Gullivers Reisen: Da kommt was Großes auf uns zu (Kino)

4207 0 4 3. März 2011
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Titel:Gullivers Reisen
EAN:4010232052957
USK:Freigegeben ab 6 Jahren
Label:Twentieth Century Fox Home Entert.
Release:2011-07-15

Jack Black ist zurück im Kino. Nachdem sein letzter Film Year One sowohl bei Kritikern, als auch bei Zuschauern auf wenig Gegenliebe stoß, versucht der Schauspieler nun mit der Familienkomödie „Gullivers Reisen: Da kommt was Großes auf uns zu“ die Lachmuskeln zum Schmerzen zu bringen. Ob beim Film wirklich was Großes auf uns zu kommt, oder ob die Gags so klein sind wie die Liliput, das erfahren sie in der folgenden Kritik.

Handlung des Films

Lemuel Gulliver (Jack Black) arbeitet seit zehn Jahren als Bote in einem Verlag. Einen beruflichen Aufstieg wünscht er sich schon lange, allerdings traut er sich nicht die Initiative zu ergreifen, um seine Lage zu ändern. Zu allem Überfluss ist er auch noch in die Reiseredakteurin Darcy Silverman (Amanda Peet) verliebt, hat aber Hemmungen ihr seine Gefühle zu offenbaren. Doch eines Abends erhält Gulliver die Chance seines Lebens und er bewirbt sich als Reiseredakteur. Da er allerdings noch nicht viel in der Welt herumgekommen ist, kopiert er Ausschnitte anderer Berichte und stellt sie Darcy als die Eigenen vor. Diese ist von seinem Bericht so überzeugt, dass sie ihn ins sagenumwobene Bermuda-Dreieck schickt, damit er einen Reisebericht darüber schreiben kann. Gesagt getan und so macht er sich auf die Reise. Doch nach kurzer Zeit kentert sein Schiff in einem schweren Sturm und Gulliver erwacht im Reich der Liliput, einem Volk von Winzlingen, deren Körpergröße kaum 15 Zentimeter misst. Als Bestie dargestellt wird er von den kleinen Menschen gefangen genommen. Als er jedoch eine Heldentat vollführt und dem König der Liliput das Leben rettet, wird Gulliver zum General ernannt und von seinen neuen Freunden verehrt. Mit diversen Lügengeschichten über sein Leben stellt sich Gulliver als Draufgänger hin und gibt seinem besten Liliput-Freund Horatio (How I met your Mother-Star Jason Segel) Tipps, wie dieser bei der Prinzessin (Emily Blunt) landen kann. Natürlich gibt es auch einen Liliput der dem Riesen feindlich gestimmt ist und so sucht General Edward (Chris O’Dowd) nach einem Weg, wie er Gulliver aus dem Weg räumen kann.

Kritik

Die Geschichte von Gulliver ist ein Klassiker der Literatur und wurde schon einige Male verfilmt. Die Neuverfilmung überträgt dabei die Handlung in die heutige Zeit, was durchaus Potenzial mit sich bringt. Dieses Potenzial wird allerdings verschenkt, was den Film nicht über das Mittelmaß hinaus bringt. Viele Gags wollen nicht zünden oder sind wenig kreativ. Man hat an vielen Stellen das Gefühl, so etwas schon gesehen zu haben. Positiv hervorzuheben sind allerdings die Anleihen an die heutige Popkultur, was Einen durchaus zum Schmunzeln bringt. So werden berühmte Filmszenen aus Star Wars und Titanic von den Liliput nachgestellt und Gulliver lässt sich sogar den Times Square nachbauen. Die Plakate an den Häusern erinnern dabei an reale Firmen und Filme. So wird aus „Avatar“ ganz schnell „Gavatar“ und aus den „X-Men“ die „G-Man“. Doch solche Momente machen aus einer Komödie noch lange kein Lachfeuerwerk. Die meisten Gags des Films pendeln sich auf einem kindischen Niveau ein, was den Kleinen natürlich viel Spaß bereitet. Manche Szenen hätte man sich auch gleich sparen können, da diese deplatziert wirken und den Film nicht weiterbringen. Dann wäre aber die ohnehin schon kurze Laufzeit von knapp über 80 Minuten noch kürzer ausgefallen. Leider plätschert der Film belanglos ohne große Überraschungen vor sich hin und man sitzt etwas gelangweilt im Kinosessel.

