BLUE LAB BEATS veröffentlichen die neue Single “Blow You Away (Delilah)” feat. Ghetto Boy

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Besagte EP, ihre erste fürs renommierte Label Blue Note, heißt “We Will Rise”: fünf neue Songs, die ganz klar als Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen zu verstehen sind. Viel Herzblut steckt in diesen Songs, die vor allem Hoffnung und Zuversicht spenden sollen, als Gegenpol zu Rassismus und Vorurteilen gemeint sind, zu visuellen Aufregern aller Art. Die erste Single “Blow You Away (Delilah)” feat. Ghetto Boy unterstreicht dabei, dass es ihnen auch einfach um Ausgelassenheit geht – um Gute-Laune-Sound.

“Wir hatten eigentlich eine Tour geplant, als die Pandemie losging und alles abgesagt werden musste”, erzählt NK-OK, der im Lockdown gut 30 Beats gebaut hat, obwohl er zwischenzeitlich eine Pause einlegen musste (seine ganze Familie infizierte sich mit Covid19, sein Vater musste sogar ins Krankenhaus).

“Wir machten Pause. Wir probierten neue Ideen aus. Wir arbeiteten mit ganz vielen Gästen. Aber richtig inspirierend war dann der Moment, als die Black Lives Matter-Bewegung wieder richtig losging. Da war so viel Grausames zu sehen, so viele Bilder, die unseren Leuten einfach nur schaden. Wir wollten eine heilende Decke aus neuer Musik darüber ausbreiten.”

Die erste Single “Blow You Away (Delilah)” von der EP ist mit einem massiven Beat unterlegt, Live Percussion und Drums, flankiert von den Bläsern Beésau (Trompete) und Kaidi Akinnibi (Tenor-Saxofon). Ans Mic tritt dazu der zwischen London und Accra lebende Sänger Ghetto Boy – der “Prince der Afrobeats-Szene”, der seinen eigenen Part auch gleich selbst produzierte.

“Er ging sofort ab auf den Track”, sagt NK-OK, “und was er uns zurückschickte war einfach nur der Hammer: Seine Ad-libs, wie er die Worte verdreht, sie anders intoniert, sie verformt – und mit guten Kopfhörern hört sich das Ergebnis richtig krass 3D an.” Der für Gitarren, Bass und Marimba-Sounds (am Keyboard) verantwortliche Mr. DM sagt, sie hätten “so viel Burna Boy und WizKid gehört”, dass sie “diesen elektronischen Afrobeats-Sound einfach auch noch einbringen wollten, zusätzlich zu den alten Afrobeat-Sachen, mit den wir aufgewachsen sind.”

Insgesamt schlagen sie mit “Blow You Away (Delilah)” eine Brücke zum klassischen Afrobeat à la Fela Kuti, denn hier kommen Zeitgenössisches (Afrobeats) und Tradition (Afrobeat) zusammen: Ein Mix aus ganz vielen Instrumenten. Und: “Man kann dazu ganz klar tanzen.”

Der Vibe dieser neuen Songs, ihre ganze Einstellung, ihre Haltung: Sie ist klar zu spüren auf “We Will Rise”. Und sie werden damit weiter aufsteigen: Mehr Leute erreichen, mehr Menschen zum Tanzen bewegen. “Trotz all dem, was passiert ist, werden wir wieder auf die Beine kommen”, sind sie sich sicher. “Wir werden es schaffen, da durch zu kommen.”

“Viele unserer Stücke sind Instrumentaltracks, was die Sache einfach zugänglicher macht”, meint NK-OK, bürgerlich Namali Kwaten (22), über ihre Mischung aus Synths & Beats, die ihnen neben richtig viel Airplay in UK schon gut 25 Millionen Streams beschert hat, dazu Auftritte in Glastonbury, beim Afropunk Fest und im Vorprogramm von Leuten wie Roy Ayers, Thundercat und dem Producer/Pianist Kiefer.

Ganz zu Beginn war Blue Lab Beats ein klassisches Schlafzimmer-Projekt: Sie machten Remixes. Auch für echte Popgrößen wie Dua Lipa und Rag’N’Bone Man. Doch bald sollten auch ihre ersten eigenen Songs immer mehr Leute hellhörig machen, besonders in Kreisen, in denen die Leute Jazz genauso feierten wie Grime, Neo-Soul wie Afrobeat, Hip-Hop genauso wie Highlife und Electronica. Auf die “Freedom”-EP aus dem Jahr 2017 (inkl. “Sam Cooke & Marvin Gaye”) folgte 2018 dann ihr Debütalbum XOver – dessen Single “Pineapple” seither alleine gut sechs Millionen Streams verzeichnet.

Ihr Sound überrollt derzeit die globalen Playlisten: Kaum eine Producer-Crew sorgt momentan für ähnlich viel frischen Wind wie Blue Lab Beats aus London. Das Duo selbst definiert die eigene Mission noch ein bisschen anders: Es gehe ihnen eher um eine Einstellung. Um eine Haltung. Um Vibes. Produzent NK-OK und Multiinstrumentalist Mr. DM kreieren im Blue Lab HQ einen Sound, in dem Boom-Bap auf Jazz-Funk und massive Hooks trifft. Die Pioniere des Hip-Hop-Universums sind als Wurzeln genauso zu erkennen wie die Sounds der afrikanischen Diaspora. Auch hört man ihre Heimatstadt ganz klar raus – das aktuelle London und das London der Zukunft.

Zuletzt folgten die programmatisch betitelte EP “Vibe Central” (2019), aufgenommen mit dem Sänger Jodie Abacus und dem GRAMMY-nominierten US-Trompeter Theo Croker, und das 2020 veröffentlichte Album Voyage: Letzteres mit Rap-Parts von Sampa the Great, Bläserparts von Kaidi Akinnibi und Talkbox-Einlagen von DTsoul.

“Viele Künstler sind fast schon schockiert, wenn sie unsere Arbeitsweise im Studio sehen”, berichtet NK-OK. “Sie glauben echt, wir hätten übersinnliche Kräfte. Aber Mr. DM weiß einfach immer, was ich meine und spielt sofort, was gerade fehlt.”

Wie unglaublich eingespielt dieses Team ist, wie gut aufeinander abgestimmt ihre Definition von Rhythmus und Melodie sind, hört man sehr gut auf “Montara” – einer Hip-Hop-Interpretation vom gleichnamigen Track des Vibrafonisten Bobby Hutcherson. Zu hören ist der Song auf dem aktuellen Compilation-Album Blue Note Re:Imagined (2020), auf dem junge, aufstrebende Acts aus UK einige Klassiker aus dem Hause Blue Note neu interpretieren. “Das war echt spannend, mit Blue Note zu arbeiten, wo doch so viele Künstler von dem Label zu unseren wichtigsten Einflüssen zählen. Noch verrückter ist, dass wir jetzt unsere erste eigene EP bei Blue Note veröffentlichen!”


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