Filmkritik: Conversations with other Women

1104 0 0 9. August 2009
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Sie trinkt nicht. Gut, zugegeben: Sie raucht. Aber ein Laster muss man ja haben und irgendwie kommt sie davon auch nicht los. Außerdem ist sie verheiratet, was als Brautjungfer irgendwie unangebracht erscheint, aber eigentlich war sie ja ohnehin nicht als solche vorgesehen. Allein der Beinbruch der siebten Brautjungfer ermöglichte ihr das Nachrücken. Während sie in einer Ecke sitzt und sich sichtlich langweilt, nähert sich ihr ein interessanter, gutaussehender Mann in den besten Jahren. Es entwickelt sich ein interessantes Gespräch…

Conversations with other Women

Sie (Helena Bonham Carter) ist mit einem 45-jährigen Kardiologen verheiratet und wurde erst in letzter Minute zur Brautjungfer bestimmt. Er (Aaron Eckhart) steckt in einer Beziehung mit einer 22-jährigen Tänzerin, ist der Bruder der Braut und scheint hinter seiner coolen Fassade offensichtlich nicht wirklich glücklich zu sein. Schnell wird klar, dass der Abend auf einen unabwendbaren One-Night-Stand hinauslaufen wird. Genauso schnell wird aber auch klar, dass dies keine rein zufällige Begegnung zweier Fremder ist, sondern die beiden eine gemeinsame Vergangenheit verbindet, die weder der Mann noch die Frau endgültig überwunden haben. Bis in die frühen Morgenstunden wird geredet, gehofft, gelitten und Liebe gemacht und dann muss sie ihr Flugzeug zurück nach Europa erwischen…

Die Kinoversion mit seiner Splitscreenoptik wurde hier in der DVD nicht umgesetzt. Lediglich ein kleines Extra von einer Minute erinnert daran. Ursprünglich wird der Film aus 2 Sichtweisen erzählt – mit zwei Kameras, eine filmte Helena Bonham Carter, die andere Aaron Eckhart. Mit dem Weglassen dieses Kunstgriffs verliert sich leider auch ein großer Teil des Charmes des Films und eine Besonderheit, die der Handlung geholfen hat. Denn so bleibt am Ende nur ein Film mit einem nicht enden wollenden Dialog, der zwar überaus intelligent ist, aber beim Zuschauen nur bedingt Spass macht. Während die Gespräche oftmals überraschende Wendungen bereithalten erscheint die Handlung des Films recht vorhersehbar.

Die Bild- und Tonqualität der Produktion ist hingegen über jeden Zweifel erhaben. Als Tonspuren liegen Deutsch (Dolby Digital 5.1) und Englisch (Dolby Digital 5.1) zugrunde. Die Synchronisation ist professionell und rundum gelungen. Als Extra erwarten den Zuschauer das originale Storyboard, Interviews mit den Darstellern, eine Bildergalerie sowie Bio- und Filmographien.

Fazit

"Conversations with other Women" war mal als Split-Screen-Filmexperiment angelegt, verliert in der DVD-Fassung ohne diesen Kniff allerdings viel von seinem Reiz. Schauspielerisch einwandfrei, technsich ebenso, nur der Funke will nicht überspringen.

Gesamtwertung

49%

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