Screaming Masterpiece – Let the Music melt the ice

1954 0 4 1. Oktober 2008
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Titel:Screaming Masterpiece - Let the Music melt the ice
EAN:4009750222454
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:Indigo
Release:2009-03-02

Die größte Vulkaninsel der Welt, seit 1944 unabhängig und eine Republik – eine Musikern erwähnt, dass es 2 Generationen gedauert hat, bis man eine isländische Identität aufgebaut oder überhaupt wahrgenommen hat.
Die DVD “Screaming Masterpiece” bietet neben Landschaftsaufnahmen und imposanten Kamerafahrten einen Querschnitt durch die isländische Musikkultur und erzählt natürlich etwas über das Land und die Menschen, die dort leben. Eine spannende Sache, wenn man seine Grenzen in puncto isländische Musik schon bei Björk setzen muss.

Björk, Sigur Rós und viele andere

Natürlich darf Björk nicht sowohl mit neueren als auch mit alten Punk-Ausschnitten nicht fehlen, wie sie da wie eine wild gewordene Wolke völlig in Weiß gehüllt auf der Bühne umherzischt, wild gestikuliert und immer wieder ins Mikrophon brüllt. Aber neben diesem “schreiendem Meisterwerk” hat die isländische Musik noch mehr zu bieten und das lässt sich mit einem Wort recht deutlich umschreiben: Unverwechselbarkeit, denn egal was man gerade vorgesetzt bekommt, ob es eher elektronische Keyboardtöne, nachhallende Steine oder krächzende Gitarren sind, man wird nie auf den kühnen Gedanken kommen, dass sich da etwas gleicht, gar ansatzweise ähnelt.
Auf der einen Seite ist das schön, im großen Brei der grauen Einheitsmusik die auf Absatzzahlen schielt, ist Kreativität und Unverwechselbarkeit etwas, was man hört und genießen kann.

Zuweilen arg kurz, dafür umso einprägsamer

Screaming Masterpiece” kann man als kreative Dokumentation bezeichnen, kurze (leider teilweise sehr kurze, um nicht zu sagen zu kurze) musikalische Einlagen werden mit verschiedensten Interviews, u.a auch Ikone Björk und isländischen Komponisten und Filmemachern garniert, um auch einige Blicke hinter die Kulissen zu werfen – Islands Küste, Islands Mentalität und ihr Standpunkt “zwischen Amerika und Europa, nicht völlig skandinavisch, eher so in der Mitte, nicht alles mitbekommend und das, was man mitbekommt, vermengend”.

Patriotismus spielt eine enorme Rolle – wenn man bedenkt, wie lange es keine wirkliche Vorstellung einer identifizierenden Richtung gab, so besinnen sich auch viele Gruppen auf alte Wurzeln, alte Reime und Verse, Klänge der Wikinger oder auf “natürliche Töne” wie schwingende Sägen. Ein besonderer Hörgenuss ist “Odin’s Raven Magig”, welches in Zusammenarbeit von Sigur Rós, Hilmar Örn Hilmarsson, Steindór Andersen, Páll Guðmundsson und Maria Huld Markan Sigfúsdóttir im Jahre 2002 entstand.

Insgesamt eine sehr aufschlussreiche und größtenteils musikalisch ansprechende Reise nach Island, auch wenn bei der Bandbreite immer etwas dabei sein wird, was mehr oder weniger gefallen wird.
Ein Wermutstropfen sind die Extras – auf der DVD in einem Ordner namens “Bonusmaterial” findet man sage und schreibe 2 Dateien im PDF-Format. 270 Kilobyte bzw 13. Seiten Informationen über alle erwähnten Gruppierungen und Gruppen; bei etwa 20 Auftritten eine sehr minimalistische Angelegenheit.
Noch “präziser” respektive knapper fällt der geschriebene Kommentar des Produzenten aus, 9 Kilobyte PDF und noch nicht mal eine komplette DIN 4A Seite.

Um dem Motto “Let the music break the ice” gerecht zu werden hätte es etwas mehr gebraucht. Etwas mehr Musik, um das Eis respektive die musikalischen sowie kulturellen Grenzen zu überwinden oder aber noch einen Wink Extras mehr, um mehr Einblicke zu erhalten, um so das Eis durchschauen zu können. Für Fans von Island, dessen Musik und Gepflogenheiten wahrscheinlich trotzdem ein eindeutiger Grund, zuzugreifen, für Interessierte könnte es ein kleiner, aber eben sparsamer, vielleicht also einsteigender Einstieg in diese nicht uninteressante Welt mit “300.000 Einwohnern[…] und einer unbekannten Anzahl an Musikgruppen[…]”.

Fazit

So vielschichtig wie die angebotene Musik, so vielschichtig fällt auch der Blick auf Island aus - weitaus weniger vielschichtiger die Extras, die das Ganze etwas knauserig erscheinen lassen.

Gesamtwertung

68%

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