Review: The Outpost

473 0 5 2. Februar 2021
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Geht es euch auch so? Filme, die auf einer wahren Begebenheit beruhen lösen meist schon bei der Einblendung ganz zu Beginn des Films einen kleinen Schauer aus, weil man schon ahnt, dass das intensiv werden wird, was einem nun gleich bevorsteht. Die Tatsache, dass das, was fortan gezeigt wird, wirklich durchlebt wurde, macht das Erlebnis ein stückweit intensiver. Wenn man nun noch speziell in das Genre der Kriegs- bzw. Antikriegsfilme schaut, wird dieser Eindruck angesichts der Gewalt und Brutalität, die ein Alltag im Kriegsgebiet mit sich bringt, natürlich immer noch erdrückender. Falls es dir also genau so geht und du diese Filme gerade wegen ihrer Authentizität besonders magst, dann kommt hier eine Empfehlung für dich…

The Outpost

Die „Schlacht von Kamdesh” gilt bis heute als eine der blutigsten Auseinandersetzungen im Afghanistan-Krieg
Afghanistan am 3. Oktober 2009: 400 schwerbewaffnete Talibankämpfer greifen den US-Außenposten Keating nahe der Stadt Kamdesh an. Das Lager befindet sich dabei an einem strategisch schlechten Ort: Am Fuße von drei Bergen und nur 14 Meilen von der pakistanischen Grenze entfernt, müssen die Amerikaner stets mit einem Überfall durch die Taliban rechnen. Die vier amerikanischen Soldaten Clint Romesha (Scott Eastwood), Justin Gallegos (Jacob Scipio), Michael Scusa (Scott Alda Coffey) und Josh Kirk (Jack Kesy) werden zur Verstärkung ins Camp gebracht, um kurz darauf die mittlerweile alltäglich gewordenen Provokationen der Terroristen zu erleben. Captain Keating (Orlando Bloom) führt die neue Gruppe herum, ehe sie bald ihrer eigentlichen Aufgabe, dem Warten auf den nächsten Angriff der Taliban in der afghanischen Hitze, nachgehen. Zum Glück macht bald die Nachricht die Runde, dass die Army den Außenposten aufgeben will. Für die verbliebenen Soldaten heißt es nun vor allem: durchhalten! Doch sie haben nicht mit den Taliban gerechnet, die von den Plänen gehört haben und vor dem Abzug der Amerikaner noch eine Offensive planen …

Es kommt zu einem der blutigsten Gefechte im Afghanistan-Konflikt. Eingekesselt von mehreren Hundert Taliban und ohne jede Unterstützung, kämpfen 54 US-Amerikaner zwölf Stunden lang auf verlorenem Posten um ihr Überleben. Die „Schlacht von Kamdesh” gilt bis heute als eine der blutigsten Auseinandersetzungen im Afghanistan-Krieg und ging als eines der erschreckendsten Beispiele für militärisches Versagen in die US-Geschichte ein.

…sehenswerter, filmischer Bericht über die Bedingungen und das, was die Männer jeden Tag ertragen mussten…
Der Film basiert auf dem 2012 erschienenen Sachbuch „The Outpost: An Untold Story of American Valor” des CNN-Moderatoren und Journalisten Jake Tapper. Akribisch beschreibt Tapper den Alltag der Soldaten an einem ziemlich verlassenen Außenposten irgendwo im Niemandsland und erzählt eine Geschichte von herzzerreißender Tapferkeit und Aufopferung und wirft dabei auch ein Licht auf die Hintergründe von Hybris, Arroganz und Ignoranz von hochrangiger Soldaten, die fernab des Geschehens die Verantwortung für das tragen, was da am Außenposten geschieht. Der Film “The Outpost” greift nun diese Geschichte auf und gibt einen sehenswerten, filmischen Bericht über die Bedingungen und das, was die Männer jeden Tag ertragen mussten, bis hin zu der finalen und verlustreichen Schlacht von Kamdesh.

Schauspielerisch ist der Film hochkarätig besetzt, angefangen bei Scott Eastwood („Fast & Furious 8″, „Pacific Rim 2″) über Caleb Landry Jones („Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”) bis hin zu Orlando Bloom („Der Fluch der Karibik”-Reihe, „Herr der Ringe”-Trilogie, „Der Hobbit”). Diese Erfahrung und Klasse macht sich natürlich bemerkbar. Die schauspielerische Leistung des gesamten Casts ist durchweg sehr gut, was so unglaublich wichtig ist bei einem Film, der sowohl bombastische Action-Szenen mit Explosionen und Maschinengewehrsalven zeigt, aber auch die intimen Momente beleuchtet, in denen die Soldaten beispielsweise mit ihren Verwandten in der Heimat telefonieren oder inmitten einer surrealen Normalität ein Leben leben.

Handwerklich ist der Film ebenfalls mehr als nur solide: Die Produktionsqualität ist hoch, das ist dem Film zu jedem Zeitpunkt auch anzusehen. Egal, ob nun die Special Effects während der actionreichen Szenen oder aber die dynamische Kameraführung, die atmosphärischen Sound-Effekte und der berührende Soundtrack – da passt alles zusammen.

Fazit

"The Outpost" ist ein packendes Kriegsdrama von der Sorte, die in Erinnerung bleibt. Beruhend auf einer wahren Begebenheit überzeugt der Streifen mit Eastwood und Bloom durch seine hervorragenden Schauspieler, aber auch durch eine hochqualitative Umsetzung. "The Outpost" wird dich so schnell nicht wieder loslassen.

Gesamtwertung

80%

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