Inside Wikileaks – die fünfte Gewalt (DVD)

2466 0 0 5. April 2014
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Titel:Inside Wikileaks - die fünfte Gewalt
EAN:4011976887287
USK:Freigegeben ab 12 Jahren
Label:Constantin Film
Release:2014-04-03

„Inside Wikileaks – die fünfte Gewalt“ ist der neue Film von US-Regisseur Bill Condon. Der im Jahr 2013 erschienene Politthriller basiert teils auf wahren Begebenheiten um die Veröffentlichungen der Enthüllungsplattform Wikileaks und teils auf Fiktion. Historisch korrekt soll dieser Film nicht sein. Provokant dafür schon. Mitten in die politisch aufreibende Diskussion um das Recht zur Veröffentlichung geheimer Staatsangelegenheiten schleicht sich Condons’ Film, dessen Position zu all dem unklar bleibt.

Die amerikanische Produktion über die Enthüllungsplattform wirkt weder aufklärerisch, noch wird der Plot auf sonderlich mitreißende Weise erzählt. Interessant wird der Film allerdings bei der Charakterdarbietung der Schauspieler. Auch hier hat das Drehbuch sich ordentlich an Fiktion bedient. Dies nicht zuletzt, um ein großes Fragezeichen über die zentrale Person des Films, dem Gründer von Wikileaks, Julian Assange, zu setzen. Gespielt wird dieser von dem britischen Schauspieler Benedict Cumberbatch, der mit gefärbten Haaren und relativ überzeugendem Akzent versucht, Assange auf die Kinoleinwand zu bringen. Diese Darbietung ist für sich betrachtet eines der Highlights des Films, gleichwohl fragwürdig bleibt, ob sie als Darstellung des Wikileaks Gründers realitätsnah ist.

Der Film thematisiert vor allem die Zusammenarbeit und das Auseinandergehen von Assange und dem deutschen Netzaktivisten Daniel Domscheit-Berg (gespielt von Daniel Brühl), auf dessen autobiografischer Erzählung der gleichnamige Film zu einem Großteil basiert.

Zwar auch im Mittelpunkt, aber zu den persönlichen Konflikten eher zweitrangig, ist die Auseinandersetzung von Assange und der US-amerikanischen Regierung. Die von Wikileaks veröffentlichten Videos, welche die Erschießung von Zivilisten im Irak durch US-amerikanisches Militär zeigt, bilden den Ausgangspunkt, sowohl dieses politischen Konflikts, als auch der persönlichen Auseinandersetzung der beiden Netzaktivisten. Wie in der Realität wird der Wikileaks Gründer zur Zielscheibe der US-Regierung und es entfaltet sich ein moralisches Dilemma bezüglich der Legitimation zur Veröffentlichung solcher Art von Informationen. Im Film wird dieses leider nur peripher angeschnitten, denn hauptsächlich geht es darum, möglichst viele kleine Fetzen über Wikileaks und über das Leben von Assange und Domscheit-Berg zusammenzubringen und ein bisschen Fiktion hinzuzufügen. Dadurch wirkt der Film überladen und der Plot ziellos.

Bill Condons’ Produktion lässt den Zuschauer mit interessanten Eindrücken, einer famosen Charakterdarbietung – u.a. von Cumberbatch, Brühl, David Thewlis und Laura Linney – aber vor allem mit viel Verwirrung zurück. Wenn man an diesen Film den Anspruch stellt, mehr über Wikileaks, seinen Gründer oder die Veröffentlichungen der Plattform zu erfahren, dann erwartet man eindeutig zu viel.

Fazit

Es ist zweifelhaft, ob die Schauspieler uns eine realistische Darstellung der Gegebenheiten bieten und sich der Film an die bereits geführten Debatten um Wikileaks anschließen kann. Als Hollywood Produktion, ohne hohen Anspruch an den Inhalt, bleibt die Aufmachung und Besetzung des Films dennoch spannend.

Gesamtwertung

61%

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