Filmkritik: Und Nietzsche weinte

981 0 0 28. Juni 2009
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Titel:Und Nietzsche weinte
EAN:4049834002176
USK:Freigegeben ab 12 Jahren
Label:3L Vertriebs GmbH & Co. KG
Release:2010-01-28

Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch – ein Seil über einem Abgrunde. Ein gefährliches Hinüber, ein gefährliches Auf-dem-Wege, ein gefährliches Zurückblicken, ein gefährliches Schaudern und Stehenbleiben. Was groß ist am Menschen, das ist, daß er eine Brücke und kein Zweck ist: was geliebt werden kann am Menschen, das ist, daß er ein Übergang und ein Untergang ist. Ich liebe die, welche nicht zu leben wissen, es sei denn als Untergehende, denn es sind die Hinübergehenden.

Zitat: Friedrich Nietzsche

Lou Salome (Katheryn Winnick, “Zum Ausziehen verführt”, “Ein Chef zum Verlieben”, “50 erste Dates”) ist eine bildhübsche, atemberaubende Frau, die durchaus weiß, ihren Charme und ihre Schönheit für ihre Sache einzusetzen. Im Wien des späten 19. Jahrhunderts stattet sie dem Arzt Dr. Josef Breuer (Ben Cross, “Star Trek” (2009), “Exorzist: Der Anfang”, “Die Brücke von Arnheim”) einen Besuch ab. Mit im Gepäck: Eine wundersame Bitte. Sie bittet den rennomierten Psychologen darum, sich mal um einen Bekannten zu kümmern, der an schweren Depressionen leidet. Dabei handelt es sich um niemand geringeren als den heutigen “Gottvater der Philisophie” Friedrich Nietzsche (Armand Assante, “American Gangster”, “Judge Dredd”, “Striptease”). Der wiederum würde sich jedoch niemals freiwillig einer Behandlung unterziehen, deswegen soll das Ganze “Undercover” ablaufen. Breuer soll vorgeben sich nur seine körperlichen Beschwerden anzusehen, um später in die Psyche des verkannten Genies vordringen zu können.

Die Geschichte basierend auf dem Bestseller von Irvin D. Yalom wurde von Regisseur Pinchas Perry einfühlsam und wortgewaltig in Szene gesetzt. Denn ganz nebenbei lernt man neben den Überzeugungen Breuers auch einige der Therorien Nietzsches und sogar Sigmunds Freuds (Jamie Elman) kennen. Letzterer entwickelt mit Breuer zusammen einen gewagten Behandlungsplan, dessen Ausgang noch völlig ungewiß ist.

Die Bild- und Tonqualität der Produktion kann durchaus überzeugen und auch die schauspielerische Leistung, sowie die Kamera- und Regiearbeit wissen zu gefallen. Opulente Kostüme und die bezaubernde Katheryn Winnick sind dann auch was fürs Auge. Einzig für das Bonusmaterial war scheinbar kein Geld mehr da: Außer einer Bildergalerie gibt es nichts zu bestaunen.

Fazit

"Und Nietzsche weinte" ist für Fans von Nietzsche oder der Philosophie allgemein ein gefundenes Fressen. Ein sehenswerter Film mit Anspruch, toll in Szene gesetzt und schauspielerisch hochklassig besetzt.

Gesamtwertung

85%

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