Filmkritik: Public Enemies

3407 0 0 29. Dezember 2009
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Titel:Public Enemies
EAN:5050582733723
USK:Freigegeben ab 12 Jahren
Label:Universal Pictures Germany GmbH
Release:2009-12-10

Wenn das Geld knapp wird, finden sich viele Leute in der Kriminalität wieder. Diese Erfahrung mussten die Amerikaner während der großen Rezession in den Dreißigern erfahren als, wie heute, das Geld knapp wurde und die Arbeitslosigkeit stieg. John Dillinger, der Gentleman-Bankräuber, wurde in dieser Zeit wie ein moderner Robin Hood gefeiert, denn er raubte ausschließlich die Banken aus und stahl nicht das Geld der armen Leute. Johnny Depp schlüpft in Public Enemies in die Rolle des John Dillinger und zeigt uns imposant seine kurze, aber spannende Biografie.

Staatsfeind Nr.1

Anfangs der Dreißigerjahre überrollt die große Depression die Vereinigten Staaten von Amerika. In einem Klima der Hoffnungslosigkeit und Enttäuschung gelangt der Bankräuber John Dillinger zu medialen Ruhm und wird ein Idol seiner Zeit. Er entreißt den Banken ihres Vermögens und ist für die einfachen Leute ein moderner Robin Hood, der die Verursacher der Finanzkrise zur Rechenschaft zieht. Neben draufgängerischen Gefängnisausbrüchen und spektakulären Banküberfällen ist Billie Frechette die zweite Leidenschaft des charmanten Bankräubers.

Die Jagd auf Dillinger findet zunehmende Bedeutung für die Regierung und das “Bureau of Investigation”, aus der später das FBI entsteht, heftet sich an Dillingers Fersen. Zusätzlich wird Dillinger von dem der Leiter der Sondereinheit J. Edgar Hoover zum Staatsfeind Nr.1 erklärt. Dies bleibt nicht ohne Konsequenzen, denn fort an wird der Gentleman-Bankräuber von dem kompetenten Agenten Melvin Purvis verfolgt. Dieser kann bald darauf auch schon erste Erfolge feiern…

Johnny Depp auf der Flucht vor Christian Bale

Wenn der Meisterregisseur Michael Mann einen Film dreht, dann sind die großen Hollywoodsternchen gleich dabei. Der Filmemacher, der vor allem für Meisterwerke wie Heat und Insider berühmt ist, lässt sich auch bei Public Enemies nicht lumpen und begeistert mit einer erstklassigen Besetzung. Vorne an steht Johnny Depp, der durch Fluch der Karibik vielen einen Begriff sein darf. Er verkörpert den berüchtigten Gangster John Dillinger – und macht dabei eine sehr gute Figur. Christian Bale stellt das Gegengewicht zu Johnny Depp dar und jagt als Agent Melvin Purvis den Gesetzesbrecher Depp.

Klingt also nach einem Meisterwerk, dass uns Michael Mann hier serviert, jedoch ist das nicht ganz korrekt, denn leider hat Public Enemies auch seine Schwächen. Obwohl die Story eigentlich genug Stoff für spannende Actionsequenzen bietet, sind diese leider nicht immer ganz so spannend und actiongeladen wie man es sich gewünscht hätte. Das Hauptaugenmerk wird deutlich auf das “Katz und Maus”-Spiel von Dillinger und Purvis gelegt und die Bankraube sind eher Nebensache. Auch die Hintergründe, warum sich Dillinger zu seiner Geliebten Billie Frechette so stark hingezogen fühlt, bleiben ungeklärt. Viele ungeklärte Fragen, die in den knapp 140 Minuten leider nicht vollständig geklärt werden. Trotzdem liefert Michael Mann hier einen guten Film ab, der der Geschichte Dillingers zwar gerecht wird, aber nicht dem Können Manns.

Fazit

Der echte Knüller zum Jahresende ist Public Enemies leider nicht geworden und Michael Mann bleibt mit seinem Gangster-Epos leider hinter den hohen Erwartungen zurück. Wenn man jedoch den Film, ohne ihn mit Heat oder Insider zu vergleichen, anschaut, dann wird man schnell merken, dass Public Enemies trotz seiner Schwächen sehr gut ist. Harte Feuersalven und eine tragische Liebesgeschichte also eigentlich alles was ein gesunder Gangsterfilm braucht.

Gesamtwertung

83%

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