Mit Jack Black hat man durchaus die richtige Besetzung für den titelgebenden Helden gefunden. Die Rolle ist ihn auf den Leib geschrieben und man merkt, dass er seinen Spaß am Film hatte. Aufgrund der seichten Gags wird sein komödiantisches Talent bei weitem nicht voll ausgereizt, wodurch dem Film einiges an Witz verloren geht. Was dem Film ebenfalls nicht gut tut, ist die Fixierung auf Blacks Rolle. Die Nebenfiguren erhalten dadurch zu wenig Screentime und verkommen dadurch in den Hintergrund. Hierdurch wird auch die kleine Liebesgeschichte zwischen der Prinzessin und Horatio nur beiläufig erzählt und lässt den Zuschauer überhaupt nicht mitfiebern, ob es bei den beiden ein Happy End gibt, oder nicht. Da es sich aber um einen Familienfilm handelt, weiß man schon nach fünf Minuten, wie es mit den beiden endet. Die schauspielerischen Leistungen sind für eine solche Komödie in einem angemessenen Bereich. Jack Black spielt mal wieder den etwas tollpatschigen Typen mit großer Klappe, was langsam aber sicher langweilig wird. Seiner Karriere würde es sicherlich gut tun, wenn er sich nach Rollen umsieht, die ihn nicht in diese Schublade stecken. Seine Leistung als Komödienschauspieler ist aber trotzdem akzeptabel. Jason Segel spielt mit Horatio eigentlich seine Paraderolle als Marshall Erikson aus How I met your mother und liefert damit eine gute Leistung ab. Emily Blunt dient im Film eigentlich nur als Blickfang, die schauspielerische Leistung ist eher mittelmäßig. Man muss ihr aber zugutehalten, dass die Rolle auch nicht viel hergibt. Nichtsdestotrotz macht sie als Prinzessin einen sympathischen Eindruck. Wenn man aber den Umstand bedenkt, dass sie für die Rolle der Prinzessin von Liliput, die Rolle der Black Widow in Iron Man 2 abgelehnt hat, so muss man sagen, dass das eine Fehlentscheidung ihrerseits war. Gullivers Reisen gibt ihrer Karriere auf keinen Fall einen Schub. Chris O’Dowd kann als General Edward allerdings überzeugen. Schon nach einigen Minuten mag man den Kerl überhaupt nicht, was bedeutet, dass er seine Sache als Bösewicht sehr gut macht. Die Optik des Filmes weiß nur bedingt zu überzeugen. Zwar sind die Effekte ganz gut, hauen den Zuschauer aber auch nicht vom Hocker. Wer den Aufpreis für 3D bezahlt, der kann das Geld auch getrost zum Klo runterspülen, denn von dem Effekt ist nur sehr wenig zu sehen.

Fazit

Mit Gullivers Reisen kommt leider nichts Großes auf uns zu. Die Gags sind zu unkreativ und für erwachsene Zuschauer auf einem zu kindischen Niveau. Die Anspielungen auf berühmte Filme können leider auch nichts mehr herausreißen, genauso wie das berühmte Ensemble um Jack Black. Wer allerdings geringe Erwartungen an den Film hat, der hat mit ein paar Szenen vielleicht seinen Spaß und kann einen kurzweiligen Kinoabend mit der Familie verbringen. Von der 3D-Version sollte man allerdings die Finger lassen. Das Geld kann man sich sparen, z.B. für die DVD einer richtig guten Komödie. Gullivers Reisen gehört leider nicht zu dieser Gattung.

Gesamtwertung

54%

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