Wenn du auf der Suche nach handgemachtem Rock im Geiste der 1970er-Jahre bist, solltest du die US-amerikanische Band Mad Painter im Auge behalten. Das Quintett aus dem Raum Boston hat sein drittes Studioalbum angekündigt: Unter dem Titel "Island Poetry" soll das Werk am 9. Oktober 2026 über das Label Epictronic erscheinen. Während der Vorgänger "Splashed" aus dem Jahr 2023 noch auf ein bunt gemischtes Archiv älterer und neuerer Songideen zurückgriff, versteht sich die neue Scheibe als ein fokussiertes, von Grund auf gemeinsam erarbeitetes Werk der aktuellen Besetzung.
Ein spirituelles Konzept und warmer Analogsound Inhaltlich folgt "Island Poetry" einer stimmungsvollen Kernidee: Das Konzept beschwört das Bild von Inselbewohnern herauf, die sich bei Vollmond an einem tropischen Strand um ein Lagerfeuer versammeln. In gemeinschaftlicher und spiritueller Atmosphäre stimmen sie Gesänge an und meditieren. Inspiriert von Künstlern wie Kevin Ayers, die sich einst bewusst auf eine Insel zurückzogen, um fernab von alltäglichem Druck in ihrem ganz eigenen Tempo Musik zu erschaffen, steht dieser Gedanke stellvertretend für die kreative Freiheit der Band.
Für den Sound zeichnete Produzent Tom Hamilton verantwortlich, der das Album in den Studios von Lowell Street Sound im US-amerikanischen Peabody (Massachusetts) Spur für Spur aufnahm und abmischte. Obwohl bei der Produktion Pro Tools zum Einsatz kam, legte die Band großen Wert auf ein warmes, organisches Klangbild im Stile klassischer Analogaufnahmen – statt auf eine sterile digitale Perfektion.
Hommage an das goldene Zeitalter des British Rock Musikalisch bedienen sich Mad Painter großzügig im Fundus des britischen Hard- und Progressive Rock der 70er-Jahre. Im Zentrum des Geschehens steht die prägende Hammond-Orgel von Sänger, Keyboarder und Songwriter Alex Gitlin, die als vollwertiges Soloinstrument und nicht bloß als feine Hintergrunduntermalung eingesetzt wird. Flankiert wird der Sound von markanten Gitarrenriffen, einer druckvollen Rhythmussektion sowie mehrstimmigen Gesangsarrangements. Neben Alex Gitlin gehören Schlagzeuger Al Hendry, Bassist Kenne Highland, Gitarrist Al Naha und Hintergrundsängerin Julie Gee zur festen Besetzung. Auf "Island Poetry" wirkt zudem Sharon Crumrine als zusätzliche Begleitsängerin mit.
Das Spektrum der zwölf Songs fällt vielseitig aus: Es reicht von hartem Rock im Stile von Deep Purple über mitreißenden Boogie nach Status-Quo-Art bis hin zu dramatischen Passagen à la Rainbow oder der Theatralik von Queen. Auch Einflüsse von Wishbone Ash und Motörhead sowie Art-Rock-Anleihen von den Moody Blues oder Barclay James Harvest lassen sich auf der Platte entdecken. Das Stück "Nektarized" bringt zudem eine Prise Space-Disco mit ein, während die Fokussingle "Spin Your Ventilator" mit der ungestümen Energie der Brian-Johnson-Ära von AC/DC aufwartet.
Für die Texte von sechs der insgesamt zwölf Lieder zeichnet der Autor und Musikjournalist Dmitry M. Epstein verantwortlich. Den gebührenden Abschluss der Platte bildet schließlich eine treue Interpretation des Uriah-Heep-Klassikers "Circle of Hands" – eine passende Verneigung vor einer der zentralen musikalischen Wurzeln der Band. Wer sich vorab einen Eindruck verschaffen möchte, kann bereits den Stream und das passende Visualizer-Video zur Single "Spin Your Ventilator" antesten.
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