Tödlicher Segen – Deadly Blessing (DVD)

1813 0 2 24. September 2008
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Titel:Tödlicher Segen - Deadly Blessing
EAN:4020628982348
USK:Freigegeben ab 16 Jahren
Label:Koch Media GmbH - DVD
Release:2008-01-11

Bei dem Namen “Wes Craven” stellen sich bei den meisten Ottonormalverbrauchern die Nackenhaare auf und bei Genrefans läuft das Wasser im Munde zusammen. Der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor ist und war prägend für das Horror-Genre der Neuzeit. Mit Filmen wie Nightmare on Elm Street, Hügel der blutigen Augen und Scream hat er den Gruselfaktor neu definiert und sich dank so mancher Kassenschlager in Hollywood einen Namen gemacht. Mit “Tödlicher Segen” (Deadly Blessing) liegt uns nun eines seiner Frühwerke aus dem Jahre 1981 vor, welches doch bereits typische Merkmale der Craven-Regiearbeit vorweisen kann. Aber der Film hat noch mehr zu bieten, denn mit Sharon Stone in ihrer ersten Hauptrolle tritt hier ein späterer Hollywood-Star erstmal in Erscheinung, der wie wir alle wissen noch für Furore sorgen sollte.

Ein seltsames Dörfchen

Irgendwo im Nirgendwo, sehr zurückgezogen von der Grossstadt leben Martha und ihr Ehemann auf einer Ranch. Das Leben dort ist idyllisch und die beiden haben ihr Glück scheinbar gefunden, wenn es da nicht eine dunkle Vorgeschichte gäbe. Marthas Mann war einst Mitglied bei der Farmersekte der Hittites, die noch immer in der unmittelbaren Nachbarschaft lebt. Als Ausgestoßener hat er seine Frau geheiratet, sich von seiner Familie losgesagt und muss nun damit Leben als “Teufelsbrut” bezichtigt zu werden. Eines Tages kommt es soweit, dass er sein Leben lassen muss und Martha auf sich Alleine gestellt ist. Ein Glück, wenn man wahre Freunde hat und so kommen Lana (Sharon Stone) und Vicky zu Besuch, um ihr Beistand zu leisten. Ein geheimnisvoller Dämon jedoch umringt das Haus und so werden alle drei nach und nach zum Opfer des Bösen und müssen um ihr Leben fürchten. Daneben sind auch die Hitties jederzeit für einen Mord zu haben und auch sonst hält der Film noch die eine oder andere Überraschung parat.

Craven, ursprünglich Professor für Psychologie, hat hier eine packende und atmosphärische Gruselstory inszeniert, die neben der bedrückenden Stimmung durch die Einmischung und Absonderung der Hitties vor allem durch die überraschenden Wendungen lebt. Die Horror-Ikone zeigt hier bereits Anfang der 80er Jahre, welches Potential in ihm steckt, welches sich spätestens 1984 in “Nightmare: Mörderische Träume” entlud und ihn als Schöpfer von Freddie Krüger, dem man mit den Scherenhänden zu Weltruhm verhelfen sollte. Das Spiel mit Moral und Brutalität und das Aufzeigen von Rissen in gutbürgerlichen US-Vorstadt-Fassaden ist ein wiederkehrendes Element in Cravens Filmen und wird in der Gegenüberstellung der streng gläubigen, fanatischen Hitties und der Grossstadtmädchen aus Los Angeles deutlich.

Schauspielerisch gibt Sharon Stone hier ihr Leinwand-Debut in einer Hauptrolle, bevor sie in den folgenden Jahren in Filmen wie “Quatermain – Auf der Suche nach dem Schatz der Könige”, “Police Academy 4 – Und jetzt geht’s rund” oder “Action Jackson” auftrat. Der große Durchbruch kam dann mit Filmen wie “Die totale Erinnerung – Total Recall” und spätestens mit dem Paul Herhoeven Meisterwerk “Basic Instinct”. In “Tödlicher Segen” spielt sie das hippe Mädchen “Lana”, welche von dem Dämon besessen ist und sich immer auf einer Gratwanderung zwischen Sympathie und Misstrauen bewegt, weil man sich irgendwann im Film nicht mehr sicher sein kann, auf welcher Seite sie eigentlich steht. Nicht vergessen dürfen wir bei dieser Besprechung aber auch die schauspielerische Klasse von Ernest Borgnine, der in mehr als 180 TV- und Kinofilmen, darunter “Der Flug des Phoenix” (1965), “Das dreckige Dutzend” (1967), “The Wild Bunch” (1969), “Die Höllenfahrt der Poseidon” (1972), “Convoy” (1978) und “Die Klapperschlange” (1981), aufgetreten ist. In der Rolle des Führers der Hitties glänzt Borgnine auch hier und verleiht dem Charakter eine düstere Tiefe.

Fazit

"Tödlicher Segen" ist ein solide gemachter Gruselshocker mit einer Reihe an aufstrebenden Talenten. Wes Craven zeigt hier bereits wozu er später noch im Stande sein wird und auch Sharon Stone sammelt in dem Streifen ihre ersten Erfahrungen als Leinwandheldin. Brillant: Ernest Borgnine als "Isaiah".

Gesamtwertung

80%

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