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Saberproject: Lichtschwert-Show & Leidenschaft

Ein Blick hinter die Kulissen von Shows, Training und Star-Wars-Feeling


26.03.2026  Redaktion  26 Likes  0 Kommentare 
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Saberproject steht seit 2006 für Lichtschwert-Shows, Sammelleidenschaft und kreative Star-Wars-Projekte. Aus einer kleinen Gruppe ist über die Jahre ein eingetragener Verein mit wachsender Mitgliederzahl geworden, der heute Shows, Workshops und eigene Geschichten auf die Bühne bringt. Im Interview gibt Tim Dagott einen Einblick in Entwicklung, Herausforderungen und Zukunftspläne.

Wie hat sich Saberproject seit der Gründung im Jahr 2006 inhaltlich und organisatorisch entwickelt?
Wir haben damals zu viert angefangen und wollten vor allem unsere eigene Sammlung präsentieren und Repliken reviewen, denn in Deutschland gab es nichts Vergleichbares. Daraus wurde schnell ein enger Freundeskreis von rund zehn Mitgliedern. 2014 haben wir uns dann entschieden, einen eingetragenen Verein zu gründen, um Veranstaltern gegenüber professioneller auftreten zu können.

In den letzten fünf Jahren sind wir deutlich gewachsen und aktuell 24 Mitglieder. Das erfordert ein Umdenken und eine weitere Professionalisierung der ganzen Vereinsorganisation, eröffnet aber auch neue Türen für ganz neue Projekte. So freuen wir uns, ein großes Netzwerk aus Partnern und Veranstaltern aufgebaut zu haben.

Inhaltlich haben wir uns vom reinen Sammeln hin zu Showkämpfen, Workshops und eigenen Geschichten entwickelt. Die Lichtschwerter nur im Regal liegen zu lassen, war uns irgendwann zu langweilig. Die ersten Shows bestanden aus aneinandergereihten Choreografien, später kamen immer mehr Story-Elemente hinzu. Daraus entstanden tolle Kooperationen – etwa mit den originalen deutschen Synchronstimmen. So taucht Luke Skywalker regelmäßig als Hologramm in unseren Programmen auf, gesprochen von Georg Panczak.
Heute erzählen wir unsere eigenen Star-Wars-Geschichten – auf der Bühne und in Kurzfilmen.

Was macht für euch eine wirklich überzeugende Lichtschwert-Choreografie aus?
Eine gute Choreo hat Rhythmus, Dynamik und Wow-Momente. Sie wirkt natürlich und flüssig, nicht einstudiert. Wir wollen die Dynamik der Prequels einfangen, aber gleichzeitig die emotionale Tiefe der Originaltrilogie transportieren. Beides zusammen ergibt für uns eine überzeugende Performance.

„The moves are so natural or so correct… it’s the only place they can be.“


Dieses Credo begleitet uns bis heute. Ob es funktioniert hat, merken wir an der Reaktion des Publikums – von Kindern, die uns anfeuern, bis zu Erwachsenen, die uns danach sagen, dass sie sich wie im Film gefühlt haben.

Inwiefern hat das Training mit Nick Gillard euren Stil nachhaltig geprägt?
Schon lange vor Saberproject habe ich die Making-ofs der Star-Wars-Filme rauf und runter geschaut. Nick war dort ständig präsent – seine Erklärungen und Trainingsmethoden waren für mich von Anfang an die Inspiration für Bewegungsabläufe. Vieles davon ist bis heute ein „Fühlen“, ob eine Choreografie funktioniert.

Sein Besuch bei uns war dann natürlich etwas ganz Besonderes. Man sagt immer, treffe nie deine Helden oder Vorbilder, das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Obwohl wir zu diesem Zeitpunkt schon zehn Jahre Shows gespielt hatten, hat uns seine Masterclass noch einmal völlig neue Perspektiven eröffnet. Man fühlte sich wieder wie ein Anfänger – im besten Sinne.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, Lichtschwertkämpfe live auf der Bühne umzusetzen?
Die erste Herausforderung ist es, ein Team, welches über ganz Deutschland verstreut wohnt, zu den Trainings zusammenzubringen.

Es muss eine gute Story sein, jeder muss einen Charakter bekommen, den sie oder er auch spielen möchte. Da haben wir gute Leute, die viel Zeit investieren, um das teamintern auszudiskutieren und vorzustellen.

Wenn dann die Choreos eingeübt sind und die Abläufe erstellt sind, wird noch viel Zeit mit der Postproduktion verbracht: animierte Video-Hintergründe für jede Szene, Einsprechen der Playback-Texte, Recherche für Musik und letztendlich alles zusammenzubringen. Am Ende soll es sich wie Star Wars anfühlen – aber mit einer eigenen Note.

