Tarja Turunen: Rockwölfin im Schafspelz

12004 0 4 28. November 2010
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Mit ihrem Debüt “My Winter Storm” konnte sich Tarja Turunen 2007 nach ihrer Zeit bei Nightwish auch erfolgreich als Solokünstlerin etablieren. Anfang September erschien nun das neue Album “What Lies Beneath” (siehe Review auf der linken Seite). Grund genug für uns ein Interview mit der hübschen Finnin zu führen.

Nach “My Winter Storm” erschien nun dein neuestes Album auch hierzulande. Inwieweit unterscheidet sich das neue Album von dem Debüt?

Zunächst ist “What Lies Beneath” für mich ein wirklich sehr persönliches Album. Es war eine lange Reise in mein eigenes Ich. Das Album erzählt die Geschichte darüber, wie ich das Leben um mich herum sehe, sowohl als Künstlerin, wie auch als Frau. Das Album ist “direkter”, das Songwriting war geradliniger und das gilt auch für die Produktion. Es dürfte den einen oder anderen überraschen, dass das Album auch härter ist als der Vorgänger. Auch das erste Album ging es um meine Sicht der Dinge, doch diesmal fühlt es sich an wie ein ganz natürlicher Schritt nach vorne…

…den man auch beim Hören der Scheibe bemerkt. Erzähl uns doch bitte mehr über die Aufnahmen. War es eine schwierige Geburt oder ging es vergleichsweise leicht von der Hand?

Die Aufnahmen starteten im Februar in Hollaa, Finnland, in einem Studio namens “Petrax” wo zunächst Bass (Dough Wimbish), Drums (Mike Drrana) und die Gitarren (Alex Scholpp) aufgenommen wurden. Diesmal habe ich mich um alle Belange der Produktion selbst gekümmert, was natürlich ein großer Schritt war. Aber als ich alle Songs fertig geschrieben hatte, wußte ich, dass es genau das war was ich wollte und so entschied ich alles alleine zu machen. Die Vocals nahm ich zu Hause in Finnland und in Buenos Aires auf. Das Orchester und der Chor wurden mit dem Nationalchor- und orchester der Slowakei in ihrer Heimat aufgenommen. Andere Instrumente wie Cella, Keyboards und weitere wurden in Absprache mit den beteiligten Musiker aufgenommen – ich habe nur aus der Ferne ein paar Anweisungen gegeben. Max Lilja (Cello), Christian Kretschmer (Keyboards), Melli Wessem (Ambient Design) und das Abmischen wurde an drei verschiedenen Locations erledigt: London, UK (Colin Richardson, der für seinen Metal Background bekannt ist), Austin, Texas (Tim Palmer, der ein sehr breites musikalisches Spektrum beseitzt) und Slam Andrews in Los Angeles, der tief in der Filmmusik verwurzelt ist. Es war die bisher größte Produktion bisher in meiner Karriere, aber es war eine Menge Spass. Es gab diverse Entscheidungen, die getroffen werden mussten, aber es war eine Freude mit all diesen Personen zusammenzuarbeiten.

Was war die bisher lustigste Sache, die dir in deiner Karriere als professionelle Musikerin passiert ist? Gibt es eine kleine Geschichte?

Einmal sind mir während einer Show die Hosen gerissen. Icht hatte damals schwarze PVC-Hosen an, die waren supereng und ich hatte gelbe Unterwäsche drunter. Ich habe es damals genau gespürt als die Hose gerissen ist, also dreht ich mich in Richtung des Schlagzeugers um und rannte in den Backstagebereich um irgendein schwarzes Tape zu finden, damit ich die Stelle abkleben kann. Die Show ging zwischenzeitlich weiter und irgendwann kam ich wieder auf die Bühne mit einem Handtuch um die Hüften. Ich habe das Konzert dann auch in diesem “Dress” beendet…

Was war dein bisher schlimmster Job?

Vermutlich als ich Kellnerin war auf einer dieser Kreuzfahrtschiffe. Eigentlich sollte der Job drei Monate dauern, endete aber nach 1 1/2 Monaten nachdem der Kapitän meinen Arsch antatschte, da ich das einzigte Girl in der Crew war. Ich hab ihm eine runtergehauen und verließ das Schiff bei der nächsten Gelegenheit.

Was würdest du als deinen persönlichen Karrierehöhepunkt bisher sehen?

Der Fakt, dass ich meine Träume leben kann ich ein kontinuierliches Hightlight meines Lebens. Es gibt da keinen einzelnen Moment, da sind so viele davon, dass ich dankbar bin für jeden Tag.

Hast du jemals vergessen in welchem Hotel und in welcher Stadt du gerade warst, als du aufgewacht bist?
`
Sehr oft. Und speziell wenn ich zum Frühstück gehe, weiß ich nie meine Zimmernummer.

Eine Rockröhre muss man das einfach fragen: Hast du schon jemals dein Hotelzimmer zerstört?

NEIN! Ich hab das zwar schonmal gesehen, aber mein Hotelzimmer ist mein Heim und ich würde mein Heim nicht zerstören.

Was dürfen die Fans erwarten, wenn sie dich auf Tour besuchen kommen?

Es wird eine echte Bombe werden, dank der Musiker die daran teilnehmen. Wir freuen uns wahnsinnig darauf wieder auf Tour zu gehen und die Musik live zu spielen, die wir so lange Zeit vorbereitet haben. Es werden kraftvolle Konzerte sein mit einer Menge Emotionen. We will rock you!!

Als Spielemagazin müssen wir das natürlich fragen: Spielst du manchmal Computer- oder Konsolenspiel?

Um ehrlich zu sein: Nein. Ich bin wirklich schlecht in solchen Spielen und spiele nur gelegentlich mit meinem iPhone. Ich habe zwar auch eine PS3 aber ich habe leider nie die Zeit zu spielen.


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