Im a Cyborg But Thats OK

921 0 2 24. September 2008
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Der Film beginnt mit der Einlieferung der Protagonistin Young-gun (Lim Soo-jung) in die Psychiatrische Anstalt “Neue Welt”. Young-gun glaubt sie sei ein Cyborg. Sie kann sich mit verschiedenen technischen Geräten wie Getränkeautomaten oder Telefonen unterhalten. Wie es sich für einen ordentlichen Cyborg gehört, isst und trinkt sie nichts. Ihre Energie bekommt sie von einer Batterie, indem sie an dieser leckt. Weder Gesprächen, Gruppentherapien noch Elektroschocks können ihr helfen. Sie will einfach nicht essen. Als ob das nicht genug wäre, wird sie auch noch von Gewaltfantasien geplagt. In der Anstalt lernt sie den jungen Soon kennen und verliebt sich schließlich in ihn. Der Gute ist natürlich auch nicht so ohne Grund in der Anstalt. Er glaubt er kann die Seelen und Angewohnheiten anderer Menschen annehmen.

Liebe kennt keine Grenzen?

Beim koreanischen Kult-Regisseur Chan-wook Park ist alles möglich. Und somit auch ein Kennenlernen in einer Nervernklinik. Der Regisseur beschreibt den Film als “eine Art romantische Komödie”. Der Film ” I’m a Cyborg, But That’s OK” erhielt auf der Berlinale 2007 den Alfred Bauer Preis für den innovativsten Film. Dabei wird die Liebesgeschichte zwischen den Beiden keineswegs kitschig dargestellt. Die langsame Annäherung zwischen den beiden ist praktisch kaum wahrnehmbar.

Die Namen der Schauspieler sagen uns Europäern nichts aber in Korea ist Jung Ji Hoon (spielt Il Soon) ein berühmter Popstar. Lim So Young (spiel Young Goon) bekam sogar den Korean Film Award als beste Nachwuchsschauspielerin. Die beiden spielen ihre Rollen sehr gut. Und das will schon was heißen. Es ist nämlich unglaublich schwer einen Verrückten überzeugend zu spielen. Hört sich zwar einfach an, ist es aber nicht. Insofern leisten die Schauspieler ganze Arbeit. Die Insassen werden nicht als irgendwelche Verrückten Monster gezeichnet sondern als liebevolle Menschen, die von einer schlimmen Krankheit gequält sind. Die psychische Störung wird keineswegs verniedlicht oder heruntergespielt. Ganz im Gegenteil. Man empfindet trotz ihrer ganzen Eigenarten sogar eine gewisse Sympathie für die Charaktere.
Typisch “koreanisch” an dem Film ist die Darstellung der Gewaltfantasien. Beispielsweise dann, wenn Young Goons Finger sich in ihrer Phantasie in Pistolen verwandeln und aus ihrem Mund Patronen fallen. Trotzdem ist der Film stellenweise sehr komisch. Im dem Film wird sogar gejodelt (ja, auch Koreaner können das). Schon allein deswegen ist der Film sehenswert.

Ein Film über zwei Seelen, die von der Welt nicht akzeptiert werden, weil sie nicht der “Norm” entsprechen. Wahrscheinlich wurde der Titel “I’m a cyborg, but that’s o.k.” bewusst so gewählt um auf dieses Problem hinzuweisen.

Fazit

Eine gute Mischung aus Romantik und Komödie, eine „romantische Komödie“ eben, wie der Regisseur sein Werk auch selbst beschreibt. Der Film ist ein echtes kleines Meisterwerk. Leider werden solche Filme nicht gut genug beworben. Viele haben ihnwahrscheinlich gar nicht bemerkt. Und das ist schade. Deshalb eine ganz klare Kaufempfehlung!

Gesamtwertung

88%

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