Die Auftritte selbst sind dann die Belohnung der Mühen und immer wieder toll, egal ob vor 30 oder 3000 Zuschauern.

Wie schafft ihr es, sowohl langjährige Star-Wars-Fans als auch neue Zuschauer zu begeistern?
Ich glaube durch unsere eigene Begeisterung für das Thema. Wir treten professionell auf, aber mit viel Selbstwitz und Ehrlichkeit. Wir sind langjährige Star-Wars-Fans, jeder mit seiner eigenen Verbundenheit zu den Filmen und Serien, die sie oder er dann mit auf ein Event bringt und auch in seinem Bühnencharakter widerspiegelt.

„Wir treten professionell auf, aber mit viel Selbstwitz und Ehrlichkeit.“


Und selbst wenn man eines unserer Programme schon kennt, ist beim nächsten Mal wieder ein Detail anders – wir feilen ständig an Details. Dadurch bleibt es für alle spannend.

Welche Rolle spielen eigene Kurzfilme und kreative Projekte neben den Live-Auftritten?
Kurzfilme sind eine tolle Abwechslung. Bei einer Show hat man nur einen Versuch pro Show, die Szene richtig rüberzubringen, im Film kann es wiederholt werden, bis alles passt. Auch hat man jede erdenkliche Perspektive zur Verfügung, um nochmal ganz anders die Emotionen und Situationen auszudrücken.

Es wird Zeit für unser nächstes Projekt, auch wenn der logistische Aufwand vor allem in der Postproduktion noch höher ist.

Ansonsten haben wir unsere Homepage, mit der wir angefangen haben. Auch wenn Social Media sichtbarer ist, ist die Webseite „unser Zuhause“ und soll auch so gepflegt werden. Hier finde ich außerhalb von Events meine kreative Zone.

Wie wichtig ist euch die Nachwuchsarbeit und was können Teilnehmer in euren Workshops lernen?
Sehr wichtig. Lebenslagen und Interessen verändern sich und es lässt sich nicht immer alles mit Lichtschwertern vereinbaren.

Seit fast zehn Jahren gibt es die Saber Academy, die in Karlsruhe angefangen hat und mittlerweile in mehreren Städten Seminare und regelmäßiges Training anbietet. Einige unserer Teammitglieder sind dort Trainer.

„Jeder, der unsere Leidenschaft teilt, ist willkommen.“


In den Seminaren und Workshops lernt man am Anfang ein grundlegendes System aus fünf Schlägen, um die Kopf-Augen-Hand-Bein-Koordination zu trainieren. Auch erste Tricks wie der „Basic-Spin“ sind dabei. Außerdem erklären wir, was uns an den Duellen der Filme interessiert und wie sich eine Choreografie zusammensetzt.

Gibt es besondere Auftritte oder Momente aus den letzten 20 Jahren, die euch besonders im Gedächtnis geblieben sind?
Unsere 10-Jahres-Feier mit Nicks Besuch war etwas ganz Besonderes.

Dazu kommen die Kinopremiere unseres Kurzfilms, die Begeisterung von groß und klein nach jeder Show, besondere Events wie Drehs mit bekannten Musikgruppen oder Auftritte auf Eisflächen vor Orchestern.

Auch gemeinsame Trainingstage, bei denen man merkt, was für eine tolle Truppe entstanden ist, bleiben im Gedächtnis.

Wie entwickelt ihr neue Shows und welche Inspirationsquellen nutzt ihr dabei?
Für mich kann es tatsächlich ein anderer Film, ein bestimmtes Musikstück oder auch die Erinnerung an unsere Anfänge sein.

Manchmal entstehen Choreos auch um einen bestimmten Move herum – etwa ein Wurf oder eine Drehung, die sich gut anfühlt. Dann baut man weitere Elemente davor oder dahinter.

Auch das Episode-3-Spiel auf der PlayStation 2 inspiriert mich bis heute, da die Angriffe und Combos sehr nah an den Filmen sind.

Was dürfen Fans und Interessierte in Zukunft von Saberproject erwarten?
„Alles über Lichtschwerter“ war und ist unser Motto.

Im Fokus stehen weiterhin Bühnenauftritte, die wir durch mehr Theater-Elemente noch spektakulärer gestalten wollen. Auch unser Ausstellungsstand bekommt ein komplettes Make-over.

Auf unserer Homepage gibt es seit letztem Jahr eine große Lichtschwert-Datenbank, die weiter wachsen soll. Daher suchen wir nicht nur Nachwuchs für die Bühne, sondern auch Leute, die Inhalte recherchieren und schreiben wollen.

Wir bleiben uns treu und wollen immer etwas Neues bieten.

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