Filmkritik: Amok – He Was a Quiet Man

948 0 0 21. März 2009
Gefällt mir!

Titel:Amok - He Was a Quiet Man
EAN:4049834001926
USK:Freigegeben ab 16 Jahren
Label:3L Vertriebs GmbH & Co. KG
Release:2009-11-26

“Früher war es einfacher. Da wußte ein Mann, was es heißt ein Mann zu sein. Wenn er Unrecht sah wehrte er sich – es war sein Recht es zu tun. Es wurde von einem erwartet. Seine ganze Art zu leben, die Schule die er durchlaufen musste bereitete ihn auf unausweichliche Konfrontationen vor, solche bei denen damn verstümmelt werden oder gar sterben konnte. Aber dann geschah etwas. Gesetze wurden verabschiedet, Anwälte schwangen sich zu unseren Göttern auf. Was früher einfach zu verstehen war ging unter in der Bürokratie dessen war wir als Zivilisation bezeichnen. Ein Mann durfte sich nicht mehr gegen das Unrecht auflehnen, das ihn umgab. Er musste vor Gericht gehen und Anwälte hinzuziehen und sich durch einen endlosen Papierwust wühlen. Die Frau forderte die Gleichberechtigung und bekam sie auch. Nicht indem ihr das zugestanden wurde, sondern indem der Mann kastriert und zur Frau gemacht wurde. Sie können sagen was sie wollen – das ist kein Fortschritt – das ist keine Evolution, sondern eine Krankheit. Und dagegen hilft nur jemand der begreift was auf dem Spiel steht. Jemand der aufsteht wie ein echter Mann und etwas gegen die Ungerechtigkeit und das Übel in der Welt unternimmt. Heute. Jetzt gleich.”

Noch vor der Mittagspause.

Bob (Christian Slater) ist ein unauffälliger, schüchterner Mitarbeiter. Einer, von dem man in Nachhinein behaupten wird, dass er so nett war, gar nicht so, wie man ihn sich eigentlich vorgestellt hat. Und während er den Amoklauf in seiner Firma plant und die Tat vor seinem geistigen Auge Kugel für Kugel nochmals durchgeht ist es überraschenderweise der Kollege Coleman, der ausrastet und mehrere Mitarbeiter erschiesst. Bob, der Coleman daraufhin selbst erledigt, wird daraufhin als Held gefeiert. Plötzlich wird er von seinen Kollegen geschätzt und auch die Frauenwelt scheint ihm zugetan. Sein Herz jedoch schlägt für Vanessa (Elisha Cuthbert), seiner Ex-Kollegin, die bei dem Amoklauf an der Wirbelsäule verletzt wurde und seither an den Rollstuhl gefesselt ist. Doch in ihm schlummert nach wie vor ein Mann, der die Demütigung und Nichtbeachtung nicht länger ertragen kann…

Frank A. Cappello inszenierte mit “Amok – He Was a Quiet Man” eine Mischung aus Märchen und Psychodrama. Irrwitzige Dialoge mit seinen Fischen im Aquarium, sensible, tiefsinnige Gespräche mit der querschnittsgelähmten Vanessa und wilde Gewaltfantasien schütteln den Zuschauer ordentlich durch. Im Bad der Gefühle wird man von Bobs Emotionen, die so rein gar nicht nach außen dringen wollen und die keiner sehen will, regelrecht mitgerissen und darf Slater bei seiner Interpretation eines Amokläufers zusehen.

Fazit

Ein Gefühls-Stakkato, irgendwo zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit, zwischen Drama und Märchen. In den Tagen nach Winnenden eine schwere Aufgabe einen solchen Film zu beurteilen. Der Film kann zum Nachdenken anregen und sollte uns eines zeigen: Schenken wir uns allen etwas mehr Aufmerksamkeit.

Gesamtwertung

84%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.