Schwaben lauft, Weihnachten kommt!

1799 1 5 15. Dezember 2010
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Titel:Warum man einen Schwaben zum Freund haben sollte: Streifzüge durch die schwäbische Mentalität
EAN:9783920207209
Label:Edition Evangelisches Gemeindeblatt

Frohlocket: Es ist bald wieder Weihnachten. Erneut völlig überraschend und wieder tut keiner was dagegen. Dabei sind die Vorboten des jährlichen Wahnsinns immer dieselben: Die ersten Lebkuchen warnen bereits kurz nach Ostern vor der weihnachtlichen Bedrohung. Und wo sonst die Spezi stand, steht plötzlich Glühwein. Diesem Treiben müsste man einen Riegel vorschieben. Ebenso fehlt es an international verbindlichen Vereinbarungen über die Begrenzung des strategischen Geschenke-Wettrüstens – oder zumindest eindeutigen Absprachen zwischen den Geschlechtern (Socken für den Herrn sind im Gegenzug zu “Manolos” für die Dame nicht akzeptabel).

Wussten Sie, dass im Jahre 1659 in Massachusetts Weihnachten als ungesetzlich erklärt wurde? Erst 1856 wurde Weihnachten dort zum staatlichen Feiertag. Das muss man sich mal vorstellen: Knapp 200 Jahre ohne Weihnachten. Vermutlich war das Christkind seinerzeit täglich auf dem Arbeitsamt – ohne Erfolg. Ursprünglich hatte ich mir dieses Jahr fest vorgenommen, selbst etwas gegen den Weihnachts-Irrsinn zu unternehmen. War bereits auf dem Weg zum Polarkreis, um den Weihnachtsmann zu kidnappen. Das Bekennerschreiben sollte BKA, CIA und F.D.H. auf eine falsche Fährte führen: “Ich habe den Weihnachtsmann! Schickt gefärbte, nicht nummerierte Eier! Der Osterhase!”. Ein genialer Plan. Kurz hinter Ludwigsburg musste ich mein Vorhaben aufgeben. Ich konnte den Polizeibeamten bei der Kontrolle nicht glaubhaft versichern, dass man mit einem Osterhasenkostüm keine Gefahr für den Verkehr darstelle. Ich sei, so die Beamten, ein “falscher Hase” und ich solle “nach Hause hoppeln”. Sehr witzig.

Habe den Hasenkopf also abgesetzt und das Schiebedach wieder geschlossen. Wieder zu Hause angekommen zwickte mich doch dann auch noch meine kesse Nachbarin in den Puschel. Habe Anzeige erstattet. Die Staasanwaltschaft stellte das Verfahren alsbald wieder ein: “Es ist nicht erwiesen, ob es sich zum fraglichen Zeitpunkt um eine sexuelle Nötigung handelt, da der Osterhase bekanntlich nicht existiert”.

Da ich nun wegen des Hausarrests und der elektronischen Fußfessel aktuell keine Möglichkeit mehr sehe, den Weihnachtsmann dieses Jahr noch zu stoppen, werde ich damit beginnen an der internationalen Rentier-Börse zu handeln. Wer meinen Aufruf liest: Wäre an Rentierboxen im Raum Stuttgart interessiert. Zuschriften an dr.knorke@spielemagazin.de

Bildquellenangabe:
Andreas Hermsdorf / pixelio.de


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