Franziska Stünkel für NAHSCHUSS beim Filmfest München zweifach ausgezeichnet

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Beim 38. Internationalen Filmfest München wurde Franziska Stünkel für ihr fesselndes Polit-Drama NAHSCHUSS zweifach geehrt: Sie wurde mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino für das beste Drehbuch sowie mit dem One Future Preis ausgezeichnet. Letzterer würdigt Filme, die sich ethisch und filmästhetisch mit der unteilbaren Zukunft dieser Welt auseinandersetzen.

„Ich freue mich riesig über gleich zwei Preise und bin dankbar, dass NAHSCHUSS beim Filmfest München seine Weltpremiere feiern durfte! Der Film liegt mir sehr am Herzen. Fast zehn Jahre habe ich an Nahschuss gearbeitet und für diesen Film gekämpft. Mit Nahschuss möchte ich ein wichtiges Kapitel der Geschichte beleuchten: Die Todesstrafe in der DDR. Doch Nahschuss ist nicht nur ein Film über die Vergangenheit. Noch heute haben mehr als 50 Staaten die Todesstrafe im Strafrecht und wenden sie an. In Nahschuss geht es mir darum zu zeigen, wie der einzelne Mensch sich innerhalb eines politischen Systems verhält und wie ein Unrechtsstaat mit dem Einzelnen umgeht. Nahschuss wollte ich kompromisslos nah an den Menschen erzählen. Ich bin dem herausragenden Cast und meinem leidenschaftlichen Team sehr dankbar, dass sie mit mir diesen intensiven Weg des Drehs zum großen Teil an Originalschauplätzen gegangen sind. Man macht Filme nicht über ein Thema, man macht Filme über Menschen und mit Menschen.“

Der junge Franz Walter (LARS EIDINGER) hat gerade an der Humboldt-Universität promoviert, als er ein attraktives Angebot vom Auslandsnachrichtendienst der DDR erhält. Geblendet von den vielen Vorzügen, die der neue Job mit sich bringt, nimmt Franz das Angebot an. Gemeinsam mit seiner Freundin Corina (LUISE HEYER) genießt er zunächst das neue Leben. In seinem Vorgesetzten Dirk (DEVID STRIESOW) findet Franz einen ihm wohlgesinnten Mentor, der ihm während der gemeinsamen Auslandseinsätze in der BRD mit Rat und Tat zur Seite steht. Zunächst scheinen Franz‘ Missionen lediglich dem Informationsbedarf der DDR zu dienen, doch dieser wird bald größer und monströser. Als Franz bei seinen Arbeitsaufträgen plötzlich zu Mitteln greifen muss, die er nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren kann, entschließt er sich auszusteigen – doch der Geheimdienst will ihn nicht gehen lassen. Bald ist Franz bereit alle Grenzen zu überschreiten – und Alles zu riskieren. Franz‘ Überlebenskampf gegen ein erbarmungsloses System beginnt.

Mit NAHSCHUSS gelingt Filmemacherin und Fotokünstlerin Franziska Stünkel („Vineta“) ein eindringlicher Film über die Todesstrafe in der DDR. Angelehnt an das Leben des Dr. Werner Teske, der 1981 als letzter Mensch in der DDR zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, erzählt sie in herausragenden Bildern die bestürzende Geschichte eines Mannes, der in die Mühlen eines Unrechtssystems gerät und daran zerbricht. Zu großen Teilen an Originalschauplätzen gedreht, inszeniert Stünkel mutig und radikal: Durch große Ruhe erzeugt sie eine Intensität und emotionale Dichte, die einem den Atem raubt. Dabei steht der Tiefe und Komplexität in dem starken Spiel von Lars Eidinger („Alle Anderen“, „Persischstunden“) die nuancierte und überzeugende Darstellung von Luise Heyer („Das schönste Paar“) und Devid Striesow („Ich bin dann mal weg“, „Yella“) in nichts nach. Dem Film gelingt es, Licht in ein wichtiges Stück deutscher Geschichte zu bringen, das national wie international kaum bekannt ist.

NAHSCHUSS ist eine Produktion der Network Movie Film- und Fernsehproduktion Köln in Zusammenarbeit mit Franks Filmproduktion und C-Films Deutschland in Koproduktion mit dem ZDF und Arte. Verliehen wird der Film von Alamode Film, der Weltvertrieb liegt bei Global Screen. Die Redaktion im ZDF liegt bei Daniel Blum, für ARTE bei Olaf Grunert.


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