Auf Anfang (Reprise)

1084 0 0 24. September 2008
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Titel:Auf Anfang (Reprise)
EAN:4048317358687
USK:Freigegeben ab 12 Jahren
Label:Ascot Elite Home Entertainment GmbH
Release:2008-06-19

“Reprise”(orig. Titel) ist ein norwegisches Drama welches in Oslo spielt und gedreht wurde. Es geht um zwei junge Männer die beide gern schreiben und vom großen Durchbruch als Autor träumen. Der Film beginnt sofort mit den Hauptdarstellern. Phillip und Erik stehen vor einem Briefkasten und werfen beide ihre Bücher ein, in der Hoffnung dass der Verlag diese veröffentlicht. An dieser Stelle wird zum ersten Mal ein Blick in die Zukunft gestartet. Schneller geschnittene Szenen kombiniert mit einem Voiceover zeigen die mögliche Zukunft. Dieses stilistische Element ist das Hauptwerkzeug in diesem Film. Das typische “Was wäre wenn?”, vor jeder Entscheidung im Leben, wird hier vor Augen geführt. “Was wäre wenn beide Bücher angenommen werden und die zwei Freunde damit ihre kommerziell erfolgreiche Schriftsteller Karriere starten?”

Was wäre wenn?

Leider kommt es im Leben meist anders als man es sich ausmalt. Erics Buch wird abgelehnt und Phillips Buch wird ein Erfolg. Dieser kommt mit dem schnellen Erfolg nicht klar, entwickelt eine Psychose und wird schließlich in eine Klinik eingeliefert. Hier beginnt der Film…

Während der 112 Minuten ist man Teil einer Clique von Freunden die sich größtenteils schon seit der Kindheit kennen. Die Themen Beziehungen, Karriere und Freundschaft beherrschen das Leben der Protagonisten. Das Erzähltempo ist leider etwas zu langsam geraten, trotzdem gelingt es dem Film bis zum letzten Drittel des Filmes keine nennenswerten Längen auftreten zu lassen. Diese Längen werden aber von der guten Sounduntermalung gerade noch erträglich gemacht und fallen deshalb nicht sonderlich negativ auf. Das größte Manko des Films ist leider die fehlende Synchronisation. Es gibt leider nur eine norwegische Tonspur weshalb man auf deutsche Untertitel zurückgreifen muss. Hätte man an dieser Stelle eine englische oder gar deutsche Tonspur hätte der Film echtes potential als Geheimtipp (mal wieder die “was wäre wenn” Frage).

So bleibt allen die der norwegischen Sprache nicht mächtig sind ein kleiner aber feiner Film auf den man sich einlassen muss. Wer bereit ist einen Film “zu lesen” und auf ruhige Arthouse Filme steht könnte hier eine echte Perle entdecken. Für Freunde des schnelleren, Erzählstils könnte das letzte Drittel eine Qual werden, welche den Film leider mit einem unnötigen bitteren Nachgeschmack enden lässt.

Die Story ist glaubwürdig aber leider recht handlungsarm, ich hatte das Gefühl dass nicht sonderlich viel passiert ist. Vieles findet auf der Gefühlsebene und sehr subtil statt.
Technisch wurde der Film gut umgesetzt, nette Kameraeinstellungen und ein guter Schnitt lassen hier kaum etwas zu Nörgeln finden. Die schauspielerische Leistung ist auch durchweg gut und der Film ist deshalb mit glaubhaften Charakteren gespickt.

Fazit

Wenn alle norwegischen Filme so eine Qualität aufweisen würde ich gerne mehr davon auf dem deutschen Markt sehen. Auf Anfang ist mir persönlich etwas zu langsam aber sonst ein guter Film, welcher erst nachwirken muss. Direkt nach dem Schauen fühlt man sich etwas allein gelassen und muss das Gesehene erst einmal verdauen. Ein sehr anspruchsvoller ruhiger Film den man nicht ,schon allein wegen der Untertitel, nebenbei gucken kann sondern die volle Aufmerksamkeit braucht und auch verdient. Wer die fehlende Synchronisation verzeihen kann sollte ihn sich auf jeden Fall einmal Anschauen.

Gesamtwertung

85%

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