladen wie „When An Old Man Cries“ über alte Evergreens wie „You Make Me Feel“, alten Rock Hits wie „Ready 4 Reaction“ und “American Nights”, aber auch angehenden Rock Hymnen „The Devil Made Me Do It“ ist wirklich aus jeder Phase der Band und für jeden Fan was dabei. Zudem enthalt der Silberling noch 5 Bonus Songs, die eigens auf Fanwunsch entstanden und im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne geschrieben und aufgenommen wurden.

Bemerkenswert, wie doch insbesondere die alten Stücke wie “American Nights” oder “You make me feel” in dieser Almost Unplugged-Unplugged noch funktionieren und sofort wieder Erinnerungen an gute, alte Zeiten wecken. Meine persönlichen Anspieltipps: “Give It A Try” und “Ready 4 Reaction”

Bonfire – Roots Tracklist

CD1
01 – Starin’ Eyes
02 – American Nights
03 – Let Me Be Your Water
04 – The Price Of Loving You
05 – Comin´ Home
06 – Ready 4 Reaction
07 – Give It A Try
08 – Sleeping All Alone
09 – Who´s Foolin´ Who
10 – Why Is It Never Enough

CD2
01 – Fantasy
02 – When An Old Man Cries
03 – Love Don´t Lie
04 – Lonely Nights
05 – Under Blue Skies
06 – You Make Me Feel
07 – No More
08 – The Devil Made Me Do It
09 – Without You
10 – Your Love Is Heaven To Me
11 – Piece Of My
12 – Youngbloods
13 – Our Hearts Don´t Feel The Same
14 – Wolfmen

Fazit

Die Wertung kommt nicht von ungefähr. "Bonfire" spielt nicht nur ein paar meiner und eurer Hits der Bandgeschichte als Unplugged neu ein, sondern verleiht ihnen ganz nebenbei ein Facelift. Da die Verbindung der Band und mir 1987 beginnt und das Album diesen Spitzenwertung zweifelsfrei verdient, wollen wir uns nicht lumpen lassen.

Gesamtwertung

87%

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