Dragon Storm – Die Drachenjäger

1369 0 0 24. September 2008
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Titel:Dragon Storm - Die Drachenjäger
EAN:4009750238608
USK:Freigegeben ab 16 Jahren
Label:Euro Video
Release:2008-09-18

Mit John Rhys-Davies aus Der Herr der Ringe Triologie! Mit diesem Satz versucht sich Stephen Fursts “Dragon Storm” ein bisschen ins Rampenlicht zu stellen. In diesem konventionellen Drachentöter-Epos wird er anstatt eines brummeligen Zwerges die Rolle eines heruntergekommen und dennoch sehr hinterhältigen Herrschers übernehmen. Kein großer Karrieresprung, wenn man Dragon Storm gegen Herr der Ringe anlaufen lässt, aber dennoch einen Blick zwischen Reign Of Fire und Konsorten wert.

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Sie kommen aus dem Weltall, sind also mit Aliens gleichzusetzen. Warum man uns einen arg gegezeichneten Saturn zeigen muss, wird nicht beantwortet, auch nicht die genauere Herkunft der Drachen. Klar ist nur: sie rasen just in diesem Moment auf die Erde, die sich noch in der mittelalterlichen Epoche befindet, zu, um Feuer und Schrecken über die Menschen zu bringen. Warum? Keine Antwort, hauptsache die Bauern brennen und rennen.

Als erstes trifft es das heruntergekommene Königreich von König Fastrad (Rhys-Davies), der mit wegsterbenden Nutztieren und Dreck eigentlich schon genug Probleme am Hals hätte. Jetzt auch noch Drachen, die seine Burg in Schutt und Asche legen und ihn und eine Hand voll treuer Gefolgsleute zur Flucht zwingen. Dieser König ist kein guter König, vielmehr ein verbitterter Monarch, der sein Volk ausbeutet und schon Pläne schmieden wollte, eigentlich befreundete Königreiche einzunehmen. Durch die auftauchenden Drachen musste er seinen Kurs aber etwas korrigieren: erst bei anderen Königen um Hilfe anklopfen, damit diese Schutz vor den Bestien gewähren – einnehmen und überrumpeln kann man so ein Königreich ja auch noch später.

Simpel, aber nicht zu simpel: während dieser König seine Intrige spinnt und sich im Königreich von König Wednesbury (John Hansson) breitmacht, werden ein Jäger, die Tochter des Königis (mit Vorliebe für Armbrust und Jagd), ein Alchemist und ein chinesischer Händler namens Ling mit martial-arts-Fähigkeiten (Woon Young Park) und ein paar Soldaten auf Drachenjagd geschickt. Keine große Überraschung: der etwas gammelig anmutende Jäger Silas (Maxwell Caulfield) besitzt mehr Potential, als man zunächst erwartet hätte, Königstochter Medina (Angel Boris Reed) und er necken sich auch nicht umsonst so herzlich. Aber auch kleinere Gags vom Vertreter der östlichen Wissenschaft und der westlichen Wissenschaft kommen vor und lockern die Geschichte ein wenig, aber nie zu viel auf; Hauptaugenmerk liegt auf der Bedrohung im Sechserpack – groß, mit einer Gasblase am Hals und der Fähigkeit, ihre großen Stacheln wie Pfeile gen Feind zu schleudern, aber auch zubeißen können diese Drachen ganz ordentlich.

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Das Cover verspricht Hochglanz-Effekte aus dem Computer. Da wird man anfangs noch sehr enttäuscht sein, das Feuer wirkt leicht übertrieben, die ständigen Slowmotion-Einsätze, wenn Leute in Brand gesteckt werden und mehr stolpern und schreien tragen zu einer ungewollten Trashattitüde bei, die aber im weiteren Verlauf mehr und mehr abgebaut wird. Die Dialoge sind nicht weltbewegend, dennoch durchaus zweckmäßig und im O-Ton (der im Gegensatz zur deutschen Tonspur nur in 2.0 daherkommt) auch stellenweise sehr unterhaltsam – westliches (Un)wissen hantiert zum östlichen Kopfschütteln mit etwas Schießpulver, die sehr emanzipierte Prinzessin Medina ist auch einiges, nur nicht auf den Mund gefallen – zynische Kommentare in Richtung der Könige sind auch keine Seltenheit; “eine weise Entscheidung, eure Hohheit”, nur weil König Fastrad es vorzieht, nicht durch den feuerversperrten Weg zu gehen.

Visuell wirkte es anfangs sehr durchwachsen, aber je mehr von den Drachen zu sehen ist, umso besser wird das – auch einige blutige Szenen sind vorhanden, ein abgebissener Kopf und Pfeile sowie Schwertstreiche ohne Ende. Ein recht solider Cast, der gut darüber hinwegtäuscht, dass keine großen Überraschungen für den jederzeit allwissenden Zuschauer bereitstehen werden. Fast schon ein Kunststück, denn was sind heute schon 1.000.000 $ für einen Fantasyfilm?

Immerhin besinnt man sich auf das Wesentliche: Drachenjagd und eine Prise Königsstreitereien – viel mehr hätte es auch unnötig aufgeplustert und unentschieden wirken lassen. Es wirkt ja schon überladen, wenn König A dem König B mitteilt, dass er ein schlechter Herrscher ist und doch bitte Vertrag XY unterschreiben möge, sofern er die Unterstützung von Königreich A haben möchte. Die Kulissen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia sind authentisch geraten, endlose Wälder mit vielen schutzbietenden Bäumen, Höhlen, die saufenden Teenagern (Dekadenz hat also schon Wurzeln, die bis ins Mittelalter reichen!) zum Verhängnis werden oder als Drachennest benutzt werden.

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So zumindest die Verpackung und irgendwo liegt sie da nicht ganz falsch. Falsch hingegen sind so abstruse Darstellungen wie ein chinesischer Händler, der im Mittelalter fließendes Englisch beherrscht, Mais und Tomaten, die um diese Zeit noch nicht wirklich bekannt waren und auch die Armbrust dürfte ein paar Jahre später erst benutzt werden – man möge es auf das “Low”-Budget schieben und sich nicht weiter daran stören, diese Kleinigkeiten gehen eh unter, wenn die Drachenjagd wieder beginnt.

Lobenswerterweise sollte der Score von Richard McHugh hervorgehoben werden. Macht im Film so wie im Menu Laune. Dem Menu sollte man aber schnell entfliehen, es ist nicht wirklich erbauend, immer wieder die gleiche Schleife vorgesetzt zu bekommen, wie ein Mensch von einem Drachen angezündet & vielleicht noch etwas gebissen wird.

Ferner sollte man den Mantel des Schweigens über das “Special” der DVD legen: Trailershow. Da geht es los mit “Alien Agent”, was den Eindruck eines noch mieseren Underworld Evolution gepaart mit Entdeckungsreise hinterließ, geht weiter über so ach so trashige “zivilisierte Menschen treffen auf eher unzuvilisierte Kannibalen und menschenähnliche Monster”

Fazit

Was auf den ersten Blick eher Trash sein könnte, erweist sich im weiteren Verlauf als solide Drachenjagd - Unterhaltung mit gewissen Einschränkungen fast schon garantiert, sofern man sich nicht an den vorangehenden Trailern "verschluckt".

Gesamtwertung

58%